Hirschlausfliege: So gefährlich ist sie für Tier und Mensch

Die Hirschlausfliege wird auch „fliegende Zecke“ genannt. Genau wie diese gefürchteten Parasiten beißt sie sich fest, um Blut zu saugen. Doch das kann für den Menschen oder das Tier gefährlich werden.

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Auch für Hunde kann die Hirschlausfliege gefährlich sein.© stock.adobe.com/lichtflut_photo

Zwar ist sie sehr klein, doch auch wahnsinnig schnell: Die Hirschlausfliege fliegt zu einem Wirt, landet dort und krabbelt blitzschnell zu einer geeigneten Stelle. Wie eine Zecke beißt sie sich fest, um Blut zu saugen. Deshalb wird die Hirschlausfliege auch „fliegende Zecke“ genannt. Wie Sie sich und Ihren Hund, Ihre Katze und Ihr Pferd vor diesen Parasiten schützen, lesen Sie hier. 

Parasit überträgt gefährliche Bakterien

Ein Biss der Hirschlausfliege ist an sich nicht gefährlich, aber unangenehm bis schmerzhaft. Bei Mensch und Tier schwillt die betroffene Stelle an und kann aussehen wie ein Bluterguss. Sie juckt mehrere Tage lang heftig, da es so lange dauert, bis der Körper das Gift abgebaut hat.

Gefährlich wird es, wenn die Hirschlausfliege das Bakterium „Bartonella schoenbuchensis“ auf den Wirt überträgt. Es sorgt für Hauterkrankungen und Hautausschläge, wie Pusteln, Ödeme oder Eiterungen. Außerdem kommt es zu Fieber.

Stellen Sie diese Symptome bei sich oder Ihrem Tier fest, sollten Sie sofort Ihren Hausarzt bzw. Tierarzt kontaktieren!
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Kommt es zu Fieber, muss ein Arzt kontaktiert werden.© stock.adobe.com/Evgeniy Kalinovskiy

Gefährlichen Biss erkennen

Menschen bemerken es in der Regel nicht, wenn eine Hirschlausfliege sie beißt. Tiere reagieren hingegen sehr oft sehr nervös. Wird der Hund beim Gassigehen gebissen, will er oft nicht mehr weitergehen. Er wirkt unruhig und dreht sich panisch nach hinten zu seiner Rute. Er beißt und leckt sich mehrmals ab.

Manche Pferde geraten regelrecht in Panik, wenn sie von einer Hirschlausfliege gebissen werden. Sie schlagen mit dem Kopf und treten mit den Beinen in Richtung der Bissstelle. Viele Pferde wälzen sich auch wiederholt und werfen sich dabei regelrecht zu Boden. Viele Pferdehalter denken daher zuerst an eine Kolik. Schimmel scheinen besonders anfällig zu sein, von Hirschlausfliegen gebissen zu werden.

Vor allem langhaarige Menschen und Hunde mit langem Fell sind betroffen.

Hier lebt die Hirschlausfliege

Die Hirschlausfliege hat zwischen Juli und Oktober Saison. In Wäldern, bevorzugt in Eichen-, Kiefern- und Mischwäldern, kommt dieser Parasit vor. Normalerweise befällt sie dort Hirsche, Rehe und Wildschweine. Allerdings sind auch immer wieder Hunde, Pferde, Katzen und Menschen betroffen.

Daran erkennen Sie eine Hirschlausfliege:

  • Sie ist etwa vier bis sechs Millimeter groß.
  • Sie hat eine rotbraune Färbung.
  • Sie erinnert an eine Stubenfliege, doch ihr Körper ist viel flacher.
  • Sie hat einen spitzen Stechrüssel und Haken an ihren sechs Beinchen.
  • Sie haben Flügel, die sie nach der Landung auf dem Wirt abwerfen.
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Auf Haaren hält sich die Hirschlausfliege fest. © stock.adobe.com/Jiri Prochazka

Hirschlausfliege attackiert Tier und Mensch

Zuerst schwirrt die Hirschlausfliege um ihren potenziellen Wirt umher. Wenn sie auf ihm landet, verliert sie ihre Flügel. Blitzschnell krabbelt sie zu einer geeigneten Bissstelle, krallt sich mit ihren kräftigen Beinchen fest, drückt sich ganz platt und beißt zu. Das Blutsaugen kann bis zu 20 Minuten dauern. In dieser Zeit kann sie auch mehrfach zubeißen.

Wird der Parasit nicht entfernt, nistet er sich für den Rest seines Lebens, also bis zu 13 Monate, bei dem Wirt ein. Weibliche Hirschlausfliegen legen auf dem Menschen oder dem Tier ihre Eier ab, die sich aber erst später auf dem Boden verpuppen.

Wärme ist für die Eier überlebenswichtig, bei Kälte überleben sie nicht. Deswegen begünstigen warme Wintermonate die Ausbreitung der Hirschlausfliege.

Bei Menschen beißen sich Hirschlausfliegen vorwiegend am Nacken oder auf der Kopfhaut fest. Bei Hunden sind vor allem der Bauch, die Innenschenkel und der Bereich um den After betroffen. Pferde werden häufig unter der Mähne und ebenfalls am Afterbereich gebissen.

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Hunde werden vor allem am Bauch gebissen. © stock.adobe.com/vizland

Hirschlausfliege richtig entfernen

Checken Sie sich und Ihren Hund nach einem Spaziergang ab. Auch das Pferd sollten Sie abtasten und noch einmal fest überbürsten. Am besten sollte die Hirschlausfliege entfernt werden, bevor sie zubeißt. Doch sie ist sehr flink, weshalb Sie sie vermutlich nicht zu fassen bekommen. Hat sie bereits zugebissen, muss sie so schnell wie möglich entfernt werden.

Mit einem Floh- oder Nissenkamm kann die Hirschlausfliege bei Menschen, Pferden und Hunden ausgekämmt werden. Selbst wenn sie schon zugebissen hat, kann sie oft noch mit einem Wasserschlauch bei abgespült werden. Auch ein Bad kann helfen, um den Parasiten loszuwerden.

Sollte all das nichts helfen, muss ein Hausarzt bzw. Tierarzt kontaktiert werden, der die Fliege entfernt. Kühlen Sie die Bissstelle, damit der Juckreiz gelindert wird.

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Das Pferd kann abgeduscht werden, um den Parasiten loszuwerden.© stock.adobe.com/Rita Kochmarjova

Richtig vorbeugen ist wichtig

Wichtig: Reagieren Sie nicht panisch, wenn Sie eine Hirschlausfliege sehen. Schließlich kann sie relativ einfach entfernt werden. Trotzdem ist es besser, wenn sie gar nicht erst zubeißt. Zwischen Juli und Oktober können Sie den bevorzugten Lebensraum der Hirschlausfliege (Eichen-, Kiefern- und Mischwälder) meiden, um einem Biss vorzubeugen.

Laut einigen Herstellern sollen Spot-Ons dabei helfen, diese Parasiten vom Haustier fernzuhalten. Bremsen-Spray für Pferde oder Floh-Sprays für Hund und Katze können dabei hilfreich sein.

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