So zeigen uns Katzen ihre Liebe

Katzen zeigen uns ihre Zuneigung auf verschiedene Arten. Manchmal interpretieren wir ihr Verhalten auch völlig falsch. Finden Sie heraus, ob Ihre Katze Ihnen ihr Herz zu Füßen legt!

Katze liebt auf dem Rücken
Liebe auf Katzensprache: So zeigen Katzen ihre Zuneigung. © Stock.adobe.com/Андрей Журавлев

Nur wenige Dinge im Leben sind so schmeichelhaft wie die Zuneigung einer Katze. Oft sind es subtile Körpersignale, mit denen sie uns ihre Liebe zu verstehen gibt. Manchmal sind diese kätzischen Liebesbeweise eindeutig, doch wie in jeder Beziehung kann es auch zwischen Katze und Mensch zu beiderseitigen Missverständnissen kommen.

Top 5 Liebesbeweise einer Katze an uns

Diese 5 Verhaltensweisen sind ein sicheres Zeichen dafür, dass Ihre Katze Ihnen ein tiefes Vertrauen entgegenbringt:

1. Treteln & Kneten

Kitten treteln, um den Milchfluss der Mutter anzuregen. So wird das Kneten zum Ausdruck höchster Geborgenheit, den sich erwachsene Katzen uns gegenüber bewahren.

2. Kleiner Nasenkuss

Köpfchenreiben ist bei Katzen ein echter Liebesbeweis! Die Duftstoffe, mit denen die Katze uns dabei benetzt, werden Pheromone genannt und sind für uns nicht wahrnehmbar. Für unsere Samtpfoten jedoch umso mehr, denn sie bedeuten: "Wir gehören zusammen!"

Warum sich Katzen an Schuhen reiben

Manch eine Katze hat einen Schuhtick - vor allem, wenn es um die müffelnden Exemplare im Regal geht. Katzen verlassen sich vor allem in der innerartlichen Kommunikation auf Duftbotschaften. Pheromone werden untereinander ausgetauscht oder in der Umgebung verteilt und fungieren als „unsichtbare Notizzettel“, die sich Katzen gegenseitig sowie für sich selbst hinterlassen. Pheromone, die im Gesichtsbereich gebildet werden, werden durch Köpfchenreiben verteilt und bedeuten: „Du gehörst zu mir!“ Das Gleiche gilt für Schuhe, die im Normalfall fremde Gerüche von draußen hereintragen. Letztere werden durch Köpfchenreiben „überschrieben“. 

Katze_Schuhreiben_Inline.jpg
Manche Katzen haben einen richtigen Schuhtick. © Stock.adobe.com/Kristina Blokhin

2. Blinzel, Blinzel

Intensives Anstarren, durchbrochen von einem langsamen Blinzeln: Damit signalisieren Katzen Vertrauen und Zuneigung. Mit dem Blinzeln wollen sie ihrem Gegenüber außerdem zeigen, dass ihm friedlich gestimmt sind. Zurückblinzeln ist durchaus erwünscht!

4. Streicheleinheiten am Bauch

Eine Katze, die sich an ihrem Bauch und damit ihrer empfindlichsten Stelle streicheln lässt, gewährt uns einen großen Vertrauens-Bonus, den wir respektieren sollten. Laut Lena Provoost, einer Tierverhaltensforscherin an der Universität von Pennsylvania, sind die Haarfollikel am Bauch besonders empfindlich. Deswegen genießen die wenigsten Katzen Streicheleinheiten an dieser Stelle.

Das Drehen auf den Bauch an sich ist aber nicht immer ein Vertrauensbeweis. Es kann sich auch um eine Abwehrhaltung handeln. Genießt die Katze es aber, dort von ihnen gestreichelt zu werden, drückt das ihre Zuneigung aus. Auch Katzen, die auf dem Bauch schlafen, fühlen sich sicher.

Katze liegt auf dem Bauch
Katzen, die beim Schlafen ihren Bauch zeigen, fühlen sich sicher.© Stock.adobe.com/Андрей Журавлев

5. Süßer Putzfimmel

Gegenseitiges Putzen schafft nicht nur unter Katzen ein Gemeinschaftsgefühl, auch der Mensch wird in dieses entspannende Ritual einbezogen. Wenn Katzen uns mit rauer Zunge hingebungsvoll putzen, gehören wir quasi voll und ganz zur Familie.

Top 3 Missverständnisse oder: Kann das wirklich Liebe sein?

Diese 3 Verhaltensweisen unserer Katzen werden von uns oft als Liebesbeweis oder aber Affront interpretiert – was steckt wirklich dahinter?

1. Stalker auf Samtpfoten

Wenn Katzen uns nicht von der Seite weichen, jeden unserer Schritte verfolgen und scheinbar nicht ohne uns sein können, so mag das zunächst schmeichelhaft für unser Ego sein. Doch kann das wirklich Katzenliebe sein – oder sind es vielmehr mangelndes Selbstbewusstsein und ein Gefühl der Unsicherheit, beides unbewusst bestärkt durch unser Verhalten? Es gibt eine Grenze zwischen schnurrender Klette und waschechtem Kontrollfreak, deren Überschreiten mit viel Stress verbunden ist – und das auf beiden Seiten.

Katze reibt sich an Beinen
Manche Katzen verfolgen ihren Menschen wie Schatten.© stock.adobe.com/romablack

2. Fragwürdige Geschenke

Wenn uns Katzen erlegte Beute bringen, dann ist das nicht unbedingt ein Zeichen ihrer unsterblichen Liebe. Das "Geschenk" geht vielmehr auf das Verhalten wilder Katzen zurück: Werden die Jungen langsam größer, so fängt die Katzenmutter an, ihnen auch mal noch lebende Beute mitzubringen, damit sie das Jagen lernen können.

Bringt eine Katze daher ihre Beute mit nach Hause, kann sie damit durchaus auch sagen wollen, was für lausige Jäger ihre Menschen doch sind. Vielleicht ist sie auch der Ansicht, ihre Menschen könnten sich noch nicht gut genug selbst versorgen. Trösten Sie sich mit dem Gedanken, dass es Ihre Katze sicherlich nur gut mit Ihnen meint.

3. Mit Liebe markiert

Es ist kein Geheimnis, dass unkastrierte Kater ihr Revier mit Urinspuren markieren, die man sogar als Nicht-Katze noch drei Meter gegen den Wind riechen kann. Doch manchmal zeigen auch kastrierte Kater und Katzen uns gegenüber dieses Verhalten – glücklicherweise ganz ohne Urin! Katzenverhaltens-Experte Jackson Galaxy spricht vom "Schein-Markieren" und wertet dieses Verhaltensmuster als echten Liebesbeweis. Also kein Grund, sich beleidigt zu fühlen, wenn Katerchen mal wieder demonstrativ sein Hinterteil emporreckt und den Schwanz vibrieren lässt. Diese Trockenübung steht für Wohlbefinden und positive Erregung.

"Ein Herz für Tiere" – Die neue Ausgabe jetzt am Kiosk
Aktuelle Meldungen aus der Tierwelt
Großer Haustierratgeber
Mensch & Tier
Wildes Tierleben
Spannende Unterhaltung
EHfT03_001_U1.jpg