Depressionen beim Hund: Erkennen und behandeln

Auch Hunde können an Depressionen leiden. Zieht sich Ihr Hund immer mehr zurück und wirkt antriebslos, sollten Sie die Ursache ermitteln und gegensteuern. Lesen Sie hier, was eine Depression beim Hund auslösen kann, wie Sie sie erkennen und dem Hund seine Lebensfreude zurückgeben. 

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Zieht sich der Hund immer mehr zurück und ist teilnahmslos, kann eine Depression dahinterstecken.© Stock.adobe.com/ueuaphoto

Der Hund als Rudeltier nimmt eng am Familienleben teil, reagiert auf Stimmungen und ist sehr empathisch. Daher ist es nicht verwunderlich, dass auch bei Hunden ein dauerhaftes Unwohlsein oder gar eine Depression eintreten kann. Depressives Verhalten beim Hund kann kurzzeitig als Folge von Stress, Krankheit und unangenehmen Situationen auftreten. Halten die Symptome an, spricht man auch beim Hund von einer Depression. Lesen Sie hier alles über Symptome, Ursachen und Hilfe, wenn der Hund depressiv erscheint. 

Inhaltsübersicht: 

Wie verhält sich ein depressiver Hund?

Wie sich ein Hund bei Depressionen verhält, ist von seinem Charakter abhängig. Bei einem depressiven Hund fällt meist eine Wesens- oder Verhaltensänderung auf, die sich jedoch auch schleichend entwickeln kann. So ignorieren zum Beispiel eigentlich sehr verspielte Hunde bei Depressionen ihr Spielzeug immer mehr und gutmütige Hunde, die sich eigentlich in jeder Situation freundlich verhalten haben, knurren plötzlich Fremde an. 

Typische Symptome für eine Depression beim Hund sind: 

  • Rückzug, erhöhtes Schlafbedürfnis
  • Teilnahmslosigkeit und Lustlosigkeit
  • Verändertes Fressverhalten
  • Leerer Blick, hängender Kopf und Schwanz
  • Krankheitsanfälligkeit (oft Probleme mit Magen-Darm-Trakt)
  • Aggressives Verhalten
  • selten Unsauberkeit

Diese Symptome sind jedoch auch typische Anzeichen für Schmerzen und Erkrankungen beim Hund. Daher sollten Sie unbedingt einen Tierarzt aufsuchen, wenn Sie diese Symptome bei Ihrem Hund entdecken. 

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Depressive Hunde sind oft völlig teilnahmslos. © Stock.adobe.com/César Torres

Depressiver Hund: Diagnose richtig stellen

Wenn Sie auffällige Veränderungen im Verhalten und Wesen Ihres Hundes beobachten, sollten Sie zuerst vom Tierarzt abklären lassen, ob körperliche Ursachen diese Veränderungen ausgelöst haben. Hat der Hund Schmerzen, sind die Symptome unter Umständen ganz ähnlich wie bei einer Depression. 

Der Tierarzt wird den Hund genau untersuchen und therapieren, wenn nötig. Ist der Hund körperlich gesund, ist es möglich, dass eine Depression das veränderte Verhalten auslöst. Stellen Sie Ihren Hund am besten einem Tierarzt vor, der auf Hundeverhalten spezialisiert ist. Auch ein erfahrener Hundetrainer oder Hundepsychologe können wertvolle Hilfe leisten. 

Wenn Sie die Ursache für eine Depression beim Hund herausfinden wollen, stellen Sie folgende Fragen: 

  • Gibt es Veränderungen im Alltag des Hundes?
  • Findet der Hund nachts Ruhe zum Schlafen?
  • Ist der Hund über- oder unterfordert?
  • Hat der Hund Angst oder Stress?

Oft finden sich hier schon Anzeichen, was dazu geführt haben könnte, dass der Hund sich unwohl fühlt und ein depressives Verhalten entwickelt hat. 

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Ursachen und Hilfe bei Depressionen beim Hund 

Wenn Ihr Hund unter Depressionen leidet, gilt es die Ursache herauszufinden und so schnell wie möglich abzustellen. Das ist ein wichtiger Schritt, dass der Hund aus seiner Niedergeschlagenheit herausfindet und wieder ganz der alte wird. 

Die häufigsten Auslöser für Depressionen beim Hund sind: 

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Viele Hunde werden zu lange alleine gelassen. © Stock.adobe.com/Eva

Depressiver Hund durch Einsamkeit

Einsamkeit und das Gefühl alleine zu sein, ist ein häufiger Auslöser für Depressionen beim Hund. Hunde können lernen auch mal alleine zu sein, jedoch sollten sie nie zu lange oder zu häufig alleine gelassen werden. 

Natürlich sollte man sich schon bei der Anschaffung überlegen, ob man wirklich genug Zeit für das Haustier Hund hat. Ist dies nicht der Fall, sollte man sich besser keinen Hund zulegen.

Doch häufig ändern sich die Verhältnisse auch einfach durch Jobwechsel, Trennung etc. Wenn Sie plötzlich weniger Zeit für Ihren Hund haben, sollten Sie sich alternative Betreuungsmöglichkeiten überlegen, anstatt ihn alleine zu lassen. Das können sein: 

  • Freunde und Verwandte, bei denen sich der Hund wohl fühlt
  • Hundesitter
  • Hundetagesstätte

Ihr Hund kann sich übrigens auch alleine fühlen, obwohl Sie anwesend sind. Nämlich dann wenn er keine oder zu wenig aktive Aufmerksamkeit bekommt. Hunde merken ganz genau, ob wir ihnen unsere Beachtung schenken oder gerade in unser Smartphone vertieft sind. Nehmen Sie sich ganz bewusst und regelmäßig Zeit für Ihren vierbeinigen Partner, in der er im Mittelpunkt steht. 

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Depressiver Hund durch Über- oder Unterforderung

Auch Über- oder Unterforderung kann dazu führen, dass ein Hund depressiv wird. 

Manche Hunde haben einen straffen Zeitplan und jeden Tag ist etwas anderes geboten: Hundeplatz, Hundesport, Joggen, Hundebesuche – manche Hunde kommen nicht mehr zur Ruhe, wenn zu viele unterschiedliche Reize und Aktivitäten anstehen. Wenn Sie vermuten, dass Überforderung der Auslöser für das depressive Verhalten sein könnte, schränken Sie die Aktivitäten schrittweise ein und gönnen Sie Ihrem Hund immer wieder Ruhetage, in denen es nur entspannte Spaziergänge gibt.  

Genauso kann es sein, dass ein Hund durch Unterforderung depressiv wird. Jeden Tag die gleiche Gassirunde und kaum Abwechslung langweilen den Hund auf Dauer. Hiervon sind besonders auch Hunderassen betroffen, die zu spezieller Arbeit (Hüten, Jagd) gezüchtet sind und denen keine Ersatzbeschäftigung geboten wird. 

Werfen Sie also einen genauen Blick auf das Wochenpensum Ihres Hundes. Bessert sich sein depressives Verhalten, wenn er mehr Ruhe hat oder wenn Sie ihn abwechslungsreicher beschäftigen? 

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Depressiver Hund durch Alterserscheinungen 

Auch das Alter und die damit einhergehenden Einschränkungen macht einigen Hunden sehr zu schaffen. Seh- und Hörkraft lassen nach, der Hund wird schwächer und ist nicht mehr so belastbar wie früher. Manche Hundesenioren reagieren darauf sehr gereizt. Auch Demenz kommt bei Hunden vor. Alte Hunde werden dann orientierungslos, fühlen sich unsicher und haben Angst. 

Seien Sie daher sehr geduldig mit einem alten Hund. Beobachten Sie, wo und wann er sich wohlfühlt und gestalten Sie ihm seinen Lebensabend so angenehm wie möglich. 

Auch Hunde, die ihr Leben lang sehr aktiv waren, Hundesport gemacht haben oder eine Aufgabe hatten, können depressiv werden, wenn sie einfach in die gutgemeinte Rente verabschiedet werden. Geben Sie Ihrem Senior unbedingt weitere Aufgaben, die dem Alter angepasst sind. Das können Intelligenzspiele sein oder das Einstudieren von Tricks – Hauptsache er ist weiterhin geistig ausgelastet. 

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Depressiver Hund durch traumatische Ereignisse

Traumatische Erlebnisse können dazu führen, dass Hunde sich immer mehr in sich zurückziehen und eine Depression entwickeln. Häufig sind davon Tierschutzhunde betroffen, die in ihrem Leben schon sehr schlimmer Erfahrungen machen mussten. 

Auch wenn ein Familienmitglied auszieht oder verstirbt, kann das eine Depression beim Hund auslösen – egal ob es sich dabei um einen Menschen oder einen Artgenossen handelt.

Vermuten Sie ein traumatisches Erlebnis als Auslöser für die Depression des Hundes, sollten Sie am besten einen erfahrenen Hundetrainer oder Hundepsychologen mit ins Boot holen. Mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen, kann man dem Hund helfen, sein Trauma zu überwinden. 

Fazit: Depressiver Hund – Rat und Hilfe

Auch Hunde können unter Depressionen leiden. Meist liegt der Auslöser bei Veränderungen im Alltag, zu viel Einsamkeit und Über- oder Unterforderung. Typische Anzeichen für depressives Verhalten beim Hund sind vermehrter Rückzug, Antriebslosigkeit, leerer Blick, aber auch Aggressionen. In einem ersten Schritt sollten Sie immer einen Tierarzt aufsuchen und körperliche Auslöser ausschließen lassen. Oft führen Schmerzen und Erkrankungen zu denselben Symptomen. Kann keine organische Ursache gefunden werden, begeben Sie sich auf Ursachenforschung. Was hat sich im Alltag des Hundes geändert? Haben Sie Geduld und Verständnis mit dem Hund und holen Sie sich Hilfe von professionellen Hundetrainern. 

Depressiver Hund: Mehr Tipps und weiterführende Informationen

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