Igel füttern: Das müssen Sie beachten

Im Frühling und Herbst benötigen Igel manchmal Hilfe, wenn sie selbst nicht genug Nahrung finden. Lesen Sie hier, wie Sie erkennen, ob ein Igel Hilfe benötigt, und was Sie einem hungrigen Igel am besten füttern. 

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Im Frühling und Herbst benötigen Igel manchmal unsere Hilfe. © Stock.adobe.com/Alexander Erdbeer

Als Wildtiere find Igel eigentlich in der Natur genug Nahrung. Doch gerade im Frühling und im Herbst kann es notwendig sein, Igel im Garten zu füttern. Lesen Sie hier, wann Sie Igel füttern sollten und welches Futter Sie den Tieren am besten anbieten sollten. 

Wann sollte man Igel füttern?

Das Wildtier Igel sollte man nicht grundsätzlich füttern. Igel können auch ohne den Menschen überleben. Sie begeben sich in den Winterschlaf, sobald die Temperaturen dauerhaft unter fünf Grad Celsius betragen und das Nahrungsangebot abnimmt. 

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In Laub- und Reisighaufen halten Igel gerne Winterschlaf. © Stock.adobe.com/Christine Kuchem

1. Igel im Frühling füttern

Erwacht der Igel aus dem Winterschlaf (meist Ende März bis Mitte April), ist es sehr hungrig und muss seine Energiereserven aufladen. Bei milden Temperaturen finden Igel ausreichend Insekten. Ist jedoch das Wetter unbeständig oder der Boden noch gefroren herrscht Nahrungsmangel. Lebt ein Igel in Ihrem Garten, sollten Sie ihm jetzt Futter anbieten. 
 

2. Igel im Herbst füttern

Alle Igel müssen sich im Herbst genug Kraftreserven anfressen, um den langen Winterschlaf unbeschadet zu überstehen. Gerade Igelmütter haben bei der Aufzucht ihrer Jungen viel Energie verloren. Während männliche Igel sich bei Temperaturen um fünf Grad Celsius schon in den Winterschlaf begeben, sind Igelweibchen noch deutlich länger auf der Nahrungssuche.

Auch spätgeborene Jungtiere haben es schwer, sich vor dem Kälteanbruch eine ausreichende Speckschicht anzufressen. Jungtiere, die Anfang November weniger als 500 Gramm wiegen, überstehen den Winter meist nicht. 

Frühling und Herbst sind Jahreszeiten, in denen es unter bestimmten Umständen Sinn macht, Igel zu füttern. 

An diesen Anzeichen erkennen Sie, dass ein Igel zu dünn ist

Für Laien ist es nicht immer leicht zu erkennen, ob ein Igel gut genährt oder zu dünn ist. An diesen Anzeichen erkennen Sie, dass ein Igel ausgezehrt ist und Futter benötigt: 

  • Einbuchtung hinter dem Kopf
  • Birnenförmige Statur
  • Eingefallene Augen
  • Igel sucht auch tagsüber nach Futter
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Katzenfutter eignet sich für Igel sehr gut. © Stock.adobe.com/B.Plank/imBILD.at

Erste Hilfe für Igel im Spätherbst und Winter

Finden Sie im Spätherbst oder Winter einen ausgezehrten Igel, sollten Sie unbedingt Hilfe leisten. Stellen Sie ihm eine kippsichere, flache Schale mit frischem Wasser in die Nähe seines Unterschlupfs und füttern Sie ihn regelmäßig. Zur Erstversorgung eignet sich Katzenfutter, gekochtes Ei oder angebratenes und ungewürztes Hackfleisch.

Wirkt der Igel krank oder sehr schwach, nehmen Sie unbedingt Kontakt mit einer regionalen Igelhilfe auf. Auch Ihr Tierarzt kann den Gesundheitszustand des Igels beurteilen. 

Womit soll man Igel füttern?

Möchten Sie einen Igel füttern, können Sie auf verschiedene geeignete Futtermittel zurückgreifen. Igel-Experten raten davon ab, das im Handel erhältliche Igel-Feucht- und Trockenfutter zu kaufen. Wichtig ist ein hoher Eiweißgehalt. Am besten bieten Sie dem Igel folgendes an: 

  • Hackfleisch: angebraten, ungewürzt, nicht gesalzen
  • Eier: hartgekocht und zerdrückt oder als Rührei (in Pflanzenöl ohne Salz und Gewürze angebraten)
  • Katzenfutter: kann mit etwas Igeltrockenfutter, Haferflocken oder Weizenkleie vermischt werden
  • Geflügel: Huhn oder Pute, gekocht und klein geschnitten

Das Futter für den Igel sollte Zimmertemperatur haben und dem Igel bei Dämmerung in der Nähe seines Unterschlupfs angeboten werden. Zusätzlich sollten Sie dem Igel auch immer Wasser in kippsicheren, flachen Schälchen bereitstellen. 

Achtung! Das dürfen Igel nicht fressen: 

  • Obst
  • Gemüse
  • Milch und Milchprodukte
  • Getreideprodukte
  • Nüsse
  • Rosinen
  • Babybrei für Menschenkinder
  • Speisereste
  • Küchenabfälle 
Wichtig: Milch und Milchprodukte dürfen Igel nicht fressen! Igel haben eine Laktoseintoleranz, sie bekommen schweren Durchfall, der zum Tod führen kann. 
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Auch Wasser sollte den Igeln angeboten werden. © Stock.adobe.com/inkevalentin

So können Sie Igeln außerdem helfen

Um Igeln zu helfen, sollten Sie Ihren Garten igelfreundlich gestalten. Als trockene Rückzugsorte können dem Igel trockene Laub- und Reisighaufen dienen. Außerdem können Sie ein Igelhaus aufstellen. Das kann man auch ganz einfach selber machen. Verzichten Sie im Sommer auf den Einsatz von Mährobotern. Diese werden zur tödlichen Gefahr für Igel. 
 

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