Erbrechen bei Katzen: Ursachen und Maßnahmen

Erbrechen gehört bei Katzen zu den natürlichen Schutzreaktionen des Körpers. Lesen Sie hier, wann Katzen erbrechen, wie Sie erkennen, ob eine Erkrankung hinter dem Erbrechen steckt, und wann ein Tierarztbesuch nötig wird. 

Katze erbricht
Nicht immer ist Erbrechen bei der Katze harmlos. © stock.adobe.com/Vasyl

Katzen haben ein sehr sensibles Brechzentrum. Außerdem hat Erbrechen für sie auch nützliche Funktionen. Dass Katzen erbrechen, ist also erst einmal völlig normal. Ab wann eine Katze, die sich übergibt, aber dringend zum Tierarzt muss, erfahren Sie hier.

Inhaltsübersicht:
1. Ursachen für Erbrechen bei Katzen
2. In diesen Fällen ist Erbrechen bei der Katze harmlos
3. Wenn die Katze so erbricht, muss sie zum Tierarzt
4. Begleitsymptome von Erbrechen bei Katzen
5. Behandlung einer Katze mit Erbrechen
6. Katze nach Erbrechen richtig füttern

Ursachen für Erbrechen bei Katzen

Viele Ursachen für Erbrechen bei Katzen sind harmlos. Es gehört mit Husten und Niesen zu den Schutzreaktionen, mit denen sich der Organismus gegen Schadstoffe oder Krankheitserreger wehrt und ist somit für die Katze sogar überlebenswichtig. Außerdem nützt es der Katze dazu, verschluckte Haare aus dem Körper zu transportieren und dient der Reinigung.

Erbrechen bei Katzen kann aber auch ernste Ursachen haben und auf tieferliegende Erkrankungen hindeuten. Dazu gehören:

Außerdem kann das Erbrechen ein Symptom für andere Erkrankungen sein wie zum Beispiel:

In diesen Fällen ist Erbrechen bei der Katze harmlos

Völlig harmlos ist das gelegentliche Hervorwürgen von ein paar Haaren und etwas feuchtem "Igitt". Damit hat die Katze schon das Nötige getan, damit es ihr wieder besser geht. Gerade im Fellwechsel erbrechen Katzen regelmäßig verschluckte Haare.

Auch ein einmaliges Erbrechen nach einer vielleicht etwas zu üppigen Mahlzeit oder dem Genuss von Katzengras ist kein Grund zur Sorge.

Erbrechen_Inline1.jpg
Häufig erbrechen Katzen, nachdem sie Gras gefressen haben. © Stock.adobe.com/bmf-foto.de

Wenn die Katze so erbricht, muss sie zum Tierarzt

Da Erbrechen bei der Katze auch ein Symptom für eine schwere Erkrankung oder einen lebensbedrohlichen Notfall sein kann, muss die Katze sofort zum Tierarzt, wenn

  • das Erbrochene verfärbt ist oder übel riecht.
  • die Katze mehrmals hintereinander erbricht.
  • die Katze kein Futter bei sich behalten kann.
  • es zu begleitenden Symptomen kommt.

Ist das Erbrochene dunkel gefärbt oder riecht es nach Fäkalien, könnte es sich um einen Darmverschluss handeln, der schnellstens operiert werden muss. Auch wenn die Katze mehrmals hintereinander erbricht, sollte der Tierarzt rasch konsultiert werden. Denn es könnte eine Vergiftung oder eine schwere Infektion dahinter stecken.

Übergibt sich die Katze regelmäßig, also mehrmals in der Woche oder am Tag, sollte sie ebenfalls untersucht werden.

Das könnte Sie auch interessieren
Katze_Tierarzt_Aufmacher.jpg
Bei diesen Anzeichen muss die Katze zum Tierarzt
In der Natur ist es sinnvoll, dass Katzen still werden, wenn ihnen etwas fehlt. Doch den Halter lässt es ratlos zurück. In welchen Fällen muss eine Katze auf jeden Fall zum Tierarzt?
Erbrechen_Inline2.jpg
Ein Tierarzt untersucht den Allgemeinzustand der Katze. © Stock.adobe.com/vasyl

Erbrechen der Katze richtig bewerten: Begleitsymptome

Entscheidend für die Schwere des Erbrechens sind auch die begleitenden Symptome. Folgende Begleiterscheinungen machen einen sofortigen Besuch beim Tierarzt notwendig:

  • Fieber
  • Austrocknung (erkennt man daran, dass eine Hautfalte, die man mit zwei Fingern zieht, nicht sofort wieder verstreicht)
  • Schmerzen (z.B. beim Hochheben)
  • zunehmende Entkräftung
  • glasige Augen
  • Teilnahmslosigkeit oder Bewusstseinstrübung
Nehmen Sie in solchen schwerwiegenderen Fällen möglichst etwas von dem Erbrochenen mit zum Tierarzt. Die Analyse dieser Probe kann die Diagnose erheblich beschleunigen und so eventuell das Leben der Katze retten. 

Bei vielen chronischen Erkrankungen sind die Symptome meist weniger deutlich, bzw. entwickeln sich diese Krankheiten so langsam, dass man sich an die schwachen Signale zu Beginn gewöhnt und eine Verschlechterung gar nicht mehr richtig wahrnimmt.

Katzen erbrechen bei schleichend verlaufenden Krankheiten auch nicht ständig, sondern immer mal wieder in regelmäßigen, aber auch unregelmäßigen Abständen. Neben Begleitsymptomen sollte man daher auch auf allgemeine Veränderungen des Gesundheitszustandes der Katze achten:

  • Schläft sie mehr als sonst?
  • Trinkt sie viel?
  • Wie sieht ihr Stuhlgang aus?
  • Ist sie nervös oder ungewöhnlich ruhig?
  • Bewegt sie sich sicher und elegant, oder hat sich ihr Gang verändert? 

Jedes Detail, das Sie dem Tierarzt mitteilen, hilft ihm bei der Suche nach der Ursache für das Unwohlsein der Katze. Und nur, wenn die Ursache zweifelsfrei aufgedeckt ist, kann eine Therapie dauerhaft helfen.

Das könnte Sie auch interessieren
KatzespucktSchaum_Aufmacher.jpg
Katze erbricht Schaum: Ursachen und Krankheitsanzeichen
Spuckt die Katze nur weißen Schaum ohne Haare oder Magenreste, sind viele Katzenhalter beunruhigt. Lesen Sie hier, woran es liegen kann, dass die Katze nur Schaum erbricht und wann Sie unbedingt einen Tierarzt zu Rate ziehen müssen.
Erbrechen_Katze_Inline3.jpg
Ist die Katze außerdem müde, wird es gefährlich.© stock.adobe.com/Kristina Blokhin

Behandlung einer Katze mit Erbrechen

Handelt es sich um unkompliziertes Erbrechen einer sonst gesunden Katze, muss nicht gleich der Tierarzt aufgesucht werden. Auch eine Behandlung des Erbrechens ist dann in der Regel nicht notwendig: Hat das Tier einmalig erbrochen und ist das nicht aufgrund verschluckter Haare passiert, hat sich Ihre Katze vermutlich einfach den Magen verdorben. Spätestens nach einer halben Stunde sollte sie wieder putzmunter und vergnügt sein. Häufig hat sie dann auch schon wieder Hunger und bettelt nach Futter.

Handelt es sich um stärkeres und häufigeres Erbrechen, kann die Katze symptomatisch mit Magenschutztabletten und Medikamenten gegen Erbrechen behandelt werden. Da die Katze bei schwererem Erbrechen viel Flüssigkeit verliert, kann auch eine Flüssigkeitstherapie notwendig sein.

Da es sich bei Erbrechen aber häufig mehr um ein Symptom als um eine eigenständige Krankheit handelt, besteht die Therapie von Erbrechen bei Katzen oft zusätzlich in der Behandlung der grundlegenden Krankheit. Das kann zum Beispiel sein:

  • Antibiotika bei Infektionen
  • Ausschlussdiät, um Futtermittelallergie zu identifizieren
  • Antiparasitika
  • Ernährungsumstellung (zum Beispiel bei Nierenproblemen notwendig)
  • spezifische Medikamente, zum Beispiel bei Schilddrüsenproblemen
  • Operation (zum Beispiel bei Fremdkörper oder Tumor)
Das könnte Sie auch interessieren
Katzenkrankenversicherung_Aufmacher.jpg
Katzenkrankenversicherungen im Vergleich
Mit einer Katzenkrankenversicherung können Sie sich vor hohen Tierarztkosten schützen. Wir haben drei Anbieter für Sie miteinander verglichen.

Katze nach Erbrechen richtig füttern

Hat die Katze erbrochen, sollten Sie ihr erst einmal nur kleine Portionen Nassfutter anbieten. So kann sich die gereizte Magenschleimhaut erholen. Am besten bieten Sie Ihrer Katze eine magenschonende Kost an: Neben Hühnchenfilet in leicht gesalzener Brühe gibt es auch fertige Magenschonkost beim Tierarzt.

In schweren Fällen kann der Tierarzt Katzen auch über eine Infusion mit allen wichtigen Nährstoffen versorgen. 

Verträgt die Katze die Schonkost gut und erbricht nicht erneut, können Sie sie wieder ganz normal füttern.

Diät nach Erbrechen ist gefährlich für Katzen

Ohne tierärztliche Anweisung sollte eine Katze niemals auf eine Radikaldiät gesetzt werden. Gerade Jungtiere, chronisch kranke, übergewichtige oder sehr alte Katzen dürfen nicht lange hungern. Bei den jungen und kranken Katzen sind die Energiereserven zu klein, um auf Nahrung verzichten zu können. Bei den übergewichtigen und sehr alten Katzen besteht die Gefahr der hepatischen Lipidose – einer lebensgefährlichen Störung des Fettstoffwechsels.

Denken Sie daran: Kann die Katze kein Futter bei sich behalten oder zeigt sie Begleitsymptome, muss sie dringend zum Tierarzt. Nur, wenn sie sonst einen fitten Eindruck macht und sich einmalig übergeben hat, reicht eine Schonkost aus.

GK Testabo.png
"Ein Herz für Tiere" – Die neue Ausgabe jetzt am Kiosk
Aktuelle Meldungen aus der Tierwelt
Großer Haustierratgeber
Mensch & Tier
Wildes Tierleben
Spannende Unterhaltung
EHfT03_001.jpg