Chronische Niereninsuffizienz (CNI) bei Katzen

Wenn die Nieren bei Katzen langsam versagen, spricht man von einer Chronischen Niereninsuffizienz. Auch wenn diese Krankheit nicht heilbar ist, so können Katzen mit einer frühzeitigen Behandlung oft noch lange und glücklich leben. Erfahren Sie hier alles zu Symptomen, Diagnose und Behandlung der Chronischen Niereninsuffizienz bei Katzen.

Wenn Katzen deutlich mehr Trinken, kann das ein erstes Anzeichen für die Nierenerkrankung CNI sein.
Wenn Katzen deutlich mehr Trinken, kann das ein erstes Anzeichen für die Nierenerkrankung CNI sein.© ChristArt-stock.adobe.com

Die Chronische Niereninsuffizienz (CNI) ist eine Krankheit, bei der die Nieren allmählich ihren Dienst versagen. Der Krankheit liegt eine chronische Entzündung zugrunde, deren Ursache noch ungeklärt ist. Im Verlauf der Chronischen Nierenentzündung geht immer mehr funktionsfähiges Nierengewebe ein und wird durch Bindegewebe ersetzt.

Bei jungen Katzen kommt die CNI eher selten vor. Je älter die Katze wird, desto größer ist ihr Risiko, an einer CNI zu erkranken. Im Alter von mehr als zehn Jahren sind bereits zwischen 30 und 40% der Katzen davon betroffen. Kater erkranken im Durchschnitt mit 12 Jahren früher als Kätzinnen mit 15 Jahren. Allerdings merkt man den Tieren häufig lange, zum Teil über Monate oder Jahre, nichts von ihrer Erkrankung an.

Folgen der CNI bei Katzen

Die Hauptaufgabe der Nieren ist es, aus dem Körper giftige Stoffe zu filtern. Diese Giftstoffe werden dann in den Harn abgeleitet, gesunde Eiweiße im Körper zurückbehalten. Wenn die Nieren nun nicht mehr richtig arbeiten, leidet der gesamte Organismus darunter. Die giftigen Stoffe, die eigentlich mit dem Harn ausgeschieden werden müssten, können nicht mehr ausgefiltert werden und verbleiben im Körper. Harnstoff selbst ist zwar ungiftig, kann sich aber in das gefährliche Gift Ammoniak verwandeln, das das Gehirn angreift. 

Symptome einer Niereninsuffizienz bei Katzen

Wie auch bei anderen Krankheiten, zum Beispiel der Bauchspeicheldrüsenentzündungzeigen Katzen ihre Schmerzen erst sehr spät und lassen sich lange nichts anmerken. Erst wenn gut zwei Drittel des Nierengewebes zerstört sind, zeigt die Katze Symptome einer Niereninsuffizienz. Im Anfangsstadium trinken die Katzen mehr und bilden dementsprechend mehr Harn. Bei Wohnungskatzen fällt das beim Reinigen des Katzenklos auf. Später kommen im Einzelfall weitere Symptome hinzu. Dazu gehören:

  • Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Blutarmut
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Austrocknung
  • schlechter Mundgeruch

Im Endstadium der Niereninsuffizienz können die Katzen keinen Harn mehr bilden und zeigen zunehmend Vergiftungserscheinungen, wie beispielsweise Krämpfe, weil die Nieren als Entgiftungsorgane ausfallen. Hier alle Stadien der Niereninsuffizienz bei Katzen im Überblick:

Stadium I: Beginnende Niereninsuffizienz

  • Kreatinin im Normalbereich, Eiweiß/Kreatinin-Verhältnis normal
  • keine Symptome
  • noch keine Auswirkungen auf die Lebenszeit

Stadium II: Frühes Nierenversagen

  • Kreatinin gering erhöht, Eiweiß/Kreatinin-Verhältnis im Grenzbereich
  • nur wenige Katzen zeigen schon erste Symptome wie vermehrtes Trinken
  • durchschnittliche Lebenserwartung ohne Therapie etwa 3 Jahre

Stadium III: Urämisches Nierenversagen

  • Kreatinin über Normalbereich, Eiweiß/Kreatinin-Verhältnis erhöht, 75% des Nierengewebes zerstört
  • Symptome wie vermehrtes Trinken, Appetitlosigkeit werden auffällig; vermehrtes Auftreten von harnpflichtigen Stoffen im Blut
  • durchschnittliche Lebenserwartung ohne Therapie etwa 2 Jahre 

Stadium IV: Nierenversagen im Endstadium

  • Kreatinin und Eiweiß/Kreatinin-Verhältnis deutlich erhöht
  • Katze kann keinen Harn mehr bilden
  • Katze zeigt schwere Symptome wie Krämpfe, starkes Erbrechen, Futterverweigerung etc. 
  • durchschnittliche Lebenserwartung ohne Therapie 35 Tage

Eine Niereninsuffizienz bei Katzen früh erkennen

Je eher die Krankheit erkannt wird, desto besser. Heutzutage empfehlt man, bei Katzen ab einem Alter von sieben Jahren jährlich die Nierenwerte zu checken. Insbesondere der SDMA-Wert, der erst seit wenigen Jahren nachgewiesen werden kann, zeigt Nierenerkrankungen bereits in sehr frühen Stadien an, so dass die Therapie beginnen kann, bevor die Katze Beschwerden hat. 

Auch der Blutdruck der Katze sollte regelmäßig kontrolliert und, wenn nötig, behandelt werden, da hoher Blutdruck die Gefäße der Nieren schädigt. Über 60 Prozent aller Katzen mit Niereninsuffizienz haben einen zu hohen Blutdruck. Neben den Schäden an den Nieren sorgt dieser auch für Herzerkrankungen bei der Katze. 

Diagnose einer Niereninsuffizienz bei Katzen

Das vermehrte Trinken kann nicht nur ein Symptom für die Niereninsuffizienz sein, sondern auch für viele andere Krankheiten. Infrage kommen zum Beispiel auch Diabetes oder Erkrankungen der Schilddrüse. Eine Allgemeinuntersuchung kann aber in der Regel schon eine erste Tendenz geben, um welche Krankheit es sich handelt. Eine sichere Diagnose gibt dann eine Blut- und Harnuntersuchung im Labor. Um eine CNI handelt es sich dann, wenn die Nierenwerte Harnstoff, Kreatinin und SDMA sowie die Phosphorwerte im Blut und die Eiweißwerte im Harn (deutlich) zu hoch sind.

Ein Bluttest ermöglicht die Diagnose der Nierenerkrankung. © kaninstudio-stock.adobe.com

Behandlung einer Niereninsuffizienz bei Katzen

Auch wenn die Erkrankung der Nieren erst im Endstadium auffällt, also wenn die Katze Symptome zeigt und somit schon mindestens zwei Drittel ihres Nierengewebes zerstört sind, ist das für die Katze meist kein akutes Todesurteil. Die CNI ist zwar unheilbar, aber eine frühzeitige Therapie kann das Fortschreiten der Erkrankung aufhalten und der Katze noch einige schöne Jahre ermöglichen. Die Behandlung erfolgt auf mehreren Wegen:

  • Senkung des Phosphorwertes im Blut: durch phosphorarme Diäten und Phosphatbinder
  •  Senkung der Proteinwerte im Harn: durch Diäten und blutdrucksenkende Medikamente

Sowohl die Behandlung mit Medikamenten als auch die nötige Diät bei Chronischer Niereninsuffizienz muss der Tierarzt individuell auf die Katze und den Grad der Erkrankung abstimmen.

Futter für Katzen mit CNI

Die Futterumstellung bildet einen zentralen Pfleiler der CNI-Behandlung bei Katzen. Wenn es der Katze insgesamt noch gut geht, wird sofort, wenn auch in kleinen Schritten, auf die Nierendiätumgestellt. Zuerst werden die Symptome Appetitlosigkeit und Übelkeit gelindert, weil es für die Futterumstellung sehr wichtig ist, dass die Katze bei gutem Appetit ist. In den folgenden Jahren werden die Nierenwerte der Katze dann regelmäßig bestimmt und die Therapie dem Krankheitsverlauf angepasst. Eine Katze mit CNI kann noch mehrere Jahre glücklich leben.

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