Mehr Abwechslung für Wohnungskatzen: So ist die Katze auch ohne Freigang glücklich

Oft gibt es für Katzenhalter keine andere Möglichkeit, als ihren Stubentiger als reine Wohnungskatze zu halten. Doch dabei droht die Gefahr, dass die Katze zu wenig Bewegung und Beschäftigung erhält. Hier erfahren Sie, wie Ihre Katze auch ohne Freigang gesund und glücklich bleibt.

So gestalten Sie das Leben von Wohnungskatzen abwechslungsreich.
So gestalten Sie das Leben von Wohnungskatzen abwechslungsreich. © New Africa-stock.adobe.com

Freigang oder Wohnungshaltung für Katzen? Vor dieser Frage stehen viele bei der Anschaffung einer Katze. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Beim Freigang ist ganz klar ein Vorteil, dass die Katze viel Bewegung, Beschäftigung und natürliche Umweltreize hat. Allerdings leben Freigänger-Katzen auch viel gefährlicher. Der Straßenverkehr ist beispielsweise eine der häufigsten Todesursachen von Katzen.

Diese Gefahr besteht für Wohnungskatzen nicht. Allerdings kommen durch die reine Wohnungshaltung andere Probleme auf: Langeweile, Bewegungsmangel, Einsamkeit. Doch das muss nicht sein. Auch ohne Freigang ist die artgerechte Haltung von Katzen möglich, es müssen lediglich ein paar Dinge beachtet werden. Wir erklären Ihnen, welche.

Ausreichend Bewegung für Wohnungskatzen

Das A und O bei Wohnungskatzen: Bewegung und körperliche Auslastung! Wenn die Katze keinen Freigang hat, muss besonders darauf geachtet werden, dass sie sich genug bewegen kann. Das ist essentiell für die Gesundheit der Katze und wichtig, um Übergewicht und damit verbundene Krankheiten wie Diabetes oder Arthrose vorzubeugen.

Häufig staut sich bei Wohnungskatzen außerdem die Energie, die sie nicht rauslassen können, an. Das zeigt sich dann in ihren wilden fünf Minuten, Attacken gegenüber den Menschen oder aber ernsthaften Aggressionen – ein Problemverhalten. Das sollte unbedingt vermieden werden.

Spielen Sie daher täglich ausgiebig mit Ihrer Katze. Mit Jagd- und Fangspielen wie Katzenangeln, Bällen oder Schnüren sorgen Sie für die notwendige Bewegung. Sie können auch einen richtigen Parcours für Ihre Katze aufbauen.

Aber auch, wenn Sie nicht Zuhause sind, sollte die Katze sich bewegen und beschäftigen können. Das funktioniert über die Einrichtung.

Wohnungskatzen müssen sich ausreichend bewegen.
Wohnungskatzen müssen sich ausreichend bewegen. © FurryFritz-stock.adobe.com

Abwechslungsreiche Einrichtung für Wohnungskatzen

Ein wichtiger Aspekt bei der artgerechten Haltung von Wohnungskatzen ist die Einrichtung. Denn auch, wenn der Mensch nicht Zuhause ist, muss sich die Katze bewegen und beschäftigen können. Gestalten Sie Ihre Wohnung als Katzenparadies! Das heißt:

  • Die Katze braucht Möglichkeiten zum Kletternund Springen.
  • Die Katze braucht Möglichkeiten zum Kratzen.
  • Die Katze braucht Möglichkeiten zum Schlafen und Verstecken.

Um Ihrer Katze diese Bedürfnisse zu erfüllen, haben wir folgende Tipps zur Abwechslung für Wohnungskatzen für Sie:

  • Besonders wichtig für Wohnungskatzen ist ein Kratzbaum zum Klettern, Toben, Kratzen, Spielen und Verstecken.
  • Es gibt im Handel Systeme zum Anbringen an der Wand, an denen Katzen herumklettern und -springen können. So wird das Wohnzimmer zum Abenteuerspielplatz.
  • Bauen oder kaufen Sie Höhlen und Verstecke für Ihre Katze.
  • Wie wäre es außerdem mit einem gemütlichen Schlafplatz vor einem Fenster? Katzen lieben es, vom Fenster aus Dinge draußen zu beobachten!
  • Stellen Sie einen Karton auf und legen Sie kleinere Kartonagen oder etwas Papier hinein – die Katze wird es lieben.
  • Für die nötige Pflege gibt es beispielsweise Massage-Bögen für Katzen zu kaufen. So kann es sich die Katze auch gutgehen lassen, wenn der Mensch außer Haus ist.

Tauschen Sie so manche Gegenstände immer mal wieder aus. Das sorgt für noch mehr Abwechslung. Die Grundausstattung sollte der Katze aber selbstverständlich ständig zur Verfügung stehen.

Weitere kreative Ideen für mehr Abwechslung für Hauskatzen finden Sie hier.
Systeme für die Wand schaffen Klettermöglichkeiten für Wohnungskatzen.
Systeme für die Wand schaffen Klettermöglichkeiten für Wohnungskatzen. © FurryFritz-stock.adobe.com

Geistige Auslastung von Wohnungskatzen

Nicht nur die körperliche, auch die geistige Auslastung von Katzen ist wichtig für ihre Gesundheit. Neben Spielen, die zur Bewegung der Katze beitragen, sind deshalb auch regelmäßig Intelligenzspielzeuge notwendig. Hier gibt es viele verschiedene Artikel im Handel.

Ein weiterer Tipp: Wechseln Sie die Spiele, die Sie Ihrer Wohnungskatze anbieten, regelmäßig durch. Auch das sorgt für Abwechslung im Katzenleben!

Gesunde Ernährung für Wohnungskatzen

Ein wesentlicher Aspekt für gesunde und glückliche Wohnungskatzen ist die Ernährung. Denn durch mangelnde Bewegung neigen Wohnungskatzen zu Übergewicht. Sehr tückisch: der stets gefüllte Trockenfutternapf! Trockenfutter ist ein echter Dickmacher, wenn es der Katze ständig und uneingeschränkt zur Verfügung steht.

Die bessere Alternative: Lassen Sie Ihre Katze für das Trockenfutter arbeiten, indem Sie es in einem Intelligenzspielzeug, einem Schnüffelkissen oder einem Fummelbrett verstecken. Dadurch…

  • … frisst die Katze weniger.
  • … muss die Katze sich körperlich und geistig um das Futter bemühen.
  • … wird die Katze während Ihrer Abwesenheit beschäftigt.

Solche Spielzeuge lassen sich auch ganz einfach selber basteln.

Außerdem: Frisches Wasser muss der Katze selbstverständlich immer zur Verfügung stehen!
Für das Trockenfutter zu arbeiten hat für Wohnungskatzen mehrere Vorteile.
Für das Trockenfutter zu arbeiten hat für Wohnungskatzen mehrere Vorteile. © mariellame-stock.adobe.com

Einsamkeit und Langeweile bei Wohnungskatzen vermeiden

Auch wenn Sie sich täglich intensiv Zeit für Ihre Wohnungskatze nehmen: Wenn sie die meiste Zeit des Tages allein in der Wohnung sitzt, z.B. wenn Sie in der Arbeit sind, dann kann sie einsam werden. Und was ist schon schlimmer als Einsamkeit oder Langeweile?

Um Langeweile vorzubeugen, ist es zum einen wichtig, dass Sie dafür sorgen, dass die Katze auch ohne Sie unterhalten ist. Das funktioniert durch die Einrichtung, Intelligenzspielzeuge und Spiele, für die die Katze den Menschen nicht braucht.

Achten Sie außerdem dringend darauf, ob Ihre Wohnungskatze Anzeichen von Einsamkeit zeigt. Ist das der Fall, sollten Sie über einen Katzensitter oder eine zweite Katze nachdenken. Ein Artgenosse kann gerade bei Wohnungskatzen Einsamkeit entgegenwirken.

Selbstverständlich dürfen, egal ob eine oder zwei Katzen, die Streichel- und Kuscheleinheiten mit dem Menschen nicht zu kurz kommen. Auch das gehört zur Beschäftigung von (Wohnungs-)Katzen dazu.

Checkliste: 7 Tipps für mehr Abwechslung für Wohnungskatzen

Zusammenfassend sollten Sie folgende Aspekte beachten, damit Ihre Wohnungskatze ausgelastet und glücklich bleibt:

  1. Spielen Sie täglich mit der Katze und sorgen Sie für ausreichend Bewegung.
  2. Kombinieren Sie aktive Spiele (Katzenangel, Ball etc.) mit Intelligenzspielen.
  3. Richten Sie Ihre Wohnung abwechslungsreich mit Möglichkeiten zum Klettern, Springen, Kratzen und Verstecken ein.
  4. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Katze sich auch beschäftigen kann, wenn sie allein Zuhause ist (Einrichtung, Intelligenzspielzeuge mit Futter gefüllt, Karton, Fensterplatz).
  5. Achten Sie auf eine gesunde Ernährung, um Übergewicht vorzubeugen.
  6. Lassen Sie die Katze für das Trockenfutter arbeiten.
  7. Vergessen Sie die täglichen Streichel-, Schmuse- und Kuscheleinheiten nicht.
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