Ernährung

Vor- und Nachteile der beliebtesten Hundeleckerlis

Hundehaltung ohne Leckerlis? Für viele Hundebesitzer ist das fast undenkbar. Gerade bei der Erziehung junger Hunde, aber auch zur Belohnung älterer Hunde wird gerne zum Leckerli gegriffen. Lesen Sie hier, was die Vor- und Nachteile beliebter Leckerlisorten sind und was Sie beim Füttern beachten sollten.

Leckerlis sollten nur in Maßen gefüttert werden. © sasel77-stock.adobe.com

Leckerlis zur Belohnung, Kauartikel zur Beschäftigung oder Speisereste und Süßigkeiten vom Tisch: All diese Hundefutterprodukte können unter dem Begriff „Beifutter“ zusammengefasst werden. Dabei handelt es sich um Futtermittel, die zusätzlich zum normalen Futter gegeben werden, aber keinen besonderen Nährwert haben und somit keinen Futterersatz darstellen dürfen.

Gefahren von Leckerlis für Hunde

Das Füttern von Leckerlis ist mit verschiedenen gesundheitlichen Risiken für Hunde verbunden:

  • Entwicklung von Übergewicht
  • Überversorgung mit Energie und Fehlversorgung von Nährstoffen

Der Grund für diese Gefahren ist der hohe Energiegehalt von Leckerlis, der von Hundehalter häufig unterschätzt wird. Leckerlis sind sehr nährstoffarm und weisen in der Regel keine ausgewogene Zusammensetzung auf. Das gilt meist auch für Kauartikel, die einen zusätzlichen Nutzen wie etwa Zahnpflege versprechen. Außerdem haben Leckerlis bei Hunden in der Regel eine hohe Akzeptanz, weshalb Besitzer dazu verleitet werden, noch mehr davon zu füttern.  

Hundeleckerlis richtig einsetzen

Der Einsatz von Leckerlis und Kauartikeln ist generell möglich, aber immer nur in Maßen. Als Faustregel gilt: Leckerlis sollten weniger als 10 % der ansonsten ausgewogenen und bedarfsdeckenden Tagesration von gesunden und normalgewichtigen Hunden ausmachen.

Tipp: Wenn regelmäßig eine Belohnung benötigt wird, ist es eine sehr gute Alternative, wenn bei der Verwendung eines Trockenalleinfutters eine Portion der Tagesmenge morgens beiseite genommen und über den Tag verteilt als Leckerli verwendet wird.

Es gibt viele verschiedene Leckerlis für Hunde.© Birgit Reitz-Hofmann-stock.adobe.com

Im Überblick: Vor- und Nachteile beliebter Hundeleckerlis

Es gibt viele unterschiedliche Arten von Leckerlis, bzw. Beifutter, die sich in ihrer Zusammensetzung unterscheiden. Sie alle haben Vor- und Nachteile:

 VorteileNachteile

Getrocknete Tiergewebe (z.B. Schweineohren, Ochsenziemer, Sehnen, Kopfhaut)

  • längere Beschäftigung
  • hoher Energiegehalt
  • hoher Gehalt an schwer verdaulichen Eiweißen
  • ungeeignet für Hunde mit bestimmten Erkrankungen (z.B. Nieren- und Lebererkrankungen oder Harnsteine)

Hundekekse auf Getreidebasis

  • häufig relativ eiweißarm und daher evtl. auch in sehr geringen Mengen für Hunde geeignet, die eine eiweißarme Kost erhalten müssen
  • hoher Energiegehalt
  • unausgewogener Nährstoffgehalt

Leckerlis mit Zusatzfunktionen

(z. B. Zahnreinigung oder Unterstützung der Gelenkgesundheit)

  • je nach entsprechender Auslobung (z.B. Zahnpflege) unterstützende Wirkung auf die Gesundheit der Hunde möglich
  • oft recht hoher Energiegehalt
  • unausgewogener Nährstoffgehalt
  • ersetzen keinesfalls eine adäquate Diät

 

Gemüse und Obst (z. B. Möhren und Äpfel)

  • energie- und eiweißarm
  • gut geeignet für Hunde mit bestimmten Erkrankungen oder Übergewicht
  • Zu viel Obst kann eine abführende Wirkung haben.
  • Bestimmte Obst- und Gemüsesorten können für Hunde giftig sein.

 

Trockenfutter

  • Kann von der Tagesmenge abgezogen werden und bietet so eine optimale Leckerli-Variante.
  • Keine

 

Bei der Erziehung junger Hunde sind Leckerlis beliebt. © Christian Müller-stock.adobe.com

Leckerlis für übergewichtige Hunde?

Hunde, die bereits übergewichtig sind, sollten sehr kontrolliert gefüttert werden. Um das Normalgewicht wieder zu erreichen, ist meist ein Verzicht auf Beifutter notwendig. Unter Umständen  reicht ein alleiniger Verzicht auf Leckerlis gar nicht aus und es muss eine komplette Rationsanpassung erfolgen.

Als Belohnung für übergewichtige Hunde kommt daher nur sehr energiearmes Beifutter, beispielsweise Möhren- oder Apfelstückchen, infrage.

Leckerlis bei Unverträglichkeiten

Ein weiterer spezieller Fall sind Hunde mit Futtermittelunverträglichkeiten oder -allergien bei denen schon kleine Mengen einer unverträglichen Komponente Symptome auslösen können. Bei diesen Hunden sollte darauf geachtet werden, dass die Leckerlis ausschließlich die Komponenten aus dem Hauptfutter enthalten.

Speisereste als Hundeleckerlis?

Bei der Verwendung von Lebensmitteln und Speiseresten als Leckerlis muss berücksichtigt werden, dass nicht alles, was dem Menschen gut schmeckt, auch für den Hund geeignet ist. Denn viele Lebensmittel können für Hunde giftig sein. So enthält Schokolade zum Beispiel nicht nur viel Energie und Zucker, sondern auch einen für Hunde toxischen Stoff, das Theobromin. Gerade bei kleineren Rassen kann die Aufnahme von wenigen Gramm Schokolade, besonders von dunkler Schokolade, schon zu Vergiftungen führen.

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