Die Läufigkeit der Hündin

Jede nicht-kastrierte Hündin wird läufig. Worauf Sie in dieser Zeit besonders achten müssen und wie lange eine Hündin läufig ist, erfahren Sie hier.

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Jede nicht kastrierte Hündin wird läufig.© stock.adobe.com/Clariella

Ihre Hündin erlebt die erste Läufigkeit in der Regel zwischen dem 8. und 16. Lebensmonat. Das ist ist ein natürlicher Prozess, zu dem es kommt, wenn Ihr weiblicher Hund in den Fruchtbarkeitszyklus eintritt. Wie lange dieser andauert und worauf Sie als Hundehalter in dieser Phase besonders achten müssen, erfahren Sie hier.

Daran erkennen Sie die Läufigkeit einer Hündin

Bei der Läufigkeit kommt es zu einer Blutung. Die Farbe dieser bestimmt, in welcher Phase sich die Hündin befindet.

  • dunkelrotes Blut: meist bis zur Hälfte der Läufigkeit
  • helleres, wässriges Blut: ab der Hälfte der Läufigkeit, Duldungsphase (Hündin ist deckbereit)
Dünnflüssigeres Blut weist meist darauf hin, dass die Hündin deckbereit ist. Doch manche Hündinnen lassen sich auch während der Dunkelblut-Phase decken und werden trächtig.

Um den Beginn der Duldungsphase festzustellen, kann man die Hündin im Bereich zwischen Vagina und After kraulen. Hebt sie den Schwanz zur Seite und die Vulva zieht sich nach oben, ist sie bereit. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen von der Regel. Manche Hündinnen reagieren während der gesamten Läufigkeit auf diesen Reflex, was allerdings nicht heißen muss, dass sie sich decken lassen.

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Eine "Läufigkeits-Hose" sorgt dafür, dass alles sauber bleibt.© stock.adobe.com/Photoboyko

Wie lange dauert die Läufigkeit einer Hündin?

In der Regel ist eine Hündin 21 Tage (also drei Wochen) lang läufig. Die Duldungsphase (Hündin ist deck- und aufnahmebereit) dauert meist nur fünf oder sechs Tage. Der Beginn dieser Phase ist aber von Hündin zu Hündin verschieden. Bei der einen ist es bereits der achte, bei der anderen hingegen erst der siebzehnte Tag.

Wie oft ist eine Hündin läufig?

Wie oft eine Hündin läufig ist, hängt von ihrer Rasse ab. Nordische Rassen, wie der Alaskan Malamute oder der Siberian Husky werden oft nur einmal im Jahr läufig. Hündinnen großer Hunderassen haben oft einen Zyklus zwischen acht und elf Monaten. Kleine Rassen haben meist einen Zyklus von fünf bis sieben Monaten. Die Blutung dauert bei manchen Hündinnen bis zu drei Wochen lang an.

Eine Hündin wird bis an ihr Lebensende läufig, Hunde kennen keine Wechseljahre. Da bei allen Hündinnen, ob trächtig oder nicht, das Hormon Progesteron vor dem Eisprung ansteigt und etwa 59 bis 62 Tage erhöht bleibt, wird auch jede von ihnen nach der Läufigkeit scheinträchtig.

Die Länge der Zyklen und die Intervalle dazwischen bleiben das ganze Leben lang gleich. Ändert sich hier etwas oder fällt eine Läufigkeit aus, ist etwas nicht in Ordnung, und Sie sollten unbedingt zum Tierarzt.
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Hündinnen werden ihr Leben lang läufig.© stock.adobe.com/MikeFusaro

Tierarzt kann Läufigkeit bestätigen

Möchten Sie die fruchtbaren Tage mit hundertprozentiger Sicherheit wissen, kann der Tierarzt den Eisprung bestimmen. Plus minus ein oder zwei Tage wird er dann auch bei künftigen Läufigkeiten zu diesem Zeitpunkt stattfinden. Dies nützt Ihnen aber nur, wenn Sie den genauen Beginn der Läufigkeit nicht übersehen.

Achten Sie in der Zeit, in der die Läufigkeit beginnen kann, sorgsam auf die ersten Blutstropfen.

Gassigehen während der Läufigkeit

Wenn Sie mit Ihrer läufigen Hündin Gassi gehen, sollten Sie vorsichtig sein, damit sie nicht wegläuft und gedeckt wird. Außerdem werden jetzt Rüden auf sie aufmerksam, was unangenehm werden kann. Deswegen sollten Sie

  • nur spazieren gehen, wenn nur wenige Hunde unterwegs sind.
  • abgelegene Wege wählen, wo die Gefahr geringer ist, Rüden zu treffen.
  • Ihre Hündin nur von der Leine lassen, wenn sie gut folgt.
  • Ihre Hündin sofort wieder anleinen, wenn ein Hund kommt.

Sollte Ihre Hündin auf einen Rüden treffen, ist in der Regel noch genug Zeit, um die Paarung zu verhindern. Meist kommt es nämlich zu einem Vorspiel. Allerdings gibt es auch sehr vehemente, sexuell aktive Rüden, die keine Rücksicht darauf nehmen, ob die Hündin will oder nicht. Bringen Sie ihr am besten bei, auf Kommando abzusitzen. Stellen Sie sich dann hinter Sie und halten Sie den Rüden von der Hündin fern bis der Besitzer kommt.

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Wählen Sie abgelegene Wege.© stock.adobe.com/fotoak80

Sicher unterwegs

Damit Ihre läufige Hündin sicher unterwegs ist, sollten Sie sich für ein Hundegeschirr entscheiden, das perfekt sitzt und gleichzeitig feste Sicherheit bietet. Hier finden Sie Hundegeschirre, die Tragekomfort und Sicherheit kombinieren:

Was tun, wenn die Hündin unbeabsichtigt gedeckt wurde?

Ist es möglich, dass die Hündin gedeckt wurde (beispielsweise weil sie ausgebüxt ist), kann ein Tierarzt checken, wie wahrscheinlich eine Trächtigkeit ist. Mit einem Scheidenabstrich kann er nämlich feststellen, wie weit die Hündin noch von einem Eisprung entfernt ist. Nach drei Wochen kann eine Ultraschall-Untersuchung gemacht werden, um absolut sicher zu sein.

Bei Hunden kann die Trächtigkeit mit einer "Abtreibungsspritze" abgebrochen werden. Aber Vorsicht: Das kann gefährlich sein und sollte nur eingesetzt werden, wenn die Hündin sicher trächtig ist, obwohl Sie das nicht möchten.

Die Läufigkeit hormonell zu unterdrücken, ist nicht ratsam. Bei jeglicher hormonellen Manipulation kann es zu Gebärmutter- und Gesäuge-Erkrankungen kommen, wenn sie zum falschen Zeitpunkt gemacht wird. Lässt es sich nicht umgehen, darf man aber nur während der hormonellen Ruhe und niemals während der Läufigkeit spritzen, da sonst die Gebärmutterschleimhaut geschädigt wird.

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