Hund einschläfern - wenn es Zeit für den Abschied ist

Viele Hundehalter müssen irgendwann entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um den geliebten Hund gehen zu lassen. Das Wichtigste ist, dass diese Entscheidung allein zum Wohl des Hundes getroffen wird. Lesen Sie hier, was Sie zum Thema Einschläfern des Hundes unbedingt wissen sollten.

Hund wird eingeschläfert
Der Mensch entscheidet den Zeitpunkt des Einschläferns© stock.adobe.com/lpictures

Es ist nicht immer einfach zu erkennen, wann der richtige Zeitpunkt für den Abschied gekommen ist. Hat der alte, kranke Hund überhaupt noch Freude am Leben? Oder leidet er so sehr, dass es für ihn eine Erlösung wäre, eingeschläfert zu werden? Wie Sie diese schwierige Entscheidung richtig fällen, erfahren Sie hier.

Das Wohl des Hundes ist das Wichtigste

Das Wichtigste ist, dass die Entscheidung, einen Hund einzuschläfern, unabhängig von eigenen, persönlichen Bedürfnissen und Gefühlen getroffen wird. Entschieden wird allein im Sinne und zum Wohl des Hundes! Auf keinen Fall darf die Mühe und Last, die die Haltung eines kranken oder alten Hundes mit sich bringt, Grund dafür sein, das Tier einzuschläfern. Einen Hund aus dem Leben zu reißen, weil er "nicht mehr perfekt" oder unbequem geworden ist, ist ein Verbrechen.

Andererseits ist es aber auch unverantwortlich, Schmerzen und Leiden eines Hundes zu dulden oder die Augen davor zu verschließen. Auch die eigene Angst vor dem Einschläfern und dem schmerzhaften Verlust darf nicht dazu führen, dass sich das geliebte Tier quälen muss. Dies ist missverstandene Liebe – auf Kosten des Tiers.

Wir tragen eine große Verantwortung für unseren Hund. Er ist auf unsere Fürsorge angewiesen – und muss sich darauf auch verlassen können. Wir schulden es ihm, auch bei Krankheit und im Alter für ihn zu sorgen. Ebenso aber schulden wir es ihm, ihn zu erlösen, wenn er sich quält und leidet.

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Leidet der Hund, darf der Halter niemals wegsehen.© stock.adobe.com/atlantagreg

Welche Kriterien sind entscheidend?

Die Angst davor, falsch zu entscheiden, verunsichert viele Hundebesitzer. Doch es liegt am Halter, zu erkennen, ob beispielsweise sein blinder Hund noch Freude am Leben hat oder ob sein Dackel mit Lähme eingeschläfert werden muss. In jedem Fall möchte man verhindern, seinen Hund zu früh aus dem Leben zu reißen. Doch es gibt keine allgemeingültigen und eindeutigen Kriterien für Leid und Lebensfreude.

Ein eher ruhiger Hund wird vielleicht nicht viel vermissen, wenn er in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist. Ein aktiver Hund kann darunter sehr leiden. Ein Hund, der durch einen Tumor ein Auge verliert, verliert deshalb nicht unbedingt seine Lebensfreude. Drückt der Tumor aber auf Nerven und Gehirn, so dass das Tier seine Umwelt kaum noch wahrnehmen kann, sollte man darüber nachdenken, ihm diese Qual zu ersparen.

Ein Alarmzeichen ist es meist, wenn ein Tier aufhört zu fressen oder wenn es aufgrund einer fortgeschrittenen Krankheit nicht mehr fressen kann. Auch das allgemeine Verhalten, die Lebensfreude, die ein Hund verspürt, kann Aufschluss geben: Ein Hund, der noch Freude am Leben hat und noch am Leben seiner Menschen teilnehmen kann und will, wird sich anders verhalten als ein Hund, dessen Schmerzen und Leiden überhand nehmen.

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Hat der Hund noch Appetit, ist das ein gutes Zeichen.© stock.adobe.com/LIGHTFIELD STUDIOS

Futter für einen sensiblen Magen

Manche Hunde haben einen sensiblen Magen und verweigern vielleicht deswegen die Futteraufnahme. Speziell angepasstes Hundefutter, das besonders verträglich ist, kann die Lösung sein. Hier finden Sie Futter für sensible Hunde:

Leid richtig erkennen

Entscheidend sind letztlich also Art und Ausmaß der Erkrankung und der allgemeine Gesundheitszustand, aber auch das Alter des Hundes und sein individuelles Wesen. In erster Linie sollten Sie auf das achten, was Ihnen Ihr Hund selbst "mitteilt". Bedenken Sie aber, dass Tiere von Natur aus oft erst sehr spät zeigen, wenn sie krank sind oder Schmerzen haben. In freier Wildbahn schützt sie diese Vorsicht vor Feinden, die in einem kranken Tier eine leichte Beute sehen.

Wichtig ist auch, dass Sie sich in Ihren Hund als Tier hineinversetzen, seine Lage nicht etwa vom "menschlichen Standpunkt" aus beurteilen. Ein Mensch, der an Krücken geht, wird zum Beispiel weniger leiden als ein gelähmter Dackel, der an ein Gestell mit Rollen gefesselt ist.

Letztlich liegt es bei Ihnen, zu entscheiden, wann die Zeit gekommen ist, Ihr Tier von seinen Leiden zu erlösen und es einzuschläfern. Diese schwere Entscheidung kann Ihnen leider keiner abnehmen. Sofern Sie Zweifel haben, Rat und Hilfe suchen, sollten Sie sich an Ihren Tierarzt wenden und ihn nach seiner Meinung – und Erfahrung – fragen.

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Achten Sie auf das, was Ihr Hund Ihnen selbst mitteilt.© Mary Swift-stock.adobe.com

Leidet mein Hund beim Einschläfern?

Der Fachausdruck für Einschläfern lautet Euthanasie. Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie "gutes Sterben" (Eu = gut, Thanatos = Sterben). Viele Tierhalter aber haben dennoch Bedenken, dass das Einschläfern für ihren Hund nicht "gut", sondern schmerzhaft sein könnte.

Wird ein Hund fachgerecht eingeschläfert, hat er dabei keinerlei körperliche Schmerzen. Er spürt den Eintritt seines Todes nicht. Grundsätzlich werden Tiere mit einem Narkosemittel eingeschläfert. Ein sogenanntes Narkotikum (Barbiturat) wird wissentlich überdosiert, d.h. in einer zu großen Menge in die Blutbahn gespritzt. Der Hund wird so zunächst in eine tiefe Narkose versetzt, sodass er nicht merkt, wenn die Wirkung der Überdosis eintritt. In der tiefen Narkose hört er auf zu atmen, sein Herz schlägt nicht mehr.

So läuft das Einschläfern beim Hund ab

Größere Tiere werden vor dem eigentlichen Einschläfern meist mit einem Beruhigungsmittel behandelt, einem sogenannten Sedativum oder Neuroleptikum. Diese Spritze wird einfach in einen Muskel des Tieres gegeben und bewirkt, dass es zunächst erstmal einschläft. Erst dann, wenn es tief und fest schläft, wird das eigentliche Narkosemittel in die Blutbahn gespritzt. Dieses "zweistufige Verfahren" verhindert, dass bei der Spritze in die Vene eventuelle Komplikationen oder Verzögerungen auftreten können.

Obwohl sich ein Hund in einer sehr tiefen Narkose befindet, kann es dennoch sein, dass seine Muskeln zucken oder dass es Harn oder Kot ablässt, wenn der Tod eintritt. Was für Beobachter schrecklich aussieht, ist aber keineswegs ein Zeichen von Schmerz oder einem Bewusstsein des Tieres. Diese Bewegungen sind rein mechanisch, ähnlich wie Reflexe – das Tier führt sie nicht bewusst aus, es spürt und merkt davon nichts mehr.

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Der Hund merkt das Einschläfern nicht.© stock.adobe.com/V&P Photo Studio

Weiß der Hund, dass es soweit ist?

Viele stellen sich die Frage, ob dem Hund sein nahendes Ende bewusst ist, wie er damit umgeht, ob und wie wir ihm dabei helfen können. Dass sich Tiere in freier Wildbahn zurückziehen, eventuell sogar ganz von ihrer Familie trennen, wenn sie ihren Tod erwarten, ist bekannt. Sie ahnen den bevorstehenden Abschied, bereiten ihn instinktiv vor.

Auch ein Haustier, das seinem Menschen von sich aus signalisiert, dass seine Zeit gekommen ist, wird ähnliches empfinden und erleben. Es trauert zwar, der bevorstehende Tod scheint ihm aber keine Angst zu bereiten. Nicht etwa Panik und Todesangst, vielmehr die Gewissheit, dass die Zeit gekommen ist, scheint sein Empfinden zu prägen. In der Regel sind es mehr der Kummer und die Angst seiner Menschen, die den Hund unruhig werden lassen.

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Bleiben Sie ruhig und schenken Sie ihm Sicherheit.© stock.adobe.com/Michaela-Krenn

Das sollten Sie in den letzten Stunden für den Hund tun

Um den Hund nicht zu beunruhigen, sollten wir, auch wenn es sehr schwer fällt, versuchen, in den schweren Stunden des Abschiedes stark zu sein. Gerade jetzt braucht er unsere starke Hand, die ihn beschützend begleitet und auf die er sich verlassen kann.

Gutgemeinte Gesten wie besonders leckere Mahlzeiten, lange, tröstende Schmusestunden, intensive Gespräche, tun dem Hund nur begrenzt gut. Die Veränderungen könnten ihn verunsichern. Lassen Sie sich Ihre Trauer niemals verbieten – schließlich ist der Tod eines Hundes äußerst schmerzhaft – doch versuchen Sie zum Wohl Ihres Tieres, ihn Ihre eigene Verzweiflung und Hilflosigkeit nicht spüren zu lassen.

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Versuchen Sie, in den letzten Stunden des Abschieds für Ihren Hund stark zu sein.© methaphum-stock.adobe.com

Vorbereitung auf das Einschläfern muss sein

Wichtig ist, dass wir auch die äußeren Umstände so gestalten, dass unserem Tier in seinen letzten Stunden unnötiger Stress und beängstigende Aufregung erspart bleiben:

  • Haben Sie sich entschieden, Ihrem Hund den sanften Tod zu schenken, sollten Sie sich in Ruhe mit Ihrem Tierarzt besprechen. Fragen Sie ihn, ob es ihm möglich ist, einen Hausbesuch zu machen und Ihren Liebling in seiner vertrauten Umgebung einzuschläfern.
  • Ist dies nicht möglich, sollten Sie sich unbedingt einen speziellen Termin geben lassen. Legen Sie diesen gleich zu Beginn oder an das Ende der Sprechstunde, sodass Sie mit Sicherheit nicht lange im Trubel der Praxis warten müssen.

Überlegen Sie sich zuvor, ob Sie in den letzten Minuten bei Ihrem Hund sein möchten. Dies spontan zu entscheiden, könnte Sie nämlich überfordern. Die daraus entstehende Unruhe könnte sich außerdem auf Ihren Hund übertragen und auch ihn belasten. Ebenfalls vorher und in Ruhe sollten Sie sich überlegen, ob Sie eine Ihnen nahestehende, vertraute Person bitten, Ihnen in dem schweren Moment zur Seite zu stehen.

Was passiert mit dem verstorbenen Tier?

In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie außerdem vorab mit Ihrem Tierarzt das unangenehme Thema besprechen, was nach dem Einschläfern mit Ihrem Hund geschieht. Ob Sie den Leichnam mit nach Hause nehmen, selber beerdigen oder beerdigen lassen, oder ob sich stattdessen Ihr Tierarzt seiner annimmt. Entscheiden Sie sich für eine der ersten beiden Möglichkeiten, muss leider auch dies vorbereitet werden.

Auch wenn das Einschläfern mit Sicherheit eine Erlösung für den Hund war, ist der Verlust des Tieres nur schwer zu überwinden. Jeder geht anders mit Trauer um. Finden Sie heraus, was Ihnen bei der Trauer um den Hund wirklich hilft. Auch wenn es nach dem Einschläfern sich nicht so anfühlt, mit der Zeit werden Sie sicher lernen, mit dem Verlust umzugehen.

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