Katze oder Kater: Unterschiede in Charakter und Verhalten

Wer eine Katze bei sich aufnehmen möchte, steht häufig vor der Wahl zwischen Katze und Kater. Lesen Sie, wie das Geschlecht Charakter und Verhalten beeinflusst und welche Auswirkungen es auf die Beziehung zum Menschen hat. 

Katze und Kater haben geschlechtstypische Eigenheiten. © Stock.adobe.com/PetarPaunchev

Die Entscheidung, ob man lieber eine Katze oder einen Kater bei sich aufnimmt, ist eine ganz individuelle. Doch gerade im Mehrkatzenhaushalt kann das Geschlecht für ein harmonisches Miteinander bestimmend sein. 

Unterschiede in den Verhaltensweisen zwischen Katze und Kater treten am deutlichsten bei unkastrierten Tieren auf:

Typisch Kater (unkastriert):

  • Tendenz zu streunen, um rollige Kätzinnen zu suchen
  • Reviermarkierung mit intensiv riechendem Harn
  • häufig aggressiv gegenüber anderen Katern 

Typisch Katze (unkastriert):

  • ziehen im Kätzinnenverband Kitten auf
  • kooperieren bei Verteidigung und Futterbeschaffung

Die Kastration von Katze oder Kater verändert auch das Verhalten des Tieres. Dies ist in den meisten Fällen vom Halter sehr gewünscht. Harnmarkieren wird seltener, das weite Umherstreunen und Kämpfen wird reduziert – kastrierte Katzen, egal ob männlich oder weiblich, werden durch die Kastration sozialer und friedlicher. Dennoch bleiben die Tiere männlich oder weiblich mit ihren geschlechtsspezifischen Eigenheiten.

Unkastrierte Kater sind in der Regel kampflustiger. © Stock.adobe.com/Andrey Solovev

Beeinflusst das Geschlecht das Verhältnis zum Menschen?

Ob das Geschlecht der Katze einen Einfluss auf die Beziehung zum Menschen hat, ist noch nicht durch Studien belegt worden. Zahlreiche Befragungen von Katzenhaltern zeigen jedoch gewisse Tendenzen auf.

Typisch Kater: Kater wären angeblich deutlich robuster, dafür distanzierter dem Menschen gegenüber. Auch im sozialen Spiel mit dem Menschen gelten sie als robuster und ertragen mehr versehentliche Grobheiten wie zum Beispiel von Kindern. Außerdem sind Kater oft leichter mit Futter zu motivieren – neigen dafür aber auch schneller zu Übergewicht.  

Typisch Katze:  Kätzinnen seien weniger aggressiv, dafür etwas zickig und eigenwilliger. Es liegt in ihrer Natur, die Kitten mit Futter zu versorgen. Daher sehen sie die Jagd als Lebensaufgabe an und sind oft besonders begnadete Jäger – was sich auch im gemeinsamen Spiel mit dem Menschen zeigt. 

Viel wichtiger als das Geschlecht ist im Zusammenleben mit dem Menschen jedoch die gegenseitige Zuneigung und Sympathie. Auch viele andere Faktoren spielen eine wichtige Rolle für die Persönlichkeit der Katze. Die beiden wichtigsten sind: 

  1. Genetische Voraussetzungen der Katze: Die Genetik legt die Grundlage, ob die Katze eher ängstlich oder selbstbewusst, offen, freundlich und tolerant oder distanziert und weniger tolerant gegenüber Kontakt ist. Die Persönlichkeit das Katers scheint einen großen Einfluss auf die Kitten zu nehmen. Die Kätzin ist in den ersten Wochen das Vorbild der Kitten und kann diesen ängstliches oder selbstbewusstes Verhalten beibringen.
  2. Sozialisation auf den Menschen: Erst durch gute Erfahrungen mit dem Menschen (spätestens ab der zweiten Lebenswoche) lernt eine Katze, dass Menschen gute Freunde und Lebenspartner sein können.
Kitten aus einem Wurf sind oft ein Herz und eine Seele. © Stock.adobe.com/krappweis

Spielt die Geschlechtsverteilung im Mehrkatzenhaushalt eine Rolle? 

Erfahrungen haben gezeigt, dass gleichgeschlechtliche Katzengruppen im Allgemeinen besser harmonieren. Doch auch hier gibt es Ausnahmen, wie zahlreiche harmonische Paare aus Kater und Katze beweisen. Möchte man zwei oder mehr Katzen bei sich aufnehmen, empfiehlt es sich, Geschwister aus dem gleichen Wurf zu wählen. Zwischen diesen existiert häufig eine ganz besonders enge Verbindung. 

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