Ohrmilben bei der Katze: Ursachen, Symptome und effektive Behandlung

Ohrmilben sind lästige Parasiten, die die Ohren von Katzen befallen. Wie Sie Ohrmilben bei Katzen erkennen, einen Befall behandeln und Ihre Katze schützen können, lesen Sie hier.

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Ohrmilben (Otodectes cynotis) sorgen bei der Katze für einen starken Juckreiz und sind für diese deshalb sehr unangenehm. Wenn Sie Ohrmilben bei Ihrer Katze vermuten, sollten Sie sie möglichst schnell untersuchen und behandeln lassen, um Verletzungen und Infektionen durch das Kratzen und Übertragung auf andere zu verhindern. Welche Behandlungsmethoden gegen Ohrmilben helfen und wie Sie Ihre Katze am besten schützen, erfahren Sie hier.

Inhaltsübersicht

Symptome und Diagnose: Ohrmilben bei Katzen erkennen

Ein Befall durch Parasiten bei der Katze sollte unbedingt frühzeitig erkannt werden, um diesen richtig behandeln zu können. Ohrmilben sorgen bei Katzen für einen starken Juckreiz. Vermehrtes und auffälliges Kratzen am Ohr ist also ein Anzeichen für Ohrmilbenbefall.

Symptome von Ohrmilben bei Katzen

Ansonsten können Symptome und deren Intensität je nach Stärke des Befalls bei jeder Katze unterschiedlich sein.

Während einige Katzen ihre Ohren einfach umklappen, haben andere mit solch einem starken Juckreiz zu kämpfen, dass sie sich blutig kratzen und ihre Krallen tief ins Ohr eindringen.

Folgende Symptome deuten auf Ohrmilben bei der Katze hin:

  • Juckreiz: abgeknickte Ohren, häufiges Kopfschütteln, vermehrtes Kratzen am Ohr
  • kaffeesatzartiges Sekret im Ohr: verstärkt gebildeter Ohrenschmalz vermischt sich mit den Milben zu bräunlichen, krümeligen Belägen
  • Kratzer und blutige Krusten neben dem Ohr
  • unangenehmer Geruch aus dem Ohr
  • Katze hört schlecht
  • Schuppen auf der Haut
  • Katze hat Haarausfall
  • Unkoordinierte Bewegungen
  • Schiefhalten des Kopfes

Nicht jede Katze zeigt bei Befall durch Ohrmilben alle diese Symptome. Bei einigen können sogar die Beläge aus Ohrenschmalz und Milben in den Ohren das einzige Anzeichen sein.

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Diagnose von Ohrmilben bei der Katze

Die Milben im Ohr der Katze sind extrem klein und mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen, weshalb eine eindeutige Diagnose durch den Tierarzt stattfinden muss.

Die Untersuchung beim Tierarzt ist unkompliziert. Mit einem Otoskop (Ohrenspiegel), einem trichterförmigen Werkzeug, das mit Lupe und Lampe ausgestattet ist und so eine genauere Betrachtung des Gehörgangs ermöglicht. Das Licht lässt die Milben im Ohr der Katze aktiver werden und durch die starke Vergrößerung durch das Otoskop, sind so die Milbenkolonien als viele kleine, weiße Pünktchen im Ohr zu erkennen. Wenn zusätzlich das bräunliche Sekret im Ohr vorhanden ist, fällt die Diagnose sehr leicht.

Wenn die Diagnose uneindeutig bleibt, kann noch einen Abstrich des Ohrenschmalzes gemacht werden. Dieser kann dann unter einem Mikroskop genauer betrachtet werden und spätestens hier wären die Milben deutlich zu erkennen.

Ohrmilben können bei Katzen für die Entstehung von Ohrräude (Otitis externa parasitaria) sorgen. Weil Katzen viel zusammengerollt liegen und die Ohren dabei an anderen Körperstellen aufliegen, können die Milben auch das Ohr verlassen und weitere Hautstellen der Katze befallen. Dies muss dann umfassend von einem Tierarzt behandelt werden.
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Behandlung: Was kann man gegen Ohrmilben bei der Katze tun?

Eine umgehende Behandlung von Ohrmilben, wie bei allen Milben bei Katzen, ist sehr wichtig. Nicht nur, weil der Juckreiz für Katzen äußerst unangenehm ist, sondern auch weil vermehrtes Kratzen Verletzungen und Infektionen an wunden Stelle zur Folge haben kann.

Eine Therapie gegen Ohrmilben bei Katzen besteht aus einer medikamentösen Behandlung durch den Tierarzt und begleitende Maßnahmen, die Sie als Tierhalter selbst durchführen sollten.

Wenn weitere Tiere im Haushalt leben, sollten Sie auch diese mit untersuchen und behandeln lassen, damit sie sich nicht gegenseitig immer wieder anstecken. Die Tiere müssen dabei alle je nach Stadium des Befalls unterschiedlich behandelt werden und in einem Mischhaushalt mit anderen Tierarten sollten Sie außerdem darauf achten, die Medikamente nicht zu verwechseln.

Medikamentöse Behandlung durch den Tierarzt

Sie können in jedem Fall das Ohr der Katze mit einem angefeuchteten Tuch vorsichtig reinigen und die Verkrustungen im Ohr zu entfernen. Das weitere Vorgehen sollten Sie mit ihrem Tierarzt besprechen, der je nach Stärke des Befalls folgende Medikamente verordnen wird:

  • Antiparasitikum in Form von Spray, Salbe oder Ohrentropfen
  • entzündungshemmende Salben
  • Antbiotikum bei Ausbreitung der Infektion (Sekundärinfektion)

Das verschriebene Antiparasitikum sollten Sie mehrmals täglich in die Ohrmuschel der Katze einmassieren.

Bei Ohrmilben ist eine konsequente Behandlung über zwei bis drei Wochen notwendig, um jedes Stadium der hartnäckigen Parasiten abzutöten. Die Behandlung muss also auch nach Abklingen der Symptome vollständig abgeschlossen werden, um zu verhindern, dass die Milben wiederkehren.

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Behandlung durch den Tierhalter

Je nach verschriebener Therapie von Ihrem Tierarzt, sollten Sie die Ohren der Katze zusätzlich regelmäßig reinigen. Das sollten Sie nicht mit einem Q-Tipp machen, weil diese das empfindliche Trommelfell verletzen können. Stattdessen können Sie die Ohren-Reinigungspads von AniForte* oder die Ohrenpflege FingerPads von Felisept* verwenden.

Um für die Katze zusätzlich das unangenehmeJucken zu lindern, können Sie außerdem den Ohrenreiniger von AniForte* verwenden, der eine beruhigende Wirkung auf Juckreiz und Entzündungen hat.

Um die Ohrmilben komplett loszuwerden, sollten Sie außerdem unbedingt mögliche kontaminierte Oberflächen mit heißem Wasser gründlich reinigen. Die Milben können in Bürsten, auf Liegeflächen und Decken haften bleiben, wodurch sich die Katze erneut infizieren könnte.

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Hausmittel gegen Ohrmilben bei der Katze

Es gibt einige Hausmittel, die bei der Behandlung gegen Ohrmilben bei Katzen zum Einsatz kommen können:

  • Öle: Das Auftragen von Olivenöl, Rizinusöl oder auch Kokosöl kann dazu beitragen, dass die Milben abgetötet und die Milbeneier entfernt werden. Dafür wird das Öl sanft ins Ohr einmassiert und nach ein paar Minuten Einwirkungszeit mit einem sauberen Tuch entfernt werden.
  • Zitronensäure: Zitronensäure in einer Lösung mit warmem Wasser kann dazu beitragen, dass die Milben abgetötet werden. Dazu wird die Lösung ebenfalls vorsichtig auf das Ohr aufgetragen und nach einigen Minuten Einwirkungszeit mit einem sauberen Tuch entfernt.
  • Apfelessig: Eine ausgeglichene Mischung mit Wasser können Sie auf ein sauberes Tuch geben und damit die betroffene Stelle vorsichtig abtupfen. Apfelessig wirkt antibakteriell, kann bei gereizter Haut aber brennen.
  • Teebaumöl: Teebaumöl wirkt als natürliches Antiseptikum effektiv gegen eine Vielzahl von Bakterien- und Pilzarten. Wenn Sie einige Tropfen auf ein sauberes Tuch geben, können Sie damit vorsichtig das Ohr reinigen.

Bei der Verwendung von Hausmitteln, sollten Sie aber immer beachten, dass diese in der Regel nicht so effektiv sind wie tierärztlich verschriebene Medikamente. Wenn Sie bei Ihrer Katze Ohrmilben vermuten, können Hausmittel die Untersuchung und Behandlung durch einen Tierarzt also nicht ersetzen und sind mehr als temporäre Ergänzung zu verstehen.

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Ursachen und Übertragung von Ohrmilben bei der Katze

Ohrmilben ernähren sich von Hautzellen und Zellbestandteilen im Ohr, indem sie sich auf der Haut festhalten. Sie legen Eier auf der Haut im Katzenohr ab, wodurch aus wenigen Milben schnell eine ganze Horde im Ohr der Katze entsteht. Diese Horde verursacht bei Katzen Juckreiz im Gehörgang.

Katzen können sich an vielen Orten infizieren, wo Kontakte stattfinden. Die Ansteckung kann auf vielfältige Weise erfolgen, sei es durch den Kontakt mit Menschen, Hunden oder Gegenständen. Obwohl Freigängerkatzen aufgrund ihrer erhöhten Kontakte eine größere Ansteckungswahrscheinlichkeit haben, können auch Wohnungskatzen betroffen sein. Wohnungskatzen können in der Wohnung in Berührung mit befallenen Gegenständen kommen oder Sie können die Milben an sie weitergeben, wenn Sie damit in Kontakt gekommen sind.

Besonders gefährdet sind außerdem Jungkatzen, weil ihr Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist und sich die Milben durch den engen Kontakt mit der Mutter leicht übertragen lassen.

Ohrmilben lassen sich meistens nicht von der Katze auf den Menschen übertragen. Neben der, bei Katzen am häufigsten Ohrmilbenart Otodectes cynotis, gibt es aber noch die seltenere Art Notoedres cati, die auch bei Menschen vorkommen kann. Eine Übertragung ist dennoch sehr selten.
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Ohrmilben bei der Katze vorbeugen

Es gibt einige Maßnahmen und Hilfsmittel, um zu verhindern, dass Ihre Katze überhaupt erst von Ohrmilben befallen wird.

Das Spot-On von Boehringer Ingelheim* hält zuverlässig Zecken, Flöhe und auch Milben von der Katze fern, bevor sie diese überhaupt befallen haben. Dafür wird es mit einer Pipette bei der Katze auf die Haut zwischen den Schulterblättern (dafür vorher das Fell scheiteln) aufgetragen.

Wenn Ihre Katze kein Problem damit hat, ist das Halsband von Seresto* noch effektiver, weil es sogar sieben bis acht Monate wirksam vor Parasiten schützt. Besonders für Freiläufer, die viele Kontakte haben, ist dies ein sinnvolles Hilfsmittel zur Abwehr von Ohrmilben.

Außerdem beugt es dem Befall von Parasiten vor, wenn Sie Liegeplätze und Bürsten regelmäßig reinigen.

Sind Ohrmilben für die Katze gefährlich?

In den meisten Fällen sind Ohrmilben für Ihre Katze nicht wirklich gefährlich. Es gibt sogar Katzen, die problemlos jahrelang mit den Parasiten leben können.

Sie verursachen jedoch oft einen erheblichen Juckreiz, der für die betroffenen Tiere äußerst unangenehm sein kann. Es ist deshalb trotzdem wichtig, Ohrmilben bei Katzen schnell und effektiv zu behandeln, um das Wohlbefinden der Katze zu gewährleisten und die Entstehung von weiteren Infektionen zu verhindern.

Obwohl es selten vorkommt, besteht bei unbehandelten Ohrmilbeninfektionen das Risiko, dass sich die Entzündung vom äußeren Ohr auf das Mittel- oder Innenohr ausbreitet. Eine Mittelohrentzündung oder eine Entzündung des Innenohrs kann ernste gesundheitliche Probleme verursachen, wie Gleichgewichtsstörung und Taubheit.

Wenn sich die Infektion ausbreitet, ist eine tierärztliche Behandlung erforderlich, um die Infektion zu kontrollieren und mögliche Komplikationen zu verhindern.

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