Ernährung

Harnwegserkrankungen bei Katzen durch die Ernährung vorbeugen

Harnwegserkrankungen bei Katzen sind vielfältig und können von leichteren Beschwerden bis zur Lebensgefahr reichen. Als Katzenhalter kann man diesen Krankheiten durch eine angemessene Ernährung jedoch entgegenwirken. Lesen Sie hier, wie Sie Harnwegserkrankungen bei Katzen durch das Futter vorbeugen können.

Harnwegsprobleme bei Katzen lassen sich durch die Ernährung vorbeugen. ​​​​​​​
Harnwegsprobleme bei Katzen lassen sich durch die Ernährung vorbeugen. © FurryFritz-stock.adobe.com

Harnwegserkrankungen bei Katzen werden unter dem Begriff „Feline Lower Urinary Tract Disease“ (FLUTD) zusammengefasst. Diese beinhalten sowohl Blasenentzündungen als auch lebensbedrohliche Harnröhrenverschlüsse. Damit Katzen gar nicht erst an einer dieser Krankheiten leiden müssen, kann man als Besitzer einige Vorkehrungen treffen. Da Harnwegserkrankungen häufig auch chronisch auftreten, lohnt es sich aber auch, nach einer Erkrankung der Katze mit der Vorbeugung zu beginnen.

FLUTD Management für Katzen durch das Futter

Für die Vorbeugung von Harnwegserkrankungen bei Katzen spielt die Ernährung eine wichtige Rolle. So gelingt die Vorbeugung von Harnproblemen durch die Fütterung:

1. Sicherstellen, dass die Katze viel trinkt

Katzen neigen dazu, zu wenig zu trinken. Das ist jedoch sehr gefährlich und kann eine Ursache für FLUTD sein. Daher sind folgende Punkte wichtig:

  • mehrere Trinkmöglichkeiten bieten
  • zum Trinken animieren, zum Beispiel durch Trinkbrunnen, denn Katzen mögen fließendes Wasser

2. Futterumstellung auf Nassfutter

Katzen, die in der Regel vorwiegend oder gar ausschließlich Trockenfutter bekommen, sollten auf Nassfutter mit hochwertigem Fleisch umgestellt werden. Trockenfutter hat in der Regel einen zu hohen Magnesium- und Phosphorgehalt und einen zu geringen Flüssigkeitsanteil. Nassfutter hingegen enthält automatisch viel Feuchtigkeit.

Führen Sie die Futterumstellung langsam und vorsichtig durch, da gerade Katzen mit sensiblem Magen empfindlich darauf reagieren und es zu Erbrechen oder Durchfall kommen kann. Mischen Sie daher schrittweise das neue unter das alte Futter.

Falls eine Futterumstellung nicht möglich ist, sollte das Trockenfutter in Wasser aufgeweicht werden, sodass die Feuchtigkeit im Futter mindestens 80% beträgt.

3. Übergewicht der Katze vermeiden

Katzen mit Übergewicht sind generell anfälliger für Harnprobleme wie zum Beispiel Blasenentzündungen. Vermeiden Sie deshalb Übergewicht von vornherein.

Ist Ihre Katze bereits übergewichtig, sollten Sie, je nach Ausmaß des Übergewichts, eine Diät in Betracht ziehen. Besprechen Sie das am besten mit Ihrem Tierarzt.

4. Futterplatz richtig wählen

Auch der Ort von Futter- und Wassernapf ist wichtig:

  • In Mehrkatzenhaushalten Futternäpfe nicht nebeneinander stellen
  • Futter und Wassernapf nicht direkt nebeneinander platzieren
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Zur Vorbeugung von Harnwegsproblemen müssen Katzen viel trinken.© denisval-stock.adobe.com

Harnkristalle bei Katzen durch das Futter vorbeugen

Ein weiteres Problem für die Gesundheit von Katzen sind Harnkristalle, je nach Größe auch Harnstein oder Harngrieß genannt. Sie können Schmerzen und Entzündungen verursachen oder zu lebensbedrohlichen Harnwegsverstopfungen führen.

Harnkristalle entstehen durch viele Mineralstoffe im Harn. Da Katzen häufig zu wenig trinken und einen hochkonzentrierten Urin haben, werden die Mineralstoffe nicht immer mit ausgeschieden. Daher ist es auch zur Vorbeugung von Harnkristallen wichtig, dass die Katze ausreichend trinkt. Achten Sie darauf, dass das Katzenfutter nicht zu viel Magnesium und Phosphat enthält.

Spezialfutter für Katzen mit Harnsteinen

Wenn Ihre Katze schon Harnkristalle hat, empfiehlt sich Spezialfutter, das Sie bei Ihrem Tierarzt erhalten. Diese Futtermittel haben einen verminderten Mineralstoff- und Eiweißanteil und versorgen die Katze dennoch mit allen wichtigen Nährstoffen. Außerdem erhöht das Spezialfutter die Harnmenge Ihrer Katze, sodass der Blaseninhalt öfter und besser durchgespült werden kann.

Folgende Aspekte sind zum Spezialfutter zu beachten:

  • nur auf Anweisung des Tierarztes füttern: Es gibt verschiedene Arten von Harnkristallen und nicht jedes Futter ist für jede Art gleichermaßen geeignet. Auch eine falsche Dosierung kann sehr gefährlich für die Katze werden.
  • auf herkömmliche Leckerlis verzichten und dafür das Spezialfutter verwenden
  • füttern Sie mehrere kleine Portionen statt wenige große
Abgesehen von der Fütterung umfasst das FLUTD-Management auch noch andere Aspekte. So ist es zum Beispiel wichtig, mehrere Katzentoiletten an unterschiedlichen, ruhigen Orten zu platzieren, auch bei einer Einzelkatze. Die Katzenklos sollten immer sauber sein und Stress vermieden werden.
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