Ernährung

Hunde nach der Kastration richtig füttern

Die Kastration von Hunden kann weitreichende Folgen haben, weshalb sie gut überlegt sein muss. Auch bei der Ernährung verändert sich nach der Kastration einiges. Lesen Sie hier, was Sie beim Füttern nach der Kastration beachten sollten.

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Nach der Kastration sinkt der Energiebedarf von Hunden.© Phuttharak-stock.adobe.com

Die Kastration zählt heutzutage zu den häufigsten operativen Eingriffen in einer Kleintierpraxis. Bei der Operation, die unter Vollnarkose durchgeführt wird, werden einer Hündin die Eierstöcke oder die Eierstöcke und die Gebärmutter entfernt, einem Rüden die Hoden. Das hat weitreichende Folgen. Nicht alle davon sind vom Hundehalter erwünscht. Die Entscheidung für eine Kastration muss daher gut überlegt sein. In jeder guten Tierarztpraxis erfolgt eine gründliche Aufklärung im Vorfeld der Operation. Auch die Ernährung des Hundes ist von der Kastration betroffen und muss danach angepasst werden.

Vor und nach der OP richtig füttern

Für die Operation muss der Hund nüchtern sein, das heißt in der Regel fällt am Tag vor dem Eingriff die Abendmahlzeit aus. Wasser darf der Hund bis kurz vor der OP trinken.

Nach der Operation gibt es bei der Fütterung einiges zu beachten:

  • möglicherweise Beeinträchtigung des Schluckreflexes am Tag des Eingriffs
  • Übelkeit und Erbrechen möglich, wenn zu schnell angefüttert wird
  • frisches Wasser unter Aufsicht zur Verfügung stellen, wenn der Hund vollständig bei Bewusstsein ist
  • erste Fütterung hängt vom Einzelfall ab: mit Tierarzt besprechen!
  • in der Regel am Tag nach der Operation Fütterung mit kleinen Portionen beginnen

Futterumstellung nach der Kastration

Nach dem Eingriff ist eine Futterumstellung notwendig, denn durch die Kastration sinkt der Energiebedarf eines Hundes um durchschnittlich 30 Prozent. Das heißt, selbst wenn der Hundehalter vorher beim Füttern alles richtig gemacht hat und der Hund immer normalgewichtig war, wird er bei Beibehaltung der gewohnten Futtersorte und -menge höchstwahrscheinlich zunehmen.

Wird das Futter zur freien Verfügung angeboten, verschärft sich das Problem, da bei vielen kastrierten Hunden der Appetit steigt, während gleichzeitig die spontane körperliche Aktivität eher sinkt. Unter diesen Voraussetzungen kann Übergewicht besonders leicht entstehen. Da Hunde es nur selten schaffen, nur so viel Futter zu fressen, wie sie tatsächlich an einem Tag benötigen, sollte auf uneingeschränkten Zugang zum Futter generell verzichtet werden.

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Ein Hund sollte keinen dauerhaften Zugang zum Futter haben. © Yakobchuk Olena-stock.adobe.com

So funktioniert die Futterumstellung

Weniger vom alten Futter zu füttern, ist oft nicht die beste Lösung. Als Hundehalter bekommt man die erforderliche Ernährungsumstellung meist besser hin, wenn diese mit einem Wechsel zu einem energieärmeren Futter verbunden ist. Dafür gibt es Spezialnahrung für kastrierte Hunde im Fachhandel oder beim Tierarzt.

Durch dieses Futter mit reduziertem Energie- und Fettgehalt sind die Futterportionen ähnlich groß oder sogar größer als vorher und man hat nicht das Gefühl, seinen Hund zu wenig zu füttern. Auch für den Hund ist es wichtig, dass er nach der Kastration nicht mit sehr kleinen Futterportionen „abgespeist“ wird, denn der Eingriff führt dazu, dass der Appetit bei vielen Hunden steigt.

Auch spezielle Fasermischungen aus Ballaststoffen (unlöslichen Fasern mit hoher Wasserbindungskapazität) und präbiotischen Fasern (lösliche Fasern, die von den Dickdarmbakterien als Nahrung genutzt werden können) sorgen für einen besseren Sättigungseffekt und helfen, das Bettelverhalten des Hundes in Grenzen zu halten.

Hundefutter nach der Kastration

Gut geeignet für kastrierte Hunde sind Alleinfutter mit folgenden Eigenschaften:

  • reduzierter Kaloriengehalt und angepasste Empfehlungen für die Tagesfuttermenge
  • Mischung verschiedener Nahrungsfasern (Ballaststoffe wie Futterzellulose und lösliche Fasern wie Flohsamen oder Fructo-Oligosachharide) zur Erzielung eines guten Sättigungsgefühls
  • hochwertige Proteine in ausreichender Menge, um die Muskulatur zu erhalten
  • L-Carnitin zur Steigerung der Fettverbrennung
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Energieärmeres Spezialfutter ist für Hunde nach der Kastration geeignet.© LIGHTFIELD STUDIOS-stock.adobe.com

Zeitpunkt der Ernährungsumstellung

Bereits in den ersten Monaten nach der Kastration kann ein Hund je nach Größe schon mehrere Kilo zunehmen, wenn keine Anpassung der Ernährung erfolgt. Um das Normalgewicht des Hundes und damit seine langfristige Gesundheit zu erhalten, sollte die Ernährung sofort nach erfolgter Kastration umgestellt werden. Wer seinem Hund die Futterumstellung nicht direkt nach dem Eingriff zumuten möchte, kann auch schon 14 Tage vorher mit einem schrittweisen Wechsel vom alten auf das neue Futter beginnen.

Regelmäßiges Wiegen des Hundes

Es empfiehlt sich, den Hund nach der Kastration und der damit verbundenen Ernährungsumstellung zunächst alle zwei Wochen und dann einmal pro Monat zu wiegen, um festzustellen, ob eine Tendenz zur Gewichtszunahme vorhanden ist, und entsprechend gegensteuern zu können. Denn Übergewicht zu verhindern ist besser (und einfacher), als die Extra-Kilos wieder abbauen zu müssenAusreichende Bewegung ist ebenfalls wichtig. Animieren Sie Ihren Hund dazu, falls er nach der Kastration ruhiger werden sollte.

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Bei übergewichtigen Hunden sollte die Kastration verschoben werden.© pongmoji-stock.adobe.com

Kastration des Hundes verschieben

Wenn der Hund bereits vor dem Eingriff übergewichtig ist, sollte die Kastration verschoben werden. Denn aufgrund des reduzierten Energiebedarfs ist eine Gewichtsabnahme nach der Kastration schwieriger zu erzielen als davor. Darüber hinaus erhöht Übergewicht das allgemeine Narkose- und Operationsrisiko. Die richtige Reihenfolge lautet daher: Erst Normalgewicht erreichen, dann kastrieren.

Das gilt aber selbstverständlich nur, wenn der Eingriff nicht aus wichtigen medizinischen Gründen gemacht werden soll, zum Beispiel eine Gebärmutterentzündung bei der Hündin oder eine Prostataerkrankung beim Rüden. Solche Erkrankungen können für eine sofortige Kastration sprechen. Ihr Tierarzt wird Sie dazu individuell beraten.

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