Anzeichen, dass ein Hund zum Senior wird

Ältere Hunde haben besondere Bedürfnisse und entwickeln typische Eigenheiten. Lesen Sie, an welchen Anzeichen Sie erkennen, dass Ihr Hund langsam alt wird und wie Sie Demenz frühzeitig erkennen.  

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So erkennst Sie, dass Ihr Hund langsam zum Senior wird. © Stock.adobe.com/MoiraM

Für Hunde beginnt die Phase des Alterns in Abhängigkeit von ihrer Größe. Sehr große Rassen werden oft schon mit fünf bis sieben Jahren zum Senior, mittlere und kleine Hundetypen zwischen acht und zehn Jahren. Außerdem gibt es individuelle Unterschiede – und ähnlich wie Menschen haben auch nicht alle Hunde das gleiche biologische Alter, selbst wenn sie an Jahren gleich alt sind. 

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Der Alterungsprozess ist von vielen Faktoren abhängig. © Stock.adobe.com/vincent0404

Körperliche Anzeichen, dass der Hund alt wird 

Mit zunehmender Lebenszeit werden die körperlichen Veränderungen immer offensichtlicher: 

  1. Die Statur verändert sich
    Das Körperfett nimmt zu und die Muskelmasse verringert sich im Gegenzug, wodurch die Statur weniger athletisch erscheint. 
  2. Viele Hunde nehmen zu
    Übergewicht ist beim älteren Hund ein häufiges und umso schwerwiegenderes Problem, wenn Gelenkserkrankungen die Bewegung und damit den Energieverbrauch reduzieren.
  3. Die Fellfarbe verändert sich
    Fell rund um Schnauze und Augen, schließlich auch an den Pfoten wird grau – bei roten und blonden Hunden passiert das oft schon mit vier bis fünf Jahren, bei schwarzen Hunden beginnt das Ergrauen meistens erst um die acht bis zehn Jahre. 
  4. Die Sinnesleistungen nehmen ab
    Vor allem Hören und Sehen werden entweder durch Erkrankungen der Sinnesorgane oder die reduzierte Verarbeitung im Gehirn schlechter. 
  5. Der Hund wird anfälliger für Krankheiten
    Die Wahrscheinlichkeit für hormonelle Erkrankungen mit negativen Auswirkungen auf das Nervensystem wie Schilddrüsenunterfunktion, Nebennierenrindenüberfunktion oder Zuckerkrankheit steigt an. Ganz allgemein erhöht sich das Risiko für Erkrankungen und insbesondere für Tumorerkrankungen. Regelmäßige Untersuchungen beim Tierarzt sind daher besonders wichtig.
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Ältere Hunde sollten regelmäßig untersucht werden. © Stock.adobe.com/goodluz

Veränderungen im Gehirn des Hundes

Der Alterungsprozess macht natürlich auch vor dem Gehirn nicht halt. Genauso wie ältere Menschen werden auch Hunde häufig etwas wunderlich und die verlangsamten Reaktionen werden oft als Sturheit missverstanden. 

Bestimmte Neurotransmitter wie das Dopamin bauen mit weitreichenden Folgen ab: 

  • verringerte Sensibilität für Kontraste und Farben
  • verringerte Wachheit, Aufmerksamkeit und Gedächtnis
  • reduzierte Kontrolle von Schließmuskeln mit den Folgen Unsauberkeit und Inkontinenz

Praktisch jedes alternde Gehirn leidet unter chronischem Sauerstoffmangel und die Auswirkungen auf das Nervensystem sind erheblich. Das Blut fließt in den kleinen Gefäßen viel langsamer – Nährstoffe werden nicht heran- und giftige Stoffwechselprodukte nicht mehr rasch genug abtransportiert. 

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Ältere Hunde brauchen viel Ruhe. © Stock.adobe.com/Peter Atkins

Wird mein Hund langsam dement?

Die senile Demenz ist eine psychische Störung, die bei ungefähr einem Viertel aller Hunde ab dem 11. bis 12. Lebensjahr beginnt, ab dem 15. Lebensjahr zeigen schon rund zwei Drittel der Hunde mindestens eines der Symptome. 

Wenn ein Hund bereits ein Symptom – und sei es auch nur kurzfristig und vorübergehend – zeigt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass er in den kommenden Monaten weitere Anzeichen dieser Demenzstörung entwickelt. 

Typische Symptome für beginnende Demenz sind: 

  1. Zeitliche Desorientiertheit und Verlust des Tag-Nacht-Rhythmus
    Hunde – und infolgedessen auch ihre Besitzer – leiden unter Schlaflosigkeit, wandern ziellos herum, wollen nachts hinaus und wissen dann nicht mehr, was sie da wollten, schlafen dafür tagsüber sehr viel mehr. 
  2. Räumliche Desorientiertheit
    Der Hund steht vor der falschen Tür oder an der Scharnierseite oder im falschen Raum – zum Beispiel im Schlafzimmer, wenn er spazieren gehen will, oder an der Dachbodentür, wenn er in die Küche möchte. Auf Spaziergängen findet der Hund nicht mehr nach Hause oder will auf vertrauten Wegen plötzlich falsch abzweigen. 
  3. Verwirrtheit und verändertes Bewusstsein für den eigenen Körper
    Senile Hunde haben kein Verständnis dafür, wo sie mit ihrem Körper vorbei- oder durchkommen und wo nicht. Zum Beispiel „parken“ sich alte Hunde oft stundenlang in engen Winkeln und Spalten ein oder bestehen auf einem Durchkommen, wo es keines gibt. Ihnen fehlt die Flexibilität, dieses einfache Problem zu lösen, sie sind nicht mehr in der Lage, rückwärts zu gehen oder das Hindernis zu umgehen. 
  4. Verlust der Sauberkeit
    Der Hund vergisst oder vernachlässigt seine erlernte Stubenreinheit und wird unsauber. 
  5. Nachlassen der sozialen Kontakte
    Hunde verlieren ihre soziale Kompetenz im Umgang mit anderen Hunden oder auch Menschen und ziehen sich zurück, erkennen oder begrüßen ihre Menschen nicht mehr und einige reagieren plötzlich auch ohne erkennbaren Grund aggressiv. 
Fast alle dieser Symptome könnten auch körperliche Ursachen wie Schmerzen oder Krankheiten haben. Solche möglichen Ursachen müssen also immer zuvor ausgeschlossen werden, bevor man seinen Hund einfach nur als alt und stur bezeichnet. 
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