Zwergschnauzer

Der Zwergschnauzer wird offiziell seit 1880 gezüchtet und soll Überlieferungen zufolge ursprünglich aus dem Raum Frankfurt am Main stammen. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu Verhalten, Charakter, Beschäftigungs- und Bewegungsbedürfnis, Erziehung und Pflege der Hunderasse Zwergschnauzer.

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Der Zwergschnauzer war bei Bauern nicht nur als Wachhund, sondern auch als Katzenersatz beliebt.© Thomas Brodmann / animals-digital.de

Typische Merkmale

Größe: 31-36 cm
Gewicht: 4-8 Kilo
Felllänge: lang, rauhaarig
Fellfarben: Schwarz, Blau/Grau, Braun/Schoko/Liver, Weiß
Ursprungsland: Deutschland
Klassifikation: FCI Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer - Molossoide – Schweizer Sennenhunde und andere Rassen. (Sektion 1 Pinscher und Schnauzer)

Eigenschaften

Familientauglichkeit
Aktivitätslevel
Erziehbarkeit
Pflegeaufwand
Arbeitsbedürfnis
Menschenbezogenheit

Herkunft

Der Zwergschnauzer wird offiziell seit 1880 gezüchtet und soll Überlieferungen zufolge ursprünglich aus dem Raum Frankfurt am Main stammen. Es handelt sich um eine sehr alte Rasse: Hunde, die aussehen wie der Zwerschnauzer, wurden bereits auf Gemälden aus dem Mittelalter abgebildet.

Sie sollen aus dem mittelalterlichen Biberhund und Schäferhunden entstanden sein und dienten als Wach- und Begleithunde. Als die Zucht der Rasse offiziell aufgenommen und beurkundet wurde, hat man den Zwergschnauzer noch als "rauhaarigen Zwergpinscher" bezeichnet.

Aussehen des Zwergschnauzers

Der Zwergschnauzer ist klein, kräftig, eher gedrungen als schlank, rauhaarig und elegant: eben ein verkleinertes Abbild des Standard-Schnauzers. Das rauhaarige Fell gibt es in folgenden Farben: Schwarz, Pfeffer-Salz, Schwarz-Silber, Weiß.

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Ein Zwergschnauzer mit der Fellzeichnung Pfeffer-Salz© stock.adobe.com/Екатерина Кобальнова

Verhalten und Charakter

Der Zwergschnauzer ist tatsächlich ein Schnauzer im Mini-Format: Er ist genauso wie der große Bruder sehr wachsam, folgsam und intelligent. Diese Eigenschaften werden durch das typische Temperament eines Kleinhundes ergänzt.

Er ist also ein pfiffiger kleiner Kerl, der unterhalten werden will und im Gegenzug für eine Menge Spaß in seiner Umgebung sorgen wird. Langweilig wird es den Menschen mit diesem Begleiter sicher nicht. Der Zwergschnauzer ist sehr lebhaft und aufmerksam, aber auch freundlich und gefällig.

Außerdem ist diese Rasse mutig und unerschrocken. Diese Hunde haben eine recht niedrige Reizschwelle und reagieren auf Artgenossen, andere Tiere oder Fremde Menschen gerne mit Gebell. Deswegen ist die richtige Beschäftigung und eine konsequente Erziehung bei Zwergschnauzern sehr wichtig.

Beschäftigungs- und Bewegungsbedürfnis

Das Bewegungsbedürfnis dieser Rasse ist ausgesprochen hoch. Das kleine Energiebündel liebt Spaziergänge, Ballspiele, Suchspiele, Apportieren, Fährtensuche, Laufen, Schwimmen und das alles am besten mehrere Stunden am Stück.

Aufgrund seiner Intelligenz lernt er Kunststücke gerne und schnell. Solange er genügend Bewegung hat, kann er auch in einer Wohnung gehalten werden.

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Zwergschnauzer brauchen viel Bewegung.© stock.adobe.com/olgagorovenko

Erziehung des Zwergschnauzers

Der Zwergschnauzer ist sehr gelehrig, erwartet aber Abwechslung. Genauso wie der Standard-Schnauzer und der Riesenschnauzer reagiert er auf Grobheiten seines Besitzers sehr verstört. Mit groben, veralteten Erziehungsmethoden kommt man auch bei diesem Hund nicht weit.

Dass er sehr verspielt ist und Training als eine Art Spielstunde betrachtet, erleichtert die Erziehung ungemein. Der Zwergschnauzer will seinem Menschen außerdem gefallen und wird deshalb begeistert mitarbeiten, ohne dass er dazu gezwungen werden muss.

Zwergschnauzer können auch von Menschen mit wenig Hunde-Erfahrung gut geführt werden.

Haltung

Wer sich für einen Zwergschnauzer entscheidet, darf sich über eine langjährige Freundschaft mit ihm freuen. Diese Hunde können 14 Jahre und noch älter werden. Vor der Anschaffung sollten Sie überlegen, ob Sie wirklich so lange für das Tier sorgen können.

Die kleinen Hunde können durchaus in der Stadt oder in einer kleinen Wohnung gehalten werden. Aber Achtung: Sie brauchen viel Bewegung. Wer sich nicht mehrere Stunden am Tag mit ihm in der Natur bewegen will, sollte lieber Haus und Garten mitbringen, wo sich der Zwergschnauzer auch selber beschäftigen und frei bewegen kann.

Zwergschnauzer werden sowohl mit einem einzigen Menschen als auch in einer großen Familie glücklich. Eine konsequente Führung ist aber wichtig. Nur so wird der Zwergschnauzer zu einem sehr anhänglichen Familien- und Begleithund.

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Zwergschnauzer sind sehr anhänglich. © stock.adobe.com/Prostock-studio

Pflege des Zwergschnauzers

Man sollte den Schnauzer einmal in der Woche kämmen und regelmäßig trimmen. Die regelmäßige Fellpflege ist wichtig, damit die abgestorbenen Haare, die sich sonst in dem rauen Umfeld verfangen, entfernt werden. Dafür eignet sich eine härtere Bürste. Auch der Bart muss immer wieder in Form gebracht werden, damit der Zwergschnauzer sein typisches Aussehen nicht verliert.

Häufige Krankheiten

Gesundheitlich gelten Zwergschnauzer als sehr robust. Allerdings kommt es auch bei ihnen erblich bedingt immer wieder zu Augenerkrankungen, Diabetes, Blasensteine, Hyperlipidämie (erhöhter Cholesterin-Spiegel) oder PL (lockere Kniescheibe).

Auch vom Schnauzer-Komedo-Syndrom sind einige Rassevertreter betroffen. Dabei handelt es sich um entzündete Haarfollikel auf dem Rücken, die aber weitgehend harmlos sind.

Anschaffung

Wollen Sie sich einen Zwergschnauzer anschaffen, sollten Sie sich nach einem seriösen Züchter umsehen. Empfehlenswert ist es, einen Züchter zu wählen, der dem Pinscher-Schnauzer-Klub 1895 angeschlossen ist. Es lohnt sich auf jeden Fall erst in das örtliche Tierheim zu gehen, vielleicht wartet dort ein Zwergschnauzer auf ein neues Zuhause.

Kaufen Sie niemals einen Welpen oder erwachsenen Hund über das Internet. Das Risiko, dass das Tier von einem Hunde-Vermehrer stammt ist zu groß.

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Gesunde Welpen finden Sie bei einem seriösen Züchter.© stock.adobe.com/DebraAnderson

Hätten Sie das über den Zwergschnauzer gewusst

Der Zwergschnauzer war bei Bauern nicht nur als Wachhund, sondern auch als Katzenersatz beliebt. Er bewachte nicht nur das Vieh, sondern jagte mit Begeisterung Ratten und Mäuse. Der Bauer war nicht nur das Ungeziefer los, sondern sparte sich auch noch das Futter für seinen "Mitarbeiter".

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