Tödliche Hitze-Falle!

Polizei rettet Hund aus Hitze-Auto

Alle Jahre wieder – im Sommer leiden Hunde in Autos. Immer wieder hört man von der schrecklichen Nachricht, dass ein Hund tödlich verunglückte, nachdem er in einem zu heißen Auto eingesperrt war. Erst vergangenen Dienstag musste die Polizei eingreifen, nachdem ein Hund bei 32,5 Grad Außentemperatur im geschlossenen Auto eingesperrt war.
 
Autos als tödliche Hitze-Falle für Hunde im Sommer © XCITEPRESS RICO LOEB - stock.adobe.com
Autos als tödliche Hitze-Falle für Hunde im Sommer! (Symbolbild)

Hitze-Falle Auto! Nicht selten hört man von Horror-Geschichten, dass Hunde im Hochsommer bei geschlossenen Fenstern im Auto ihren Tod finden. Immer wieder unterschätzen Hundebesitzer die Temperaturen, die im Auto entstehen können. Der Alptraum für Hundefreunde. Wie die Duisburger Polizei berichtet, musste eine Streifenwagenbesatzung erst diese Woche wieder einen Hund aus einem überhitzten Auto retten. Nachdem Passanten ein Bellen aus einem parkenden Auto hörten, riefen sie umgehend die Polizei. Bei ihrem Eintreffen missten sie eine Außentemperatur von 32,5 Grad - im Auto definitiv heißer. Der kleine Cocker-Spaniel war bereits kraftlos und hatte Schaum vor dem Mund - ein Zeichen, dass er mindestens 25 Minuten im heißen Auto war. 

Nachdem die Beamten den Besitzer nicht ausfindig machen konnten, schlugen sie die Scheiben des Autos ein und retteten den Hund aus diese schrecklichen Lage. Den Vierbeiner nahmen sie mit auf die Wache und schrieben eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz sowie einen Bericht ans Ordnungsamt. 

Auch wenn es im Fall des Cocker-Spaniel im letzten Moment noch ein glückliches Ende nahm, sind genug Fälle gelistet, die den Hunden das Leben kosteten. So spielte sich erst an Ostern ein schreckliches Drama in Jülich in Nordrhein-Westfalen ab. Ein 52-jähriger Mann ließ seinen Hund in der Mittagshitze eingesperrt im Auto zurück. Die Fenster waren geschlossen. Erst als Passanten die bereits beschlagenen Scheiben sowie das leblose Tier im Inneren entdeckten, riefen sie die Polizei. Doch für den Vierbeiner kam jede Rettung zu spät. Ein schlechtes Gewissen darüber, seinen Hund im Wagen zurückzulassen, hatte der Besitzer nicht. Ganz im Gegenteil. Es hatte sogar den Anschein, dass er sich bereits in der Vergangenheit mit besorgten Passanten auseinandersetzen musste. Grund für die Annahme ist ein Zettel, den er auf dem Armaturenbrett des Autos zurückließ. Darauf schrieb er: „An alle Neugierigen! Es sitzt ein Hund im Auto, ich weiß das und es geht ihm gut! Jetzt kümmern Sie sich um Ihre Sachen und mischen Sie sich nicht in Dinge, die Sie nichts angehen!“

Fahrlässigen Hunde-Besitzern droht Strafe

Die Polizei ist immer wieder über ein solches Verhalten entsetzt: „Ein solches Verhalten ist nicht nur unverantwortlich, sondern auch strafbar.“ Grundsätzlich warnt die Polizei davor, Tiere im geschlossenen Auto zurückzulassen. „Die Temperaturen im Inneren können schnell steigen – auch bei vermeintlich milden Außentemperaturen. Hunde können diese nicht ausgleichen, ihnen droht ein Hitzschlag.“ Bereits bei einer Außentemperatur von knapp unter 20 Grad wird es für einen Hund im Auto gefährlich. Davon, dass dies schnell tödlich endet, ganz zu schweigen. Das Auto wird im Schatten abgestellt, doch dass die Erde sich dreht, kalkulieren einige nicht ein. Und so steht der Wagen Minuten später in der Sonne.

Um die Gefahr zu veranschaulichen, lassen sich Menschen für Kampagnen in Autos einsperren. Die Versuchsanordnung: sommerliche Außentemperatur, Sonnenschein und das Fenster einen Spalt offen. Nach relativ kurzer Zeit, sagen wir mal, einer halben Stunde, geben diese dann schweißgebadet auf. Für den Hund ist es aber viel schlimmer, er kann nicht schwitzen, so wie wir, und wäre bereits tot! Und: Die Tierquälerei hätte schon viel früher eingesetzt, dem Hund wäre schlecht, er hätte Angst – Todesangst.
Wenn Menschen die Situation wirklich nachvollziehen wollen, dann käme diese Versuchsanordnung seiner Realität am nächsten: Einen Menschen einwickeln in Frischhaltefolie – perforiert, also mit kleinen Löchern, denn auch ein Hund hat eine gewisse, wenn auch geringe Hautatmung – dann einen Pelzmantel darüber. Nur Gesicht, Hände und Füße bleiben frei. Statt der Folie wäre auch lange Unterwäsche aus Kunstfasergemisch geeignet, sodass kaum Verdunstungskälte durch Schweiß entstehen kann. Derart ausgestattet bleibt kein Mensch auch nur Minuten in einem Auto, selbst wenn die Fenster halboffen sind. Das wäre aber ein halbwegs vergleichbares Szenario zu dem, was einige ihren Hunden antun. Bitte, um Himmels Willen – probieren Sie es nicht aus. Es wäre zu gefährlich und könnte, Sie ahnen es, tödlich enden!

Der Körper versagt

Die Hunde erleiden einen Hitzschlag. Dabei steigt die Körpertemperatur und es kann zu Schwindel, Übelkeit und Bewusstlosigkeit kommen. Es droht ein Hitzekollaps, im schlimmsten Fall ein Hirnödem mit Schwellungen und Flüssigkeitseinlagerungen im Gehirn. Zudem können Teile des Gewebes so geschädigt werden, zum Beispiel der Nieren, dass der Hund kaum eine Überlebenschance hätte, wenn er noch lebend befreit werden konnte.
Bei 42 Grad gerinnt Eiweiß. Das Innere eines Autos kann sich in wenigen Minuten, je nach Außentemperatur und Sonneneinstrahlung, schnell weit darüber erwärmen. Der Hund versucht, den Temperaturanstieg seines Körpers auszugleichen durch Hecheln und Transpiration über die Pfoten. Die kühlende Wirkung setzt in jedem Fall erst etwa 20 Minuten nach Beginn ein. Doch der eingesperrte Hund hechelt in einem brütend heißen Wagen, verliert dabei zusätzlich noch sehr viel Flüssigkeit, und steht mit den Pfoten auf warmen Polstern. Was bringt das? Richtig: fast nichts.

Was Sie tun können

Wenn Sie einen Hund im Auto sehen, der stark hechelt, vielleicht jault oder aber apathisch wirkt, versuchen Sie, den Besitzer ausfindig zu machen. Sollte dies nicht binnen kurzem möglich sein, rufen Sie die Polizei. Ist zu befürchten, dass sie nicht rechtzeitig eintreffen wird, können vielleicht nur noch drastische Maßnahmen helfen.

Das Einschlagen der Scheibe ist grundsätzlich Sachbeschädigung, doch es gibt Ausnahmen bzw. Rechtfertigungsgründe, zum Beispiel wenn man im Interesse des Tierhalters handelt. Juristisch heißt dies „Handeln mit mutmaßlicher Einwilligung des Verletzten“ (Anm.: dessen Rechte verletzt werden). Zulässig ist sie dann, wenn die Notsituation des Tieres nicht anders abgewendet werden könnte. Dies muss aber derjenige, der die Scheibe zerstört, nachweisen. Insofern kann nur jedem geraten werden, sich einen oder mehrere Zeugen dafür zu suchen, dass Versuche, den Halter ausfindig zu machen, fehlgeschlagen sind bzw. aus zeitlichen Gründen keine andere Möglichkeit blieb, um den Hund zu retten. Leider müssen die Aufmerksamen von uns oft für andere mitdenken.

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