Katzenakne: Ursachen, Diagnose, Therapie

Bei Katzen sind Pickelchen und Mitesser keine Sache des Alters: Die Feline Kinnakne kann Katzen jeder Altersstufe treffen. Lesen Sie alles über Ursachen, Diagnose und Therapie.

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Katzenakne tritt vor allem in der Kinnregion auf.© Shutterstock/PHOTOCREO Michal Bednarek

Die Feline Kinnakne ist eine recht häufige Hauterkrankung bei Katzen. Sie betrifft Kater und Kätzinnen gleichermaßen und kann in jedem Alter auftreten. 

Viele Katzen ertragen eine Manipulation am Kinn nur ungern. Das Quetschen irrtiert die Haut zusätzlich, beim Ausdrücken können Schmutz, Talgreste und Co. ins umliegende Gewebe gelangen und dort weitere Entzündungen auslösen. Anti-Pickel- und Akne-Cremes sowie Waschlotionen für Menschen sollten niemals bei Katzen angewendet werden. Entdecken Sie bei Ihrer Katze Katzenakne, sollten Sie einen Termin beim Tierarzt vereinbaren. 

Bitte beachten Sie: 
Das unsachgemäße Ausdrücken von Pickeln kann bei Katzen die Sache eher verschlimmern als verbessern. 
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Beim Streicheln kann man die Kinnregion abtasten. © Stock.adobe.com/Amphawan

An welchen Körperstellen tritt Katzenakne auf? 

Besonders im Kinnbereich befinden sich bei Katzen viele Talgdrüsen, die mit Haarfollikeln verbunden sind. Das ölige Sekret, das sie absondern, hält die Haut geschmeidig und das Fell glänzend. 

Auch an Ober- und Unterlippe, im Stirnbereich und am Schwanzansatz befinden sich daher viele dieser Drüsen. 

Wie erkennt man Katzenakne? 

Katzenakne wird durch eine Überaktivität der Talgdrüsen ausgelöst: Talg und Keratin werden im Übermaß produziert und können nicht mehr abfließen. Die Haarfollikel werden gedehnt und es entstehen „Mitesser“, die sich als schwarze oder dunkelgelbe Pickel auf der Haut abzeichnen. Die Größe der Pickelchen kann variieren: Manchmal sind sie sehr klein und zahlreich, was den Eindruck eines schmutzigen Kinns entstehen lässt. Auch einzelne, große Pickel oder kleine, teilweise gerötete Knötchen sind möglich. 

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Dunkle Flecken am Kinn können ein Zeichen für Katzenakne sein. © Stock.adobe.com/MarcoMarinuzzi

Ursachen für Katzenakne

Noch ist unklar, wieso manche Katzen an Feliner Kinnakne erkranken. Einige Faktoren scheinen die Entstehung der Krankheit zu begünstigen:

  • Stress
  • mangelhaftes Putzverhalten
  • geschwächtes Immunsystem

Auch Hygiene im Katzenalltag ist wichtig. Plastiknäpfe haben zum Beispiel eine poröse Oberfläche, die zu einer Bakterien-Brutstätte werden kann. Es empfiehlt sich daher, auf Näpfe aus Glas, Metall oder Keramik umzusteigen und diese jeden Tag gründlich zu reinigen. Auch ein etwas erhöhter Napf kann helfen. 

Hat die Katze Schmerzen bei Katzenakne?

Viele Katzen lassen sich von der Anwesenheit der Pickel nicht stören, doch es kann auch vorkommen, dass Bakterien ins Spiel kommen und die lädierte Haut besiedeln. Das führt zu Entzündungen, bei denen all der angesammelte Talg ins umliegende Gewebe gelangt und dort weitere Reizungen hervorruft. 

Rötungen, Haarausfall, Schwellungen, lästiger Juckreiz sowie blutige und/oder eitrige Wunden können die Folge sein. So kann aus einem harmlosen Mitesser-Stadium einer Katzenakne schnell ein ernstes Problem werden, das dringend einer tierärztlichen Behandlung bedarf. 

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Sind Bakterien im Spiel, kann sich Katzenakne auch entzünden. © Stock.adobe.com/F.C.G.

Katzenakne behandeln

Diagnostiziert der Tierarzt Katzenakne, wird er, um die Beteiligung von Bakterien auszuschließen, ein Abklatschpräparat anfertigen und dieses unter dem Mikroskop untersuchen. Sind Bakterien vorhanden, erfolgt eine Antibiotika-Therapie.

In leichteren Fällen weicht der Tierarzt Mithilfe eines warmen, feuchten Tuchs die Haut am Kinn etwas auf und massiert dann mit einem trockenen Tuch den Talg aus den verstopften Follikeln. Vom Tierarzt bekommen Sie außerdem eine spezielle, antiseborrhoische Waschlotion, mit der Sie die betroffene Stelle ein- bis zweimal die Woche reinigen sollten. Das soll die Talgproduktion verringern und der Entstehung neuer Pickel vorbeugen. 

Für zwischendurch empfiehlt der Tierarzt meist Reinigungspads, die mit Desinfektionsmittel speziell für Katzen getränkt sind. Die Reinigungspads müssen speziell für Katzen und auch Hunde gemacht sein. Sie enthalten ein geeignetes Desinfektionsmittel wie Chlorhexidin, das beim Auftragen auf die Haut nicht brennt. Zu oft darf man diese jedoch nicht verwenden, denn das würde die Haut zu sehr austrocknen und die Symptome verschlimmern. Es hilft schon, das Kinn nach jeder Mahlzeit mit einem feuchten Tuch zu säubern. 

Omega-3-Fettsäuren können ebenfalls dabei helfen, Entzündungsprozessen vorzubeugen und die Haut gesund zu halten. Lachsöl ist eine gute Quelle für Omega-3-Fettsäuren.

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Etwas Lachsöl im Futter unterstützt die Haut. © Stock.adobe.com/kozorog

Chronische und hartnäckige Katzenakne 

Katzenakne verläuft in den meisten Fällen milde, kann aber durchaus zu einem dauerhaften oder chronischen Problem werden. Daher ist es umso wichtiger, mit entsprechenden Maßnahmen die Kinnakne unter Kontrolle zu halten. 

Gerade wenn es sich um einen schweren Verlauf handelt und die Haut stark in Mitleidenschaft gezogen ist, kann sich auch das Allgemeinbefinden der Katze verschlechtern. Wenn Appetitlosigkeit, Fieber und deutliche Schmerzäußerungen die Kinnakne begleiten, kann der Tierarzt zusätzliche Behandlungen einleiten. 

Dazu gehören Antibiotika-Injektionen und/oder -salben, Vitamin-A-Salben oder in besonders hartnäckigen Fällen Cortison. Manchmal ist es sinnvoll, dass betroffene Katzen am Kinn Fell lassen – auf einem geschorenen Kinn können sich die Mittel besser auf der Haut verteilen. Ist der Juckreiz übermäßig stark, kann auch ein Halskragen zum Einsatz kommen – er hilft dabei, die Haut vor weiteren Reizungen zu schützen.  

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