Warum bellen Hunde?

Wie viel ein Hund bellt, hängt zwar auch von seiner Rasse und seiner Erziehung ab, aber es handelt sich auch um ein angeborenes Verhalten: Es ist die Sprache der Vierbeiner. Wenn Ihr Hund bellt, will er Ihnen etwas sagen.

Warum Hunde bellen
Hunde bellen, aber warum?© shutterstock.com / Sundays Photography

Alle Hunde bellen, die einen mehr, die anderen weniger. Doch diese berühmt-berüchtigte "Bellfreudigkeit" der Hunde ist nicht nur angeboren und rassespezifisch. Sie ist auch umweltabhängig, partnerabhängig, situationsabhängig.

Das Bellen enthält eine Botschaft

Warum bellen Hunde? Sie wollen ihren Partnern damit etwas sagen. Und was wollen sie sagen? Amerikanische Forscher haben das untersucht und herausgefunden: Hunde geben immer nur "widersprüchlichen Wortsalat" von sich. Sie sagen in einer Tour nichts anderes als: "Kommher gehweg kommher gehweg kommher gehweg ...". Im Hunderudel ist es absolut verständlich und auch absolut ernst gemeint. 

Bellen_Inline.jpg
Durch Bellen können Hunde schon auf die Entfernung kommunizieren.© shutterstock/l i g h t p o e t

4 Kommunikationsmöglichkeiten von Hunden

Hunde, als moderne, lernfähige Rudeltiere, verfügen über eine breite Palette von Kommunikationsmöglichkeiten. Und wenn sie mit anderen "reden" wollen, benutzen sie in der Regel dazu vier unterschiedliche Kommunikationsebenen, vier unterschiedliche "Kanäle":

  • Geruchsebene: riechbare Zeichen setzen und verstehen
  • taktile Ebene: fühlbare Körperkontakte
  • optische Ebene: sichtbare Gesten
  • akustische Ebene: hörbare Signale

Die ersten beiden Kommunikationsebenen setzen Körperkontakt voraus, die dritte funktioniert nur bei Sichtkontakt, die vierte aber überbrückt auch räumliche Entfernungen.

Bellen ist also unter Hunden der Versuch, dem Partner oder Gegenüber ohne Sicht- und Körperkontaktauf Distanz etwas mitzuteilen, auf das der, aus Sicht des Hundes, sofort reagieren sollte. Hunde verstehen und reagieren auf solche "Anrufe" schnell und immer richtig. Menschen aber müssen meist erst mal erkennen, was überhaupt passiert, ehe sie reagieren.

Sichtschutz hilft nicht gegen Bellen 

Ein Sichtschutzzaun ist gut und effektiv, wenn man Menschen und Hunde trennen will. Menschen sind "Augentiere", sie reagieren auf das, was sie sehen. Und wenn sie den Hund hinterm Zaun nicht sehen können, dann reagieren sie eben auch nicht – weder so noch so – dann "übersehen" sie ihn einfach, was einem friedlichen Nebeneinander nur dienlich ist.

Hunde aber hören den Trippelschritt ihres Lieblingsfeindes schon von weitem, sie riechen seine Nähe. Und wenn sie dann wegen des Sichtschutzzaunes nicht kontrollieren können, wie er reagiert, dann wiederholen sie ihr gebelltes "Hau ab!" eben so lange, bis ihnen Nase und Ohren signalisieren: "Der ist weg."

Bellen des Hundes beschwichtigen

Um das Bellen des Hundes zu stoppen, sollte man mit nicht-akustischen Mitteln arbeiten:

  • man zeigt sich seinem Hund (= optische Ebene)
  • man stupst ihn an (= taktile Ebene)
  • man riecht am besten geradezu nach fröhlicher Gelassenheit und regt sich nicht auf (= Geruchsebene)

Und mit einer kleinen Geste, mit einem Mini-akustischen Kontrapunkt, einem kurzen Pfiff oder einem sichtbaren Händeklatscher, der nur dieser Situation vorbehalten ist, signalisiere ich in seine  Aufgeregtheit "Achtung, jetzt ist Schmuse-Knuddel-Leckerli-Stunde!"

"Ein Herz für Tiere" – Die neue Ausgabe jetzt am Kiosk
Aktuelle Meldungen aus der Tierwelt
Großer Haustierratgeber
Mensch & Tier
Wildes Tierleben
Spannende Unterhaltung
EHfT04_01_600pix.jpg