Riesenschnauzer

Der Riesenschnauzer lebte ursprünglich als Hirten- und Wachhund auf Almhöfen in den Alpen. Erfahren Sie im Rasseportrait alles zu Haltung, Charakter, Erziehung und Pflege der Hunderasse Riesenschnauzer.

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Der Riesenschnauzer ist der größte Abkömmling der Schnauzer-Familie.© Thomas Brodmann / animals-digital.de

Typische Merkmale

Größe: Rüde: 65-70 cm; Hündin: 60-65 cm
Gewicht: 25-48 Kilo
Felllänge: halblang, rau
Fellfarben: Schwarz, Schwarz-Silber, Blau/Grau
Ursprungsland: Deutschland
Lebenserwartung: 12-15 Jahre
Klassifikation: FCI Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer - Molossoide – Schweizer Sennenhunde und andere Rassen. Sektion 1 Pinscher und Schnauzer

Eigenschaften

Familientauglichkeit
Aktivitätslevel
Erziehbarkeit
Pflegeaufwand
Arbeitsbedürfnis
Menschenbezogenheit

Der Riesenschnauzer ist eine große, robuste Hunderasse, die für ihre Intelligenz, Wachsamkeit und Loyalität gegenüber ihren Besitzern geschätzt wird. Mit der richtigen Haltung und Sozialisierung sind Riesenschnauzer liebevolle und treue Begleiter, die eine enge Bindung zu ihrer Familie aufbauen. Die Hunde dieser Rasse sind aber auch anspruchsvoll, weshalb Sie in diesem Rasseportrait für den Riesenschnauzer alles zu Charakter, Erziehung und Pflege erfahren.

Wie sieht der Riesenschnauzer aus?

Dieser Hund hat ein kraftvolles und Respekt einflößendes Aussehen. Die Hunde der Rasse sind groß, sehr kräftig, leicht gedrungen und das Gewicht des Riesenschnauzers kannbis zu 50 Kilogramm sein.

Auffällig ist natürlich der charakteristische Schnauzbart und die buschigen Augenbrauen, die ihm einen trotzigen Blick verleihen. Das rauhaarige Fell ist meistens schwarz oder "pfeffer-schwarz" (sandfarben mit schwarz), die Unterwolle ist immer schwarz. Weiß oder braun können beim  Riesenschnauzer sich höchstens in Abzeichen auftreten. Auch wenn es einzelne Ausnahmen geben kann, gehören Riesenschnauzer nicht zu Kurzhaar-Hunderassen, sondern haben mittellanges Fell.

Aufgrund ihrer optischen Ähnlichkeit ist der Unterschied zwischen Riesenschnauzer und dem Russichen Schwarzen Terrier auf den ersten Blick oftmals schwer zu erkennen. Das hängt damit zusammen, dass der Riesenschnauzer eine der drei Rassen ist, aus denen der Russische Schwarze Terriers gezüchtet wurde.

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Buschige Augenbrauen und Bart – typisch Riesenschnauzer!© stock.adobe.com/Rita Kochmarjova

Was macht Wesen und Charakter des Riesenschnauzers aus?

Der Riesenschnauzer gibt einen idealen Familienhund ab. Denn er ist zwar temperamentvoll und lebhaft, aber auch sehr kinderlieb und gutmütig. Wichtig ist, dass er genug Aufgaben bekommt und lange, ausgedehnte Spaziergänge zur Tagesordnung gehören.

Der Riesenschnauzer ist robust, widerstandsfähig und hat viel Ausdauer. Seine Kraft hat er aber nicht immer unter Kontrolle. Beim Spielen übertreibt er es manchmal und rempelt oder schiebt seine Menschen an.

Der intelligente Riesenschnauzer ist aber auch sehr anhänglich und gehorsam. Er braucht engen Kontakt zu seiner Menschen-Familie. Auch Kindern gegenüber zeigt er sich von seiner besten Seite, aber aufgrund seiner Kraft sollten diese schon etwas größer sein, bevor dieser Hund einzieht. Fremden gegenüber zeigt sich der Riesenschnauzer eher gleichgültig und reserviert.

Riesenschnauzer sind allerdings von Natur aus aufmerksam, wachsam und territorial, was dazu führen kann, dass sie bei Verdacht auf Eindringlinge oder ungewöhnliche Geräusche zu bellen beginnen. Riesenschnauzer sind bekannt für ihr ausgeprägtes und lautes Bellen. Sie beobachten ihre Umgebung genau und sind jederzeit dazu bereit, ihre Familie zu verteidigen. Für Fremde könnte es dann gefährlich werden, wenn er Hund nicht richtig erzogen wurde. Mit der richtigen Erziehung kann man aber auch das Bellen beim Riesenschnauzer in den Griff bekommen.

Doch dieser Hund kann auch die ruhigen Momente genießen und strahlt ein sehr ausgeglichenes Inneres aus. Das schätzen viele an dieser Rasse. Verspielt und wachsam ist der Riesenschnauzer, ohne dabei nervös oder unruhig zu sein.

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Fremde meldet der Riesenschnauzer sofort.© stock.adobe.com/frank11

Was muss man bei der Anschaffung des Riesenschnauzers beachten?

Möchten Sie sich einen Riesenschnauzer anschaffen, sollten Sie sich an einen seriösen Züchter wenden. Er wird Ihnen einen gesunden Welpen mit Papieren verkaufen. Riesenschnauzer-Welpen kosten etwa 1.500 Euro.

Achten Sie darauf, dass die Welpen und die Elterntiere artgerecht gehalten und Sie ausführlich vom Züchter beraten werden. Beim Welpenkauf sollten Sie besonders achtsam sein. Sehen Sie dringend davon ab, Tiere über das Internet zu kaufen.

Bevor Sie sich für einen Riesenschnauzer entscheiden, sollten Sie sich diese Fragen stellen:

  • Können Sie gewährleisten, ein Hundeleben lang für den Riesenschnauzer zu sorgen?
  • Sind Sie finanziell so abgesichert, dass alle Kosten (Tierarzt, Hundesteuer, Futter, usw.) gedeckt werden können?
  • Sind Sie dazu bereit, das Fell entsprechend zu pflegen?
  • Haben Sie genug Platz für einen Riesenschnauzer?
  • Können Sie dem Riesenschnauzer die Bewegung bieten, die er braucht?
  • Sind Sie dazu bereit, einen sehr eigenwilligen Hund zu erziehen und sich gegebenenfalls bei einer Hundeschule Hilfe suchen?

Können Sie all diese Fragen mit "Ja" beantworten, sollten Sie sich von einem Züchter weiter beraten lassen. Dann steht einer gemeinsamen Zukunft nichts mehr im Wege.

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Sind Riesenschnauzer für Anfänger geeignet?

Riesenschnauzer sind aufgrund ihrer Eigenschaften und ihres Energielevels in der Regel nicht die ideale Wahl für Anfänger-Hundehalter.

Riesenschnauzer sind intelligent, energiegeladen, dominant und territorial. Sie benötigen deshalb eine konsequente Erziehung, viel mentale und körperliche Beschäftigung sowie eine klare Führung. Sie haben einen starken Schutzinstinkt und können territorial sein, was eine gründliche Sozialisierung erfordert, um unerwünschtes Verhalten gegenüber Fremden oder anderen Tieren zu minimieren.

Der Riesenschnauzer ist ein also anspruchsvoller Hund, weshalb er nur für Anfänger geeignet ist, die sich diese Herausforderung zutrauen.

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Riesenschnauzer sind schwer zu erziehen.© stock.adobe.com/Rita Kochmarjova

Was ist bei der Erziehung des Riesenschnauzers zu beachten?

Die Erziehung des Riesenschnauzers ist eine echte Herausforderung. Und das nicht nur, weil er sehr eigenwillig und dazu noch intelligent ist. Dieser Hund übertreibt es manchmal auch mit seiner Wachsamkeit, kann sehr territorial sein und muss deswegen schon früh lernen, dass nicht jeder außerhalb der Familie ein möglicher Feind ist.

Vor allem Rüden neigen dazu, sich gerne mit anderen Hunden zu messen – erst recht, wenn diese ihnen ebenbürtig scheinen. Gleichzeitig sind Riesenschnauzer sehr sensibel. Auf Härte oder Gewalt in der Erziehung reagieren sie verstört und können dadurch problematisches und auch aggressives Verhalten zeigen.

Der Besitzer muss also sehr behutsam und gleichzeitig durchsetzungsstark sein – keine leichte Aufgabe. Immerhin ist bei Riesenschnauzern der Jagdtrieb in der Regeln weniger stark ausgeprägt.

Ein Maulkorb beim Riessenschnauzer kann in bestimmten Situationen sinnvoll sein, beispielsweise wenn ein Riesenschnauzer aggressive Tendenzen zeigt oder Schwierigkeiten hat, sich in der Nähe von anderen Hunden oder Menschen zu kontrollieren.

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Was muss man bei der Haltung des Riesenschnauzers beachten?

Der Riesenschnauzer braucht viel Platz und sollte besser nicht in einer Wohnung gehalten werden. Am besten ist er für das Leben auf dem Land geeignet.

Er liebt Bewegung und braucht eine Aufgabe. Der richtige Hundesport ist eine gute Möglichkeit, um ihn richtig auszulasten. Für diese Rasse eignet sich vor allem Obedience. Der Riesenschnauzer kann hier seine Intelligenz und seinen Gehorsam unter Beweis stellen.

Von Sportarten wie Agility, die die Gelenke stark beanspruchen, ist bei dieser großen Rasse dringend abzuraten. Der Riesenschnauzer begleitet seinen Besitzer aber gerne beim Joggen, Reiten oder Radfahren. Da dieser Hund einen großen Arbeitseifer an den Tag legt, wird er häufig als Polizei- oder Diensthund eingesetzt. Aufgrund seiner Größe eignet sich der Riesenschnauzer auch ideal als Blindenführhund.

Wie viel Pflege benötigt der Riesenschnauzer?

Das Fell ist sehr hart, drahtig und an sich pflegeleicht. Es muss allerdings mindestens zwei- bis viermal im Jahr getrimmt werden. Auch wegen seines "Bartes" sollte der Schnauzer etwa viermal jährlich zum Hundefriseur.

Achten Sie darauf, den "Bart" regelmäßig zu säubern und zu kämmen, um zu vermeiden, dass er verfilzt. Schon als Welpe sollte der Hund an diese Pflege-Rituale gewöhnt werden.

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Das Fell muss gut gepflegt werden.© stock.adobe.com/frank11

Was ist bei der Ernährung des Riesenschnauzers wichtig?

Diese großen Hunde neigen eher zu Gelenkproblemen als andere Rassen. Das sollte bei der Ernährung berücksichtigt werden: Vermeiden Sie einen sehr hohen Energiegehalt im Futter während des Wachstums. Das Knüchengerüst kann sich nur mangelhaft ausbilden, wenn Welpen zu schnell wachsen.

Für gelenkkranke Hunde angepasstes Futter ist ratsam, wenn der Riesenschnauzer bereits Knochenprobleme hat. Geben Sie ihm auch nicht zu viel Futter auf einmal. Kleinere Portionen beugen nicht nur Übergewicht vor, sondern auch einer gefährlichen Magendrehung.

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Gibt es rassetypische Krankheiten beim Riesenschnauzer?

Auch bei dieser Hunderasse kommen gewisse Krankheiten gehäuft vor. Dazu gehören Knieerkrankungen, die Hüftgelenksdysplasie, Knochenturmore und Knorpeldefekte.

Wegen Ihrer Größe sollten die Gelenke (vor allem im Welpenalter) nicht überbelastet werden. Vermeiden Sie Sportarten, die die Gelenke stark beanspruchen, wie Agility. Reden Sie am besten mit Ihrem Tierarzt darüber, welche Sportart Sie mit Ihrem Riesenschnauzer machen können.

Mit einer Lebenserwartung von 12 bis 15 Jahren können gesunde Riesenschnauzer aber ein langes Leben führen.

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Achten Sie beim Welpenkauf auf die Gesundheit der Tiere.© stock.adobe.com/Rita Kochmarjova

Wo kommt der Riesenschnauzer ursprünglich her?

Der Riesenschnauzer lebte ursprünglich als Hirten- und Wachhund auf den Almhöfen in den Alpen und verteidigte Fuhrwerke seines Herrn vor möglichen Angreifern. Auch als Treiber für Viehherden wurde er gerne eingesetzt.

Seit der Jahrhundertwende werden seine Leistungsfähigkeit und seine hervorragenden Charaktereigenschaften in der Zucht weiter verfeinert. Seit 1913 ist der Riesenschnauzer als Rasse anerkannt, seit 1925 hat er auch die offizielle Bezeichnung Diensthund.

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Hätten Sie's gewusst?

Der Riesenschnauzer ist der größte Abkömmling der Schnauzer-Familie. Eine besondere Beziehung hat diese Rasse zu München: Obwohl eigentlich für das Leben auf dem Land geschaffen, gehörten sie hier lange Zeit zum Stadtbild. Sie bewachten die Wagen der Brauereien und wurden deshalb auch als "Münchner Schnauzer" oder "Bierschnauzer" bezeichnet.

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