Katze kratzt an Möbeln: So gewöhnt man es ihr ab

Das Kratzen ist für Katzen eine Notwendigkeit und gehört zum täglichen Verhaltensrepertoire. Erfahren Sie hier, warum Katzen auch oft  an Möbeln kratzen und wie man es ihnen abgewöhnen kann.

Wenn Katzen an Möbeln kratzen, kommt das oft von Langeweile oder Bewegungsmangel.
Wenn Katzen an Möbeln kratzen, kommt das oft von Langeweile oder Bewegungsmangel.© shutterstock.com

Dass Katzen überhaupt erst damit anfangen, ihre Krallen an Möbelstücken abzunutzen, hat verschiedene Gründe. Diese können sein:

  • Die Katze hat keine andere Möglichkeit dazu in der Wohnung, z.B. durch einen Kratzbaum.
  • Die Katze nimmt ihren Kratzbaum nicht an.
  • Der Katze ist langweilig, sie hat Bewegungsmangel.
  • Der Besitzer ist zu inkonsequent.
Die fehlende Konsequenz des Besitzers ist tatsächlich häufig die Ursache dafür, dass Katzen sich angewöhnen, die Möbel als Kratzbaum zu verwenden. Denn bei älteren Möbeln sehen viele Besitzer darüber hinweg und empfinden es als nicht so schlimm, wenn die Katze daran kratzt. Bei neueren Möbeln stört es die meisten hingegen. Das Problem hierbei ist, dass die Katze nicht zwischen alt und neu unterscheiden kann. Deshalb gilt: Entweder, Sie verbieten es ihr komplett oder Sie kommen damit klar, wenn Ihre Katze auch die neuen Möbel zerkratzt.

Katzen das Kratzen an Möbeln abgewöhnen

Die Katze zum Beispiel durch Lärm oder Wasser zu erschrecken, wenn sie an Möbeln kratzt, ist keine Lösung. Das stört nicht nur die Beziehung zwischen Katze und Mensch, sondern wird darüber hinaus auch nicht zum gewünschten Ergebnis führen. Besser ist es, die Ursachen zu bekämpfen. Da das Kratzen an Möbeln häufig von Langeweile oder Bewegungsmangel kommt, sorgen Sie durch regelmäßiges Spielen dafür, dass die Katze ausgepowert und beschäftigt wird. Planen Sie am besten zweimal täglich Zeit für gemeinsames Spielen ein. Außerdem gilt:

  • Auch wenn die Katze allein zu Hause ist, sollte sie die Möglichkeit haben, sich zu beschäftigen, z.B. durch einen Kratzbaum, Spielzeug oder ein Fummelbrett/ -kissen.
  • Wenn sie häufig alleine und möglicherweise sogar einsam ist, sollten Sie auch darüber nachdenken, ihr einen Artgenossen zu kaufen.
  • Stellen Sie zudem sicher, dass es in der Wohnung andere attraktive Kratzmöglichkeiten für Ihre Katze gibt.
Es gibt außerdem spezielles Anti-Kratz-Klebeband zu kaufen, das man an den Möbeln anbringen kann, ohne sie zu beschädigen. Das hält die Katze zusätzlich vom Kratzen an Möbeln ab.

Konsequente Regeln für die Katze

Das A und O, um Katzen das Kratzen an Möbeln abzugewöhnen, ist Konsequenz. Auch wenn man Katzen nicht so erziehen kann wie Hunde und sie meist ihren eigenen Kopf durchsetzen, wissen sie in der Regel ganz genau, was sie dürfen und was nicht - wenn man es ihnen klar kommuniziert. Ein bestimmtes "Nein" wenn die Katze gerade anfangen will, an einem Möbelstück zu kratzen, wirkt oft Wunder. Schreien Sie Ihre Katze aber nicht an! Ihre Katze wird dann entweder bereits aufhören, an dem Möbelstück zu kratzen oder aber sie hält nur kurz inne und macht dann weiter. Ist letzteres der Fall können Sie sie nach dem bestimmten "Nein" wortlos zum Kratzbaum tragen. Wenn die Katze auf das "Nein" hört, belohnen Sie sie mit einer kleinen Streicheleinheit.

Babykatzen und Möbel

Katzenbabys können meist noch nicht in einem Satz auf das Sofa springen, da sie entweder noch zu klein sind oder ihnen die Sprungkraft noch fehlt. Häufig "klettern" sie deshalb am Sofa hoch und halten sich dabei selbstverständlich mit den Krallen fest. Eine Babykatze in solche einer Situation zu verscheuchen ist jedoch kontraproduktiv. Denn dieses Verhalten hat mit Kratzen ganz und gar nichts zu tun!

Der richtige Stoff gegen das Kratzen

Ob die Couch nun bloß neu bezogen werden soll oder ein Neukauf angedacht ist: Krampfhaft nach einem möglichst kräftigen Stoff zu suchen, "der etwas aushält", ist ganz falsch, denn dieser verleitet geradezu zum Krallenschärfen. Sehr glattes Material dagegen ist unattraktiver, ebenso wie weiches, wollartiges, das bei jeder Berührung sofort nachgibt: Die Katze rutscht ab, bleibt hängen, hat keinen Halt, spürt keinen Widerstand - da kommt wenig Freude auf.  Dieser Stoff lädt höchstens zum "Milchtreten" ein.

Die einfachste Übung ist selbstverständlich, wenn die Katze vom ersten Tag ihres Einzuges an allmählich an ihre Grenzen gewöhnt wird. Dann wird sie diese später auch nicht überschreiten und auf ein "Nein" hören. Es sei denn, sie leidet irgendwann unter Langeweile, Einsamkeit oder Bewegungsmangel. Dann kann auch eine "erzogene" Katze mit dem Kratzen an Möbeln anfangen. 

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