Lagotto Romagnolo

Auf den ersten Blick könnte man den Lagotto Romagnolo für einen gelungenen Pudel-Mischling halten. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu Herkunft und Temperament der Hunderasse Lagotto Romagnolo.

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Der Lagotto Romagnolo im Rasseporträt.© stock.adobe.com/eshana_blue

Typische Merkmale

Größe: Rüde: 43-48 cm; Hündin: 41-46 cm
Gewicht: 11-16 Kilo
Ursprungsland: Italien
Felllänge: lang, wollig, eng gerollte ringförmige Locken
Fellfarben: Braun/Schoko/Liver, Weiß, Gold/Gelb 
Klassifikation: FCI Gruppe 8: Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde Sektion 3 Wasserhunde. Ohne Arbeitsprüfung  

Eigenschaften

Familientauglichkeit
Aktivitätslevel
Erziehbarkeit
Pflegeaufwand
Arbeitsbedürfnis
Menschenbezogenheit

Mit seinem lockigen Fell könnte man ihn für einen gelungenen Pudel-Mischling halten. In Wahrheit ist der Lagotto Romagnolo der wahrscheinlich älteste bekannte Wasserhund, der sich inzwischen als hervorragender Trüffelsucher und toller Begleithund einen Namen gemacht hat.

Herkunft des Lagotto Romagnolo

Obwohl der Lagotto Romagnolo in Deutschland nach wie vor eher selten anzutreffen ist, wächst seine Fangemeinde stetig. Seine Vorfahren waren italienische Wasserhunde, die ab dem 16. Jahrhundert in den Lagunen von Comacchio und den Sumpfgebieten in der Niederebene der Emilia Romagna vor allem bei der Jagd auf Blesshühner mithalfen. Ihr gelocktes Fell mit viel Unterwolle schützte sie vor der Eiseskälte im Wasser.

Nebenbei bewachten diese Hunde auch Boot und Haus der "Vallaroli", die zu jener Zeit die wildreichen Lagunen bevölkerten und mit ihren Hunden Jäger begleiteten und auf Trüffelsuche gingen. Die Trüffelsuche verlagerte sich immer weiter in die Berge, und auch dort bewährte sich das lockige Fell der Lagottos: Die dornigen Pflanzen konnten ihnen nichts anhaben.

Da zunächst nur die Gebrauchseigenschaften zählten, kreuzte man immer wieder andere Hunderassen mit feiner Nase ein, wie Pointer, Pudel, Spinone, Setter oder Bracken. Mitte der 1970er-Jahre begannen schließlich einige Liebhaber mit der Rekonstruktion des alten, ursprünglichen Lagotto-Typs und schufen die Basis für eine Reinzucht.

Die offizielle Anerkennung der Rasse durch die FCI erfolgte im Juli 2005. Heute wird der Lagotto in seinem Heimatland noch immer als Trüffelsuchhund eingesetzt. In Deutschland macht er sich langsam, aber sicher als intelligenter Familien- und Begleithund einen Namen.

Aussehen des Lagotto Romagnolo

Der Lagotto Romagnolo hat ein dichtes, gelocktes Fell. Rüden erreichen eine Schulterhöhe von maximal 48 Zentimeter, Hündinnen bis zu 46 Zentimeter. Damit sind Lagottos kleine bis mittelgroße Hunde. Sie sind kräftig gebaut und fast so hoch wie lang.

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Der Lagotto Romagnolo hat einen kräftigen Körperbau.© stock.adobe.com/Ricant Images

Fell und Farben

Den Lagotto Romagnolo gibt es einfarbig in weiß oder braun. Die Hunde können aber auch weiße, braune oder orange Flecken tragen. Manche von ihnen haben eine braune bis dunkelbraune Maske.

Charakter und Erziehung

Der Lagotto Romagnolo ist äußerst anpassungsfähig. Lebt er mit ruhigeren Menschen zusammen, wird er schnell zu einem etwas gemütlicheren Hund. Wird er jedoch schon von Anfang an sehr gefordert, beispielsweise mit Ballspiel, Nasenarbeit, Apportieren oder Agility, fordert er das auch mit Nachdruck ein. Diese Hunde sind sehr robust und ausdauernd. Sie lieben das Wasser und schwimmen sehr gerne.

Da er sehr auf seinen Menschen bezogen ist und ihm gefallen möchte, gilt der Lagotto Romagnolo als leichtführig. Er ist für Anfänger geeignet. Trotzdem: Diese Rasse verfügt über einen großen Arbeitseifer. Nur, wenn er diesen ausleben darf, kann der intelligente Hund seine positiven Wesenzüge voll und ganz entfalten.

Der Lagotto Romagnolo neigt dazu, geduldig zu betteln. Konsequenz ist daher in der Erziehung wichtig. Für Härte und Drill ist diese Rasse dagegen nicht zu haben. Ein respektvoller, fairer Umgang gepaart mit Einfühlungsvermögen, Kreativität und viel Lob, bringen deutlich mehr.

Zu Hause ist er wachsam und meldet durchaus Auffälligkeiten in seinem Revier. Aggressiv oder auch scharf reagiert ein artgerecht gehaltener und optimal sozialisierter Lagotto Romagnolo aber nie. Seine Freude am Jagen erwacht auch schon mal, wenn der Lagotto beim Spaziergang auf verlockende Wildfährten stößt. Trotzdem ist sein Interesse an der Jagd gut beherrschbar.

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Lagottos sind sehr menschenbezogen.© stock.adobe.com/jovo marjanovic/EyeEm

Haltung und Pflege des Lagotto Romagnolo

Was die Fellpflege anbelangt, zählt der Lagotto zu den pflegeleichten Rassen. Da er nicht haart, sollte er zweimal im Jahr geschoren werden. Ansonsten reicht wöchentliches Bürsten aus. Haare, die in das Innenohr wachsen, müssen etwa einmal im Monat entfernt werden, um Reizungen und Entzündungen im Ohr zu vermeiden. Im Winter ist das Fell zwischen den Ballen zu kürzen, damit sich keine Schneeklumpen bilden, die den Hund beim Laufen behindern.

Wer einen Lagotto Romagnolo halten will, muss ihn zweimal am Tag für mindestens eine Stunde laufen lassen. Außerdem braucht er ausreichend geistige Beschäftigung. Ideal ist für diesen Hund ein Haus mit einem großem Grundstück, in einer Etagenwohnung sollte er möglichst nicht gehalten werden.

Sportliche Menschen begleitet der Lagotto Romagnolo gerne beim Joggen, Walken, Wandern oder Radfahren. Für Familien mit Kindern ist er gut geeignet. Wurde er gut sozialisiert, ist der Lagotto Romagnolo für jeden Spaß zu haben und wird zu einem liebevollen Familienhund.

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