Tipps für Hunde-Spaziergänge in Herbst und Winter

Trotz Regen, Matsch, Nebel und Kälte: Hunde müssen auch im Herbst und im Winter raus an die frische Luft und ihr Geschäft verrichten. Wir haben 5 Tipps, auf was während Spaziergängen mit Hunden im Herbst und im Winter zu achten ist.

Tipps für Hunde-Spaziergänge in Herbst und Winter.
Tipps für Hunde-Spaziergänge in Herbst und Winter. © Halfpoint-stock.adobe.com

Auch im Herbst und im Winter müssen Hunde mehrmals täglich raus an die frische Luft. Bei den Spaziergängen gibt es einige Besonderheiten zu beachten, denn in den kalten und dunklen Jahreszeiten existieren für Hund und Halter etliche Gefahren. Auf diese fünf Aspekte sollten Sie bei Herbstspaziergängen und Winterspaziergängen mit dem Hund besonders achten.

1. Rutschgefahr beim Herbst- und Winterspaziergang mit dem Hund

Feuchtes Wetter und Falllaub sind eine gefährliche Mischung. Kommt dann noch der erste Bodenfrost dazu, wird der Boden glitschig und rutschig.

Egal ob Sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind: Wenn Ihr Hund an der Leine zieht, können Sie schnell ausrutschen. Außerdem können Auto-, Motorrad- und Fahrradfahrer bei Glätte und Nässe nicht so schnell bremsen, weshalb bei Spaziergängen in Herbst und Winter doppelte Vorsicht geboten ist.

Achtung: Leicht gefrorene Gewässer sind tückisch, das Eis ist noch sehr dünn und kann einbrechen.
Bei Hunde-Spaziergängen in Herbst und Winter ist es glatt und rutschig.
Bei Spaziergängen in Herbst und Winter ist es glatt und rutschig.© alexei_tm-stock.adobe.com

2. Eicheln und Kastanien sind für Hunde lebensbedrohlich

Beim Herbstspaziergang mit Ihrem Hund sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Ihr Hund weder Eicheln noch Kastanien frisst oder anknabbert. Eicheln enthalten die für Hunde giftige Substanz Tannin. Je nach Menge kann der Hund davon Erbrechen oder Durchfall bekommen oder ein tödliches Nierenversagen erleiden.

Außerdem kann es auch dazu kommen, dass verschluckte Eicheln zu einem lebensbedrohlichenDarmverschluss führen. Kleine Eichel-Stücke, vor allem die spitze Schale, können zudem die Darmwand verletzen. Dasselbe gilt für Kastanien.

Vorsicht ist in diesem Zusammenhang vor allem geboten, wenn der Hund in einem Laubhaufen wühlt: Hier kann er Eicheln und Kastanien verschlucken, ohne dass Sie es bemerken. Außerdem verbergen sich im Laub häufig Wurmeier. Daher sollten Sie auch im Herbst eine Wurmkur machen.

Hunde sollten bei Herbstspaziergängen keine Eicheln fressen.
Hunde sollten bei Herbstspaziergängen keine Eicheln fressen.© Virginia-stock.adobe.com

3. Hund beim Spaziergang nicht aus Pfützen trinken lassen

Während des Herbst- und Winterspaziergangs sollten Hunde nicht aus Pfützen trinken. Denn in den Pfützen können sich Bakterien sammeln, die kleine Nagetiere wie Mäuse oder Ratten über den Urin ausscheiden. Die sogenannten Leptospiren fühlen sich in stehenden Gewässern besonders wohl.

Trinken Hunde aus Pfützen oder Wasserlöchern, die diese Bakterien erhalten, infizieren sie sich mit der tödlichen Krankheit Leptospirose!

Diese Gefahr besteht nicht nur in Herbst und Winter, sondern ganzjährig! Die Leptospiren fühlen sich in warmen Gewässern besonders wohl, halten sich aber auch in kühlen Gewässern mehrere Wochen! Gerade im Herbst regnet es oft und die Pfützen sind ständig gefüllt.

Symptome von Leptospirose bei Hunden

Die Bakterien breiten sich etwa innerhalb einer Woche im Hundekörper aus. Die ersten Symptome von Leptospirose während dieser Zeit sind bei Hunden häufig unspezifisch. Dazu gehören unter anderem:

  • Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • Hund ist schlapp
  • Durchfall/ Erbrechen
  • gelbliche Schleimhäute

Wird der Hund im Anfangsstadium der Krankheit nicht behandelt, so kommt es zum tödlichen Nierenversagen. Daher ist es wichtig, dass Sie…

  1. ... Ihren Hund gar nicht erst aus Pfützen trinken lassen.
  2. ... Ihren Hund in den folgenden Tagen genau beobachten, falls er doch aus einer Pfütze getrunken hat.
  3. ... bei ersten Symptomen, auch bei unspezifischen, sofort einen Tierarzt aufsuchen.

Impfung gegen Leptospirose bei Hunden

Es gibt Impfungen gegen Leptospirose bei Hunden. Hierbei ist es allerdings wichtig, dass ein Impfstoff verwendet wird, der gegen alle vier Unterarten des Erregers schützt. Ältere Impfstoffe erfüllen dieses Kriterium oft nicht, weshalb auch geimpfte Hunde an Leptospirose erkranken können. Fragen Sie am besten Ihren Tierarzt um Rat.

Nicht vollständig geimpfte Hunde sollten bei Spaziergängen niemals aus Pfützen trinken!
Nicht vollständig geimpfte Hunde sollten bei Spaziergängen niemals aus Pfützen trinken!© nataba-stock.adobe.com

4. Gute Sicht auch beim Spaziergang in Herbst und Winter

Im Herbst und im Winter wird es spät hell und früh dunkel. Morgen- und Abendspaziergänge finden daher häufig in der Dämmerung oder im Dunkeln statt. Darauf sollten Sie deshalb beim Spaziergang achten:

  • Statten Sie sich selbst sowie Ihren Hund mit Lichtern aus. Das ist wichtig, damit Auto- oder Radfahrer sowie Jogger Sie schon von weitem erkennen.
  • Wenn Ihr Hund frei laufen darf, ist es besonders wichtig, dass Sie auch ihn mit einem Leuchthalsband oder -geschirr ausstatten.
Achtung: Reflektoren blinken nur, wenn Licht darauf fällt. Wo keine Straßenbeleuchtung ist, macht nur das Leuchthalsband auf seinen Träger aufmerksam.
Auch der Hund sollte bei Spaziergängen in Herbst und Winter mit Lichtern ausgestattet werden.
Auch der Hund sollte bei Spaziergängen in Herbst und Winter mit Lichtern ausgestattet werden.© Angela Rohde-stock.adobe.com

5. Hund vor und nach Herbst- und Winterspaziergängen richtig pflegen

Hinsichtlich Fellpflege und Gesundheit des Hundes gibt es im Herbst und im Winter einige Besonderheiten. Auf diese Aspekte sollten Sie vor, während und nach einem Spaziergang in den kalten Jahreszeiten achten:

  • Halten Sie Ihren Hund bei Kälte ständig in Bewegung! Den meisten Hunden macht die Kälte nichts aus. Stehen Sie allerdings länger auf einer Stelle, zum Beispiel wenn der Besitzer sich länger mit jemandem unterhält, können sie auskühlen und frieren.
  • „Winterkleidung“ brauchen die meisten Hunde nicht. Sie sind durch ihr Winterfell vor der Kälte geschützt. Eine Ausnahme bilden hier besonders junge, alte oder kranke Hunde oder Hunde ohne Unterfell (z.B. Chihuahua).
  • Nässe ist meist gefährlicher als Kälte: Ist Ihr Hund durch Regen, Schnee oder einen Sprung ins Wasser nass geworden, kann er sich nicht mehr richtig warm halten. Er muss schnell wieder trocken werden, sonst erkältet er sich. Bei komplett nassen Hunden reicht das Abrubbeln mit einem Handtuch nicht aus.
  • Untersuchen Sie Ihren Hund vor der Rückkehr vom Spaziergang nach Hause auf Flöhe. Hat der Hund in einem Laubhaufen gewühlt, in dem sich ein Igel aufgehalten hat, können Flöhe auf Ihren Hund übergesprungen sein.
  • Passen Sie die Futtermenge an die Temperaturen an: In den kalten Jahreszeiten kostet ein Spaziergang mehr Energie, weshalb Sie die Futtermenge leicht erhöhen sollten. Die Betonung liegt hier auf leicht, denn Übergewicht sollte der Hund natürlich nicht entwickeln. Führen Sie die Umstellung langsam durch, um den Verdauungstrakt des Hundes zu schonen.
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