Krankhafte Fellveränderungen bei Katzen

Fellveränderungen bei Katzen können harmlose und ganz normale Ursachen haben. Allerdings können auch Hauterkrankungen der Auslöser für Veränderungen des Fells sein. Erfahren Sie hier, welche Erkrankungen das sein können und welche Fellveränderungen bei Ihrer Katze Sie ernst nehmen sollten.

Fellveränderungen bei Katzen sind oft Symptome für Hauterkrankungen
Fellveränderungen bei Katzen sind oft Symptome für Hauterkrankungen© jamesjoong-stock.adobe.com

Katzen sind bekannt für ihre Sauberkeit. Ganze Nachmittage verbringen sie damit, ihr Fell zu pflegen, und verleihen ihm so den typischen seidigen Glanz. Umso deutlicher fallen Veränderungen auf, etwa haarlose Stellen, verfilzte Nester oder gar blutiger Schorf und Sekretspuren. Hinter diesen Veränderungen stecken oft relativ einfache Ursachen, beispielsweise ein Befall mit Parasiten, der sich bei entsprechender Behandlung leicht beheben lässt. Schwieriger wird es, wenn die Haut nicht direkt betroffen ist, sondern auf Störungen anderer Organe oder Fütterungsfehler reagiert.

Normale Fellentwicklung und krankhafte Veränderungen

Wichtig ist, krankhafte Veränderungen im Haarkleid von Zeichen für eine normale Fellentwicklung zu unterscheiden. Normale Fellentwicklungen bei Katzen sind:

  • Verlust des Welpenfells
  • Wechsel zwischen Winter- und Sommerfell 
  • Bildung von haarlosen Bereichen an Druckstellen (Hornschwielen)
  • graue Haare: Der Verlust an Pigment zählt zu den gewöhnlichen Altersveränderungen bei Haustieren, ebenso wie stumpfes Fell und geringere Talgsekretion. Allerdings sind die Effekte des Ergrauens und der Hautalterung längst nicht so dramatisch wie beim Menschen.
  • weniger behaarte Stellen an den Schläfen, vor allem bei Kurzhaarkatzen
  • Haarlosigkeit über alten Narben
Verdächtig sind hingegen haarlose Stellen, wenn die darunter liegende Haut gerötet oder verändert erscheint. Solche Stellen sollten Sie Ihrem Tierarzt zeigen. In der Regel muss er eine Reihe von Untersuchungen vornehmen, bevor eine Behandlung sinnvoll ist, denn es gibt viele Ursachen von Fellveränderungen bei Katzen, die jedoch häufig dieselben Symptome haben.

Hautschuppen bei Katzen

Hautschuppen bei Katzen entstehen oft durch:

  • trockene Haut
  • Allgemeinerkrankungen
  • Hautpilze
  • Parasiten
Außerdem gibt es bei Hund und Katze ein Krankheitsbild namens "Pemphigus foliaceus", bei dem fehlgeleitete Immunzellen die eigene Haut angreifen. Auch hier bilden sich Schuppen, die in milden Fällen von denen anderer Ursachen nicht zu unterscheiden sind. 

Haarlose Stellen bei Katzen

Ursachen für haarlose Stellen bei Katzen sind:

  • Folgen von Juckreiz und Irritationen, Katzen können sich mit ihrer scharfen Zunge förmlich kahl lecken (FSA)
  • Parasiten
  • Hautpilze
  • hormonelle Probleme
Manche Hautpilze sind auch auf den Menschen übertragbar, deshalb müssen Sie im Verdachtsfall unbedingt den Tierarzt aufsuchen und eine entsprechende Behandlung konsequent durchhalten. Auch nach Abklingen der Symptome sollten Sie das Antipilzmittel (Tabletten und/oder Salbe) noch einige Zeit weiter geben, um Rückfälle zu vermeiden. Bei allen Anwendungen von Salben oder Lotionen sollten Sie grundsätzlich Handschuhe tragen, um sich nicht selbst mitzubehandeln.

Bei hormonellen Problemen sind die haarlosen Stellen oft symmetrisch verteilt, beispielsweise auf beiden Flanken. Vor allem Sexual-, Schilddrüsen- und Nebennierenrindenhormone haben einen deutlichen Einfluss auf das Haarwachstum. Deren Gehalt im Blut lässt sich durch Laboruntersuchungen bestimmen.

Weitere Ursachen für Fellveränderungen bei Katzen

Auch struppiges und ungepflegtes Fell ohne Glanz kann ein Hinweis auf unterschiedliche Erkrankungen sein. Außerdem können auch Ernährungsmängel dahinter stecken. Im Dosenfutter von renommierten Herstellern ist die Zusammensetzung jedoch meist optimal, auch die richtige Vitaminversorgung ist damit gewährleistet. 

Eitrige Hauterkrankungen bei Katzen

Sehr dramatisch können sich eitrige Hauterkrankungen entwickeln. Die daran beteiligten Bakterien besiedeln in der Regel bereits vorgeschädigte Haut. Gesunde Haut besitzt mehrere Abwehrmechanismen, zu denen Talg, Fettsäuren, pH-Wert, Hornschicht und die natürliche Keimflora zählen. Das Zusammenspiel dieser Faktoren lässt Krankheitserreger quasi "abprallen".

Erhöhte Feuchtigkeit oder Fettsekretion fördert hingegen das Keimwachstum und weicht die äußersten Hautschichten auf. Erreger können dann leichter eindringen. Besonders gefährdet sind Hautfalten oder offene Wunden. Ist zusätzlich die natürliche Hautflora angegriffen oder die Immunabwehr der Haut gestört, können sich Bakterien in der Haut ausbreiten. Bleiben die Erreger auf Haarwurzeln und Talgdrüsen beschränkt, bilden sich akneähnliche Pusteln.

Gelingt es den Bakterien, in die Tiefe der Haut vorzudringen, entwickeln sich Abszesse oder gar ausgedehnte eitrige Areale, die sehr schmerzhaft sein können. Wenn das eitrige Sekret mit den Haaren verklebt, entstehen harte Krusten, die relativ harmlos aussehen. Doch damit sich die darunter liegende Infektion nicht ungestört ausbreiten kann, sollten Sie derartige Stellen unbedingt beim Tierarzt behandeln lassen.

Obwohl bakterielle Hauterkrankungen selbständig entstehen können, steckt meistens eine andere Erkrankung dahinter:

  • ​Parasiten
  • Pilze
  • Schwächung des Immunsystems
  • Hormonstörung
Wichtig ist eine rechtzeitige Behandlung. Achten Sie also beim täglichen Kraulen auch auf Haut und Fell Ihrer Tiere.

Diagnose von Hauterkrankungen bei Katzen

Veränderungen der Haut können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Beim Tierarzt kann daher eine Vielzahl von Untersuchungen nötig sein, um hinter die Grundursache zu kommen. Oft muss ein Teil des Fells abrasiert werden, um die Hautoberfläche beurteilen zu können. Aber auch dann ist nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich, um welche Erkrankung es sich handelt. Denn die Krankheitsbilder ähneln sich teilweise sehr, obwohl ganz verschiedene Ursachen zugrunde liegen. Deshalb sind folgende Tests für die Diagnose gebräuchlich: 

 

  • Hautgeschabsel: Mit einer Skalpell- oder Rasierklinge schabt der Tierarzt Haare und oberflächliche Hautschichten ab, um sie unter dem Mikroskop auf Parasiten zu untersuchen.
  • Woodsche Lampe: Bestimmte (aber nicht alle) Hautpilze leuchten unter UV-Licht einer bestimmten Wellenlänge auf.
  • Kultur: Mit ausgezupften Haaren werden spezielle Nährböden beimpft. Nach einiger Zeit wachsen vorhandene Bakterien oder Pilze zu Kolonien heran, die dann auf ihre Empfindlichkeit gegenüber verschiedenen Antibiotika getestet werden können.
  • Abklatschpräparat: Auf eine offene Hautstelle wird ein Glasplättchen gedrückt. Die daran festhaftenden Zellen können anschließend gefärbt und unter dem Mikroskop untersucht werden, um Krebs- oder Immunzellen zu bestimmen.
  • Hautbiopsie: Der Tierarzt schneidet ein kleines Stückchen aus Haut und Unterhaut heraus, um es in einem Speziallabor untersuchen zu lassen. Dabei handelt es sich zusammen mit dem klinischen Bild um eines der aussagekräftigsten Verfahren, allerdings auch um das aufwendigste.
Haut- und Fellerkrankungen bei Katzen vorbeugen
  1. Achten Sie auf die richtige Ernährung: Bei Katzen ist Markenfertigfutter die sicherste Möglichkeit, Mängel an Vitaminen, Fettsäuren und Mineralien zu vermeiden. Wenn Sie sehr viel hausgemachtes Futter geben, sollten Sie einem bewährten Rezept folgen oder die Ration von einem Ernährungsfachmann beurteilen lassen.
  2. Vermeiden Sie Ungeziefer und Parasiten: Eine konsequente Zecken-, Floh- und Wurmbehandlung schützt vor unliebsamen Überraschungen. Reinigen Sie regelmäßig die Schlafplätze der Katze. Das Fell langhaariger Tiere, vor allem mit dichter Unterwolle (wie bei Perserkatzen), sollte häufig gebürstet und gepflegt werden, damit sich keine verfilzten Stellen bilden können.
  3. Stärken Sie die gesunde Hautflora: In feuchten, warmen Bereichen der Haut können sich schädliche Keime leichter vermehren, deshalb sind Hautfalten oft Ausgangspunkt von bakteriellen Hauterkrankungen. Diesen "Problemzonen" sollten Sie besondere Aufmerksamkeit schenken und bei Bedarf auch regelmäßige Pflege angedeihen lassen. Vor allem pH-Wert, Feuchtigkeitsgehalt und Fettsäurespiegel sind wichtig für die gesunde Keimflora der Haut. Pflegemittel, die Sie beim Tierarzt erhalten, können diese Faktoren bei Bedarf korrigieren.

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