Den Hund richtig füttern

7 Mythen der Hundeernährung

Wie man seinen Hund richtig füttert, darüber gibt es wohl so viele Meinungen wie es Hundebesitzer gibt. Was ist Fakt und was nicht?
 
 
Gängige Regeln bei der Fütterung von Hunden. © shutterstock.com / Von David Porras
Fakt oder Unsinn?
Wir verraten Ihnen, welche Märchen über die richtige Hundeernährung Sie ganz getrost vergessen können!


1. Ausgewachsenen Hund einmal täglich füttern

Lange wurden Hunde nur ein Mal am Tag gefüttert, meist nach getaner Arbeit. Die meisten Ernährungsexperten empfehlen heute, einen ausgewachsenen, gesunden Hund morgens und abends zu füttern. Welpen bis zum Alter von sechs Monaten sollten drei bis vier Mahlzeiten pro Tag erhalten, Junghunde und Senioren mindestens zwei. Kleinere Futterportionen können besser verdaut und verwertet werden. Der Körper des Hundes wird weniger belastet und der Blutzuckerspiegel bleibt im Gleichgewicht. So läuft Ihr Hund nicht mit knurrendem Magen durch den Tag.
 

2. Einen Fastentag pro Woche einlegen

Falsch! Das widerspricht den Erkenntnissen der modernen Ernährungswissenschaft. Duftendes Essen, raschelnde Verpackungen, das Öffnen der Kühlschranktür – all das sind Futterreize für den Hund, die die Produktion der Magensäure anregen. Kommt im hungrigen Hundemagen aber nichts zum Verdauen an, kann das zu einer Übersäuerung, zu Sodbrennen und sogar zu Erbrechen führen. Einzige Ausnahme: Wenn der Vierbeiner Durchfall hat, sollte er 24 Stunden nicht gefüttert werden, damit sich der angegriffene Darm wieder regenerieren kann. Bei anhaltendem oder bei wiederkehrendem Durchfall sollten Sie unbedingt einen Tierarzt aufsuchen.
 

3. Grundsätzlich nach der Gassi-Runde füttern

Wichtig ist, dass der Vierbeiner nach der Fütterung mindestens eine Stunde lang ein „Verdauungspäuschen“ einlegt. Wildes Toben direkt nach dem Fressen sollte vermieden werden. Sonst steigt das Risiko einer Magendrehung. Ist Ihr Hund aber ein vierbeiniger Staubsauger, für den die Gassi-Runde eine einzige Futtersuche darstellt, kann beispielsweise ein Frühstück vor dem Spaziergang wahre Wunder wirken. Dann können Sie z. B. eine kleine Portion vor oder während des Gassi-Runde füttern und den Rest danach. Oder Sie warten nach dem Frühstück eine Stunde, bevor es auf Gassi-Tour geht.
 

4. Immer zur gleichen Zeit füttern

Rituale, wie die Fütterung nach der morgendlichen Gassi-Runde, strukturieren den Tag und geben dem Hund Sicherheit. Übertreiben Sie es mit der Pünktlichkeit aber nicht. Ein Hund, der täglich um Punkt 18 Uhr sein Abendessen serviert bekommt, fordert sein Futter bald auch dann ein, wenn Sie z. B. gerade im Restaurant sitzen. Daher empfehlen sich zwar regelmäßige Fütterungszeiten, aber bitte nicht auf die Minute! Beginnt Ihr Hund sein Futter zu einer bestimmten Uhrzeit aktiv einzufordern, sollten Sie ihn so lange ignorieren, bis er sich beruhigt hat. So lernt er, dass Sie entscheiden, wann Essenszeit ist, und nicht er.


5. Hund darf nur Futter nur vom Besitzer annehmen

Gerade in Zeiten von Giftködern und zunehmendem Unrat auf den Straßen versuchen viele ihre Hunde dazu zu erziehen, das Futter ausschließlich von ihren Besitzern anzunehmen. Wem das gelingt, der kann sich glücklich schätzen! Haben Sie jedoch einen scheuen oder futtermäkeligen Hund, sollten Sie ihm auf jeden Fall beibringen, auch Futter von anderen Personen anzunehmen. Sonst kann es zu Problemen kommen, wenn Sie einmal kurzfristig für ein paar Tage wegmüssen. Auch ein ausgebüxter Hund ist im Zweifelsfall wesentlich leichter wieder einzufangen, wenn er sich mit Futter heranlocken lässt.


6. Häufige Futterwechsel fördern Allergien und Unverträglichkeiten

Wer seinen Hund ausschließlich mit ein und demselben Futter ernährt, läuft Gefahr, sich einen mäkligen Fresser heranzuziehen. Ganz nach dem Motto, was der Bauer nicht kennt, das (fr)isst er nicht, wird der Hund ausschließlich auf das ihm bekannte Futter geprägt. Das kann zu Problemen führen, beispielsweise wenn der Hund eine Allergie gegen dieses Futter entwickelt. Deshalb sollten Hunde von klein auf mit verschiedenen Futtersorten und Inhaltsstoffen vertraut gemacht werden. Ein gesunder Wechsel zwischen Nass- und Trockenfutter sowie verschiedenen Fleisch- und Gemüsesorten garantiert eine vielseitige Futterprägung. Das heißt im Umkehrschluss nicht, dass täglich die exotischsten Zutaten im Napf landen müssen. Gerade bei Verdacht auf eine Allergie sollten Sie für eine Ausschlussdiät einige Proteinquellen (z. B. Pferd und Wild) in der Hinterhand haben, die der Hund noch nicht kennt.
 

7. Handfütterung fördert eine gute Beziehung

Sie haben einen Hund, für den es draußen bedeutend Spannenderes gibt als seine Zweibeiner? Viele Experten raten dann, den Vierbeiner (eine Zeit lang) ausschließlich draußen und aus der Hand zu füttern. Der Zweibeiner bleibt für den Hund so auch unter Ablenkung interessant. Die Fütterung kann ins alltägliche Training eingebunden werden, und der Hund wird für positives Verhalten belohnt. Allerdings sollten Sie es mit dem Training nicht übertreiben und dem Vierbeiner 7 regelmäßig größere Portionen zu fressen geben, damit er auch satt wird. Sonst steht Ihr Hund hungerbedingt unter Dauerstress.
 
Doris Marwede
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