Hund leckt Pfote: Das steckt dahinter

Leckt sich Ihr Hund die Pfoten, muss das zunächst nichts Beunruhigendes bedeuten. So wie den Rest des Körpers pflegen Hunde auch ihre Pfoten mit der Zunge. Nimmt das Verhalten jedoch Überhand, muss dringend nach der Ursache gesucht werden.

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Wenn Hunde exzessiv ihre Pfoten lecken, steckt vielleicht ein gesundheitliches Problem dahinter© stock.adobe.com/chendongshan

Das Lecken der Pfoten beim Hund ist ein ganz normales Verhalten und gehört zur Körperpflege. Besorgniserregend wird es dann, wenn das Lecken exzessiv wird und überhandnimmt. Hier ist es Wichtig, den Unterschied zwischen Normalverhalten und einer Verhaltensstörung zu erkennen. Bei letzterem kann entweder eine physische oder eine psychische Ursache der Grund sein.

Hund leckt Pfote – Physische Ursachen

Wenn Hunde ihre Pfoten lecken, kann das Teil der täglichen Körperpflege sein. Tritt dieses Verhalten übermäßig auf, sollten Sie unbedingt die Pfoten Ihres Hundes untersuchen. Nicht selten können Fremdkörper oder krankheitsbedingte Ursachen für das Verhalten verantwortlich sein.

Zu lange Krallen

Werden die Krallen des Hundes zu lang, stören sie den normalen Bewegungsapparat des Hundes. Im Normalfall wetzen sich Krallen beim täglichen Spaziergang von selbst ab, wodurch sie kurzgehalten werden. Doch gerade bei alten oder kranken Hunden, die sich nicht mehr so viel bewegen können, fällt dieses natürliche Krallenstutzen weg. In extremen Fällen können sich die spitzen Krallenenden sogar in die Ballen bohren und Wunden verursachen. Um diese Ursache auszuschließen, sollten Sie die Pfoten des Hundes kontrollieren und überprüfen, ob die Krallen vielleicht der Grund für die Verhaltensauffälligkeit sind.

Fremdkörper

Tritt übermäßiges Lecken nach einem Spaziergang auf, ist mit großer Wahrscheinlichkeit ein Fremdkörper zwischen den Ballen für das Lecken der Pfoten verantwortlich. Häufig sind es kleine Steine, spitze Äste, ein Stachel oder einfach Dreck, der sich zwischen den Pfoten gesammelt hat. Für den Hund ist das so wie bei uns, wenn wir einen Stein im Schuh haben. Damit sich keine Druckstellen oder offene Wunden bilden, sollten die Pfoten prophylaktisch nach jedem Spaziergang untersucht werden. Besonders Halter von Hunden mit langem Fell werden dieses Problem kennen. Hier kann es auch helfen das Fell zwischen den Ballen mit einer dünnen Schere zu kürzen. Das verringert die Wahrscheinlichkeit, dass sich Dreck oder andere Fremdkörper verfangen oder das Fell verklumpt.

Eine offene Wunde

Schneiden wir uns leicht in den Finger, neigen wir dazu diesen abzulecken, um die Blutung zu stillen. Hunde machen es genauso. Entdecken Sie bei Ihrem Hund eine offene Wunde, muss diese nicht nur desinfiziert, sondern auch gut verbunden werden.

Parasitenbefall

Manchmal kann die Ursache für ein übermäßiges Lecken der Pfoten ganz klein sein. Es reichen schon zwei Millimeter kleine Haarlinge, Zecken, ein Milben- oder Pilzbefall aus, um unseren Hund in den Wahnsinn zu treiben. Nisten sich diese nämlich zwischen den Pfoten ein, kann das Juckreiz verursachen. Durch den ständigen Druck, der beim Laufen auf den Pfoten entsteht, wird die Haut zusätzlich gereizt.

Überprüfen Sie also genau, ob eine Zecke an den Pfoten vorhanden ist, oder ob die Haut an der Pfote einen Ausschlag hat. In diesem Fall sollten Sie zum Tierarzt gehen. Im Sommer ist zudem die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Hund beim Spaziergang oder Spielen auf eine Biene getretenist. Ein Insektenstich lässt sich dann an einer warmen Schwellung und einer zitternden Pfote erkennen. Schauen Sie unbedingt nach, ob der Stachel eventuell noch in der Pfote steckt und entfernen Sie diesen gegebenenfalls.

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Ein Parasitenbefall kann starken Juckreiz auslösen und für das auffällige Verhalten des Hundes verantwortlich sein© stock.adobe.com/jackienix

Allergie

Wenn alle bisher genannten Ursachen ausgeschlossen werden konnten, leidet der Hund vielleicht an einer Allergie. Diese kann durch ein verwendetes Reinigungsmittel für den Fußboden verursacht werden.

Psychische Ursachen

Wenn alle physischen Ursachen ausgeschlossen werden können, ist das erstmal eine beruhigende Nachricht. Das bedeutet allerdings auch, dass die Suche weitergeht und wahrscheinlich ein psychischer Grund für die Verhaltensauffälligkeit verantwortlich ist.

Übersprunghandlung

Ob bellen, im Kreis drehen oder beißen ins Graß – viele Hunde neigen zu Übersprunghandlungen. Das übermäßige Lecken der Pfoten kann dazugehören. In diesem Fall fühlt sich der Hund gestresst und weiß nicht, wie er sich verhalten soll und sucht ein Ventil in einem der genannten Verhaltensmuster. Das ist oftmals beim Training zu beobachten, wenn Halter ihrem Hund einen neuen Trick beibringen und dieser zu Beginn noch nicht weiß, was er tun soll. Hier helfen kleine Trainingsschritte, Pausen und viel Lob, um den Hund nicht zu überfordern oder zu frustrieren. Bei Übersprunghandlungen kann auch ein gezieltes Training mit einem Hundetrainer helfen.

Langeweile

Besonders körperlich und geistig unterforderte Hunde neigen dazu, sich aus Langeweile lästiges Verhalten anzugewöhnen. Das Lecken kann dazugehören. Hier reicht es nicht aus, den Hund für eine halbe Stunde in den Garten zu schicken oder Tag ein Tag aus dieselbe Strecke zu gehen. Der Halter ist aktiv gefragt und muss sich intensiv mit dem Hund beschäftigen. Suchspiele, das Lernen neuer Tricks oder das Erkunden neuer Gassi-Runden können dazu gehören. Abwechslung tut nicht nur dem Halter, sondern auch seinem Hund gut. Denn nur ein psychisch und physisch ausgelasteter Hund ist ein glücklicher Hund.

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Eine prophylaktische Pfotenpflege sollte bereits im Welpenalter trainiert werden© stock.adobe.com/glazunoff

Tipps für die Pfotenpflege beim Hund

Damit man im Ernstfall den Hund problemlos an den Pfoten untersuchen kann, empfiehlt es sich, den Hund von klein auf an das Abtasten der Pfoten zu gewöhnen. Mit diesen einfachen Tipps gelingt eine problemlose Pfotenpflege:

  • Prophylaktisches Abtasten und Untersuchen der Pfoten
  • Regelmäßige Krallenpflege
  • Haare zwischen den Ballen kurz halten
  • Einschmieren trockener Ballen mit Pfotenbalsam (besonders im Winter)

Wenn die Ursachen für das übermäßige Lecken der Pfoten noch nicht geklärt ist, hilft es nicht, dem Hund das Verhalten zu verbieten. Erst nach dem feststellen einer Diagnose kann dementsprechend mit der Behandlung begonnen werden.

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