Parasitenbefall bei Katzen: vorbeugen und behandeln

Flöhe, Milben und Haarlinge haben ganzjährig Saison. Zecken halten eine Art Winterruhe und Herbstgrasmilben können im Spätsommer und Herbst bei Katzen schlimmen Juckreiz und Hautentzündungen verursachen. Alles zur richtigen Behandlung bei Parasitenbefall finden Sie hier.

Katze kratzt sich
Parasitenbefall führt bei Katzen häufig zu Juckreiz.© Omega – stock.adobe.com

Flöhe sind die mit Abstand am meisten vorkommenden Parasiten und gleichzeitig die häufigste Ursache für Juckreiz bei Katzen. Wohnungskatzen können genauso wie Freiläufer von Flöhen befallen werden, weil die Parasiten als blinde Passagiere an Schuhen und Kleidungsstücken in die Wohnung gelangen.

Flohbefall bei Katzen

Flöhe sind sehr flink und können sich im Fell der Katze gut verstecken. Um einen Befall mit Flöhen zu entdecken, sollte man die Katze auf weißes Küchenpapier stellen und sie mit einem Flohkamm sorgfältig durchkämmen. Braune Krümelchen, die dabei aus dem Fell fallen, feuchtet man an. Wenn sich Krümel nach Befeuchten rot färben, handelt es sich um Flohkot. Nur etwa fünf Prozent der gesamten Flohpopulation leben auf der Katze. Der bedeutende Rest, nämlich Floheier, Larven und Flohpuppen, sind in der Umgebung des Tieres zu finden und können dort viele Monate lang überleben. 

Saugen und Putzen hilft zwar dabei, den Flohnachwuchs zu verringern - Studien haben jedoch gezeigt, dass Eier, Larven und Kokons auch den stärksten Saugstufen und den entschiedensten Wischaktionen entkommen, indem sie sich in Bodenritzen oder in der Tiefe des Teppichflors verkriechen. Den Flohnachwuchs in Textilien (Katzendecke) kann man jedoch durch Waschen bei mindestens 60 Grad und Trocknen im Trockner abtöten.

Im Vordergrund steht die Bekämpfung der Flöhe auf der Katze. Die Abwehr der Parasiten muss mindestens sechs Monate konsequent durchgeführt werden. Erst dann kann man bei reiner Wohnungshaltung davon ausgehen, dass sich keine schlupffähigen Jungflöhe mehr in der unmittelbaren Umgebung der Katze befinden. Bei sehr starkem Befall muss man eventuell noch etwas länger behandeln und bei Freiläufern sollte man sich überlegen, ob man die Tiere nicht ganzjährig mit einem geeigneten Flohmittel vor einem Neubefall wirksam schützt.

Hausmittel und pflanzliche Wirkstoffe richten nichts gegen die Flohplage aus. Beim Tierarzt erhält man Mittel, die gut wirken und verträglich sind. Viele der Präparate helfen auch gegen Zecken oder Milben. Man hat darüber hinaus die Wahl zwischen Halsbändern, Tinkturen zum Auftropfen auf die Haut (Spot-ons) oder Tabletten. Hier variiert die Wirkungsdauer, die Handhabung und die Stärke des Wirkstoffs.

Beachten Sie: Sprays, Shampoos oder Puder wirken kurzfristig und nicht vorbeugend.

Flohbehandlung
Flohbefall kann mit einer Spot-On-Lösung behandelt werden.© goodluz – stock.adobe.com

Zeckenbefall bei Katzen

Zecken sind etwa von März bis November aktiv. Eine festgesaugte Zecke fasst man mit einer Zeckenzange nahe der Haut und zieht sie langsam heraus. Da sich Zecken in der Stichstelle mit einer Art Kitt befestigen, kann es bis zu einer halben Minute dauern, bis sich der Parasit löst. Einem Befall kann man mit Halsbändern oder Spot-on-Präparaten entgegenwirken. Einige Produkte wirken gleichzeitig auch gegen Flohbefall.

Zecke
Zecken saugen sich auf der Haut fest.© Karoline Thalhofer – stock.adobe.com

Milbenbefall bei Katzen

Die häufigste Milbe bei Katzen ist die Ohrmilbe. Während ausgewachsene Katzen häufig keine Symptome eines Befalls zeigen, verursacht die Ohrmilbe bei Kätzchen oder schwachen Tieren eine Ohrentzündung, die durch kaffeesatzartige Krümel auffällt. Bei einer Ohrentzündung muss das Ohr vom Tierarzt gereinigt und mit Salben behandelt werden. Danach müssen alle Katzen im Haushalt mit Spot-on-Präparaten so lange behandelt werden, bis kein Milbennachwuchs mehr vorhanden ist.

Räudemilben verursachen heftige Hautentzündungen mit starkem Juckreiz. Ein Befall mit diesen Parasiten ist in Deutschland glücklicherweise sehr selten. Zum Schutz der anderen Tiere sollte man eine räudige Katze in Quarantäne halten und auf äußerste Hygiene achten. 

Bei der Herbstgrasmilbe, die im Spätsommer und Herbst Saison hat, leben nur die Milbenlarven für einen Zeitraum von drei bis 15 Tagen als Parasiten. Danach fallen die Larven von allein ab. Zur Vorbeugung gegen sie kann man Anti-Zecken-Mittel vom Tierarzt einsetzen.

Ohrmilben
Ohrmilben fallen durch kaffeesatzartige Krümel auf.© Todorean Gabriel – stock.adobe.com

Haarlinge bei Katzen

Haarlinge sind die „Läuse“ der Katze und kommen in Deutschland verhältnismäßig selten vor. Sie machen Katzen nervös und können Haarausfall und Hautentzündungen verursachen. Man kann sie gut mit Anti-Floh-Mitteln vom Tierarzt bekämpfen, sollte das Mittel aber über mindestens sechs Wochen, besser zwei Monate einsetzen, um auch den Haarlings-Nachwuchs sicher zu vernichten.

Haarlinge
Haarlings-Eier sehen unter dem Mikroskop wie Läuse aus.© Stanisaw – stock.adobe.com
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