Parasiten beim Hund

Zecken beim Hund: vorbeugen, schützen, entfernen

Jetzt im Frühling, wenn der Hund freudig über die Wiese rennt, lauern die Zecken schon im hohen Gras. Hat sich eine Zecke beim Hund festgesetzt, dann heißt es: Schnell handeln! Denn schon kurz nach dem ersten Stich, können die Zecken schwerwiegende Krankheiten auf den Hund übertragen.
 
Zecken beim Hund entfernen © shutterstock.com
Wenn Sie Zecken beim Hund gefunden haben, dann heißt es, schnell handeln.
Zecken beim Hund sind eine ernstzunehmende Bedrohung für die Gesundheit Ihres Vierbeiners. Zeckenschutz ist daher für jeden Hundehalter relevant. Es gibt Mittel zur Vorbeugung, die verhindern, dass sich Zecken beim Hund festsetzen. Außerdem sollten Sie Ihren Hund nach jeder Gassi-Tour auf Zecken absuchen! Haben Sie Zecken gefunden, gilt es  sie schnellstmöglich zu entfernen und richtig zu entsorgen. Wir geben Ihnen Tipps an die Hand.


Welche Krankheiten werden durch Zecken übertragen?

Zecken können auch auf Hunde gefährliche Krankheiten übertragen. Borreliose ist nur eine davon. Zeckenkrankheiten verursachen beim Hund schwere gesundheitliche Schäden. Der Krankheitsverlauf ist oft schleichend, erste Symptome oft nicht eindeutig. Auch wenn es gute Behandlungsmöglichkeiten gibt, geht es nicht immer glimpflich für den Hund aus. Am häufigsten werden diese drei Krankheiten durch Zecken übertragen
  • Borreliose: ist die häufigste Infektion durch Zecken beim Hund. Jede fünfte Zecke ist gefährlich! Schon einen Tag nachdem sich die Zecke festgesaugt hat, kann sie die Borreliose-Erreger auf den Hund übertragen. Der Krankheitsverlauf ist schleichend. Auf eine leichte Erkrankung, die einhergeht mit leichter Appetitlosigkeit und leichtem Fieber folgen einige Wochen bis Monate später schmerzende Gelenkentzündungen, wechselnde Lähmungserscheinungen und Nierenerkrankungen. Diagnostiziert wird Borreliose mithilfe von Blutuntersuchungen. Behandelt wird Borreliose mit Antibiotika, Schmerztherapie und bei Nierenerkrankungen mit entsprechenden Medikamenten und Diäten. Zur Vorbeugung von Borreliose gibt es in Deutschland Impfungen.

  • Anaplasmose: Laut einer Untersuchung an 6000 Hunden hatten 22 Prozent der Tiere bereits Kontakt mit dem Anaplasmose-Erreger, viele Hunde bleiben aber symptomfrei. Bei einer Erkrankung zeigen Hunde Symptome wie Fieber, Schwäche, Appetitlosigkeit, Milzschwellung, Schmerzen am Bewegungsapparat und Lahmheit. Die Diagnose der Anaplasmose erfolgt anhand eines Blutausstrichs und weiterer Laboruntersuchungen. Behandelt wird Anaplasmose mit Antibiotika.

  • Babesiose: ist vor allem in feuchten Gebieten verbreitet. Der Tierarzt und das Veterinärsamt informieren über die Risikogebiete. Die Babesien genannten Blutparasiten zerstören die roten Blutkörperchen und führen zur Blutarmut. Symptome der Babesiose sind hohes Fieber, Appetit- und Teilnahmslosigkeit, rot- bzw. braungefärbter Urin bis hin zur Gelbsucht, Bewegungsstörungen, Lahmheit und Anfällen als Folge der Schädigung des zentralen Nervensystems. Behandelt wird Babesiose mit Medikamenten, Infusionen und Bluttransfusionen. Nicht jeder Hund kann gerettet werden.


Zecken beim Hund richtig entfernen

Rausdrehen oder ziehen? Wie Zecken beim Hund richtig zu entfernen sind, darum ranken sich viele Mythen. Wir zeigen Ihnen, welche Methoden und Hilfsmittel es gibt:
  • Mit den Fingern: Ziehen Sie die Zecke mit Daumen und Zeigefinger vorsichtig aus der Wunde. Greifen Sie die Zecke Nahe an der Haut des Hundes, damit das Mundwerkzeug oder der Kopf beim Herausziehen nicht abgetrennt werden. Sollte das trotz aller Vorsicht doch passieren, so wird dieser Fremdkörper nach und nach selbst abgestoßen. Achten Sie unbedingt darauf, die Zecke nicht zu sehr zu quetschen, sonst können Krankheitserreger in die offene Wunde des Hundes gelangen.

  • Zeckenpinzette: Verenden Sie eine Zeckenpinzette, die vorne gebogen und spitz ist. Packen Sie mit dem Ende der Zeckenpinzette die Zecke beim Mundwerkzeug und ziehen Sie die Zecke kontrolliert heraus.

  • Zeckenkarte: Fixieren Sie die Zecke in der v-förmigen Auslassung der Zeckenkarte und schieben Sie die Zecke mit einer Bewegung nach vorne und nach oben vorsichtig heraus.

  • Zeckenlasso: Legen Sie die Schlaufe des Zeckenlassos nahe der Haut um die Zecke. Verringern Sie den Durchmesser der Schlaufe mit dem Stempel am anderen Ende des Zeckenlassos. Ziehen Sie dann die Zecke vorsichtig aus der Haut.
 
Zecken entsorgen:
Nachdem Sie die Zecke mit einer der oberen Methoden vollständig aus dem Hund entfernt haben, müssen Sie die Zecke richtig entsorgen. Bewährt haben sich folgende Methoden:
  1. Zerdrücken Sie die Zecke mit einem festen Gegenstand.
  2. Ertränken Sie die Zecke in mindestens 40-prozentigem Alkohol oder Chlorreiniger.
 

Effektiver Zeckenschutz für Hunde

Auch wenn viele Hundehalter chemischem Zeckenschutz für Hunde skeptisch gegenüberstehen, können Sie nur mit chemischen Mitteln Ihren Hund zuverlässig gegen Zecken schützen. Dazu gehören:
  • Spot on-Präparate
  • Kautabletten
  • Zeckensprays
  • Zeckenhalsbänder
Hundehalter, die Nebenwirkungen, allergische Reaktionen und gesundheitliche Schäden befürchten, greifen alternativ auf natürlichen Zeckenschutz für Hunde zurück. Das sind beispielsweise:
  • Kokosöl
  • Knoblauchgranulat
  • Bierhefe
Diese natürlichen Zeckenschutzmittel und Nahrungsergänzungsmittel haben sich nicht als zuverlässiger Zeckenschutz für Hunde bewährt, wenngleich sie den Befall durch Zecken etwas reduzieren können. Besonders bei Nahrungsergänzungsmitteln mit Knoblauch ist Vorsicht angebracht. Eine Überdosierung kann für den Hund gefährlich sein. Es ist daher ratsam, sich unbedingt an die Fütterungsempfehlungen der Hersteller zu halten.
 

Fazit: So schützen Sie den Hund vor Zecken

Zecken beim Hund stellen eine nicht zu unterschätzende Gesundheitsgefahr dar. Zeckenkrankheiten wie Borreliose, Anaplasmose und Babesiose können schwere Schäden anrichten. Mit effektivem Zeckenschutz für Hunde können Sie die Gefahr verringern. Bewährt haben sich vor allem chemische Zeckenschutzmittel wie Spot-On, Zeckenhalsband, Zeckenspray und Kautabletten. Natürliche Zeckenschutzmittel bieten keinen zuverlässigen Schutz vor Zecken. Haben sich Zecken bereits festgesaugt, gilt es, sie schnellstmöglich zu entfernen: Zeckenpinzette, Zeckenkarte und Zeckenlasso sind dafür hilfreich. Ist die Zecke vollständig entfernt, können sie sie durch Zerdrücken oder Ertränken in 40-prozentigen Alkohol oder Chlorreiniger entsorgen.