Diabetes mellitus bei Katzen

Diabetes mellitus, auch als Zuckerkrankheit bekannt, ist bei Katzen eine relativ häufig auftretende Krankheit, die durch einen Mangel an Insulin entsteht. Erfahren Sie hier alles über Ursachen, Symptome und Behandlung der Krankheit Diabetes bei Katzen.

Diabetes ist eine häufige Erkrankung bei Katzen.
Diabetes ist eine häufige Erkrankung bei Katzen.© Evgenia Terekhova-stock.adobe.com

Noch während sich die Katze nach einer Mahlzeit genüsslich die Pfötchen schleckt, werden die Nahrungsbestandteile vom Körper aufgespalten. Zucker landet in Form von Glukose im Blutkreislauf und gelangt von dort in die Zellen, wo er in Energie umgewandelt wird. Eine Schlüsselrolle in diesem Prozess nimmt das von der Bauchspeicheldrüse gebildete Hormon Insulin ein: Es sorgt dafür, dass Glukose von den Zellen aufgenommen werden kann.

Ein absoluter oder relativer Mangel an Insulin ist das Kennzeichen von Diabetes mellitus. Diese Stoffwechselstörung ist auch bei Katzen zur Volkskrankheit geworden, und wie beim Menschen ist der Typ-II-Diabetes die häufigste Form: Er entsteht, wenn die Körperzellen nicht mehr ausreichend auf Insulin ansprechen.

Symptome von Diabetes bei Katzen

Zur Risikogruppe zählen vor allem ältere Katzen sowie übergewichtige und männliche, kastrierte Tiere. Häufig sind auch reine Wohnungskatzen betroffen. Eine Untersuchung bei gesunden Katzen hat gezeigt, dass bei einer Gewichtszunahme um 44% die Insulinsensitivität um 50% ab- und das Diabetesrisiko entsprechend zunahm. Züchter in Australien und Großbritannien berichten zudem, dass Burma-Katzen vermehrt zu Diabetes mellitus neigen. Um Übergewicht zu vermeiden und somit Diabetes so gut wie möglich vorzubeugen und Ihre Katze gesund zu halten, ist eine ausgewogene und gesunde Ernährung notwendig.

Leitsymptome für Diabetes bei Katzen sind:

  • erhöhte Wasseraufnahme
  • Absetzen großer Urinmengen
  • vermehrte Futteraufnahme bei gleichzeitiger Abmagerung.

Bei ungefähr 10% der diabetischen Katzen fällt zudem plantigrader Gang auf, bei dem die Katze beim Laufen den ganzen Hinterfuß aufsetzt.

Übergewicht erhöht das Diabetes-Risiko. ©dennisvdwater-stock.adobe.com

Diagnose von Diabetes bei Katzen

Eine eindeutige Diabetes-Diagnose kann nur der Tierarzt stellen. Dazu wird der Fructosamin-Wert durch eine Blutuntersuchung bestimmt. Dieser Langzeitwert unterliegt keinen stressbedingten Schwankungen, wie es beispielsweise bei der ein Messung des Blutzuckers der Fall sein kann. Ein erhöhter Fructosamin-Wert weist bei der Katze auf das Vorliegen eines Diabetes mellitus Erkrankung hin.

Therapie von Diabetes bei Katzen

Die Therapie bei Diabetes hat immer das Ziel, den Blutzucker so zu regulieren, dass sich die Symptome nicht mehr oder nur noch abgeschwächt zeigen. Dieser Zustand wird als "Remission" bezeichnet. Um ihn zu erreichen, baut die Diabetes-Therapie auf zwei Grundpfeilern auf:

  • regelmäßige Injektion von Insulin in Kombination mit Blutzuckerkontrollen
  • Umstellung von Ernährungs- und Lebensgewohnheiten

Insulin wird zweimal täglich unter die Haut gespritzt. Dabei gilt der Grundsatz: Messen, Mahlzeit, Spritze. Das bedeutet, dass vor jeder Injektion der Blutzuckerwert gemessen wird und sichergestellt ist, dass die Katze gefressen hat, um das Risiko einer gefährlichen Unterzuckerung zu verhindern. Begonnen wird die Insulintherapie mit einer geringen Dosis, die individuell gesteigert wird, bis die Katze optimal eingestellt ist.

Ernährungsumstellung zur Diabetes-Behandlung von Katzen

Eine Ernährungsumstellung ist für Katzen mit Diabetes mellitus nach einer richtigen Einstellung ist essentiell. Kohlenhydratarmes Futter lässt den Blutzucker weniger in die Höhe schnellen. Versteckter Zucker auf der Zutatenliste sollte gemieden werden. Eine Reduzierung des Körpergewichts hilft der Katze ebenso wie regelmäßige körperliche Aktivität: Eine Studie hat gezeigt, dass aktives Spielen für zehn Minuten zur Erzielung einer Gewichtsreduktion genauso effektiv war wie eine Kalorienreduktion des Futters.

Meist dauert es nach Therapiebeginn 2-3 Monate, bis eine optimale Regulierung des Blutzuckerspiegels erreicht ist. Die anfängliche Kontrolluntersuchung beim Tierarzt sollte jeweils nach einer, drei, sechs bis acht sowie zehn bis zwölf Wochen nach Diagnosestellung wiederholt werden. Dabei werden nicht nur die vom Besitzer angefertigten Blutzuckertagesprofile besprochen, sondern auch das Gewicht der Katze und die Fructosamin-Werte kontrolliert.

Die Ausstattung zum Messen des Blutzuckers bei Katzen mit Diabetes. ©Lilli-stock.adobe.com

So messen Sie die Blutwerte Ihrer Katze richtig!

Der Blutzucker wird mit dem sogenannten Glukometer gemessen. Das benötigt für die Messung nur einen winzigen Tropfen Blut, der meist am Ohr entnommen wird. Um den Blutfluss anzuregen, sollte das Ohr leicht massiert und somit erwärmt werden. Die Ergebnisse werden dokumentiert und mit dem Tierarzt besprochen. Der Blutzuckerspiegel unterliegt ständigen Schwankungen und sollte über einen längeren Zeitraum protokolliert werden.

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