Hund will nicht mehr Gassi gehen: Das können Sie tun

Viele Halter haben es bereits erlebt, dass sich der eigene Hund dagegen sträubt, nach draußen zu gehen. Woran das liegt und wie Sie Ihrem Hund das Gassigehen wieder schmackhaft machen können, lesen Sie hier.

Hund Gassi will nicht mehr
Finden Sie heraus, warum er nicht mehr Gassi gehen möchte.© adobestock.com/nataba

Eigentlich freut sich jeder Hund wie wild darauf, mit Frauchen oder Herrchen Gassi zu gehen. Doch es kann auch sein, dass der Hund nicht spazieren gehen will. Egal, ob das plötzlich passiert oder sich langsam anbahnt – will er nicht mehr nach draußen, stimmt etwas nicht.

Wir nennen Ihnen sechs Ursachen, die dafür verantwortlich sein können, dass Ihr Hund nicht spazieren gehen will. Mit welchen Tipps Sie ihn wieder dazu animieren, mit Gassi zu gehen, lesen Sie hier.

1. Nach schlechten Erfahrungen will der Hund nicht mehr spazieren

Will Ihr Hund nicht mehr spazieren gehen, kann es sein, dass er draußen schlechte Erfahrungen gemacht hat. Für uns Menschen ist es oft nicht offensichtlich, was unseren Hund verschreckt hat. Jetzt ist es wichtig, dass Sie Ihrem Hund Sicherheit schenken.

Das tun Sie am besten, indem Sie

  • Ihren Hund nicht spüren lassen, dass Sie besorgt sind. Bemühen Sie sich um eine entspannte Körpersprache.
  • dem Hund vermitteln, dass es keinen Grund zur Besorgnis gibt.

Wenn Sie Selbstbewusstsein und Sicherheit ausstrahlen, weiß Ihr Hund, dass er sich auf Sie verlassen kann und ist selbst entspannter beim Gassigehen.

Tipp: Für ängstliche Hunde gibt es spezielle Sicherheitsgeschirre. Der Druck verteilt sich damit besser auf dem Körper und sie gelten als ausbruchssicherer als Halsbänder oder gewöhnliche Hundegeschirre.
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Hat der Hund etwas Schlechtes erlebt, will er womöglich nicht mehr Gassi gehen.© stock.adobe.com/grafikplusfoto

2. Schmerzen und Krankheiten bremsen den Hund

Auch gesundheitliche Beschwerden können der Grund dafür sein, dass Ihr Hund nicht Gassi gehen möchte. Vor allem im Alter machen sich bei Hunden bestimmte gesundheitliche Probleme, wie Arthrose bemerkbar.

Verweigert Ihr Hund also die Gassirunden, ist ein Besuch beim Tierarzt immer ratsam. Bei kurznasigen Rassen machen beispielsweise mögliche Atembeschwerden die Gassirunde zur Qual. Bei älteren Hunden ist ebenfalls Vorsicht geboten: Achten Sie darauf, dass Sie Ihren Hundesenior körperlich nicht überfordern.

Tipp: Finden Sie heraus, ob Ihr Hund wegen Schmerzen das Spazierengehen verweigert. Es gibt ganz klare Siganle für Schmerzen bei Hunden.
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Hunde mit kurzen Nasen haben am Spaziergang oft weniger Spaß.© stock.adobe.com/Vera

3. Dem Hund ist es draußen zu heiß

Manche Hunde sind mit hohen Temperaturen überfordert und würden die pralle Sonne lieber meiden. Nehmen Sie darauf Rücksicht! Die Lösung hierfür ist es, einfach mehrere kleinere Spaziergänge zu unternehmen. Wenn die Sonne nicht stark scheint, also früh am Morgen oder spät abends, können Sie versuchen, ihren Hund wieder etwas länger auszuführen.

Planen Sie außerdem genug Pausen für Ihren Hund ein, in denen Sie ihm frisches Wasser zum Trinken anbieten. So vermeiden Sie, dass Ihr Hund überhitzt und schenken ihm wieder Freude an den Gassirunden.

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Sorgen Sie an heißen Tagen stets für Erfrischung beim Gassi-Gehen.© adobestock.com/chalabala

4. Regen, Schnee und Kälte

Nicht nur ältere oder kranke Hunde weigern sich häufig, bei kalten Temperaturen das Haus zu verlassen. Auch für ganz bestimmte Hunderassen kann die Kombination aus Nässe und Kälte gefährlich werden. Hunde mit kurzem Fell ohne Unterwolle und kurzen Beinen sind besonders der Gefahr einer Unterkühlung während der kalten Jahreszeiten ausgesetzt.

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Friert Ihr Hund draußen und möchte deshalb ungern spazieren gehen, sollten Sie ihn unbedingt mit spezieller Hundebekleidung ausstatten. Wenn Ihr Hund nicht mehr friert, wird er sicherlich auch wieder gerne mit Ihnen spazieren gehen.

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Bei Regen bleiben manche Hunde lieber zu Hause.© stock.adobe.com/Eva

5. Angst bei Dunkelheit

Manche Hunde fühlen sich nicht wohl dabei, frühmorgens oder nachts draußen zu sein. Häufig liegt das daran, dass der betroffene Hund eine Augenschwäche hat und im Dunkeln schlechter sieht. Helfen Sie Ihrem Hund, indem Sie einfach eine Taschenlampe mitnehmen. Beleuchten Sie während den Weg, sodass Ihr Hund seine Umwelt wieder klar wahrnehmen kann.

Außerdem: Lassen Sie Ihren Hund stets an der Leine, damit er sich immer an Ihnen orientieren kann. Das gibt ihm zusätzliche Sicherheit.

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Bei Dunkelheit ist nicht jeder Hund gerne draußen.© stock.adobe.com/annaav

Das braucht Ihr Hund zum Gassigehen

Damit Sie immer alles bereit haben, um mit Ihrem Hund einen schönen Spaziergang zu unternehmen, finden Sie hier das beliebteste Zubehör fürs Gassigehen:

6. Langeweile beim Gassigehen

Dass Ihr Hund nicht mehr Gassi gehen möchte, kann aber auch einfach daran liegen, dass ihm die bekannten Routen zu langweilig sind. Überlegen Sie: Hat Ihr Hund dort oft genug die Gelegenheit zu schnüffeln und treffen sie oft genug auf andere Hunde?

Für mehr Abwechslung beim Gassigehen sorgen Sie beispielsweise auch durch Suchspiele oder integrierte Trainingseinheiten. Außerdem: Schenken Sie Ihrem Hund während des Spaziergangs genug Aufmerksamkeit? Wenn Sie immer nur telefonieren oder sich anderen Dingen als Ihrem Hund widmen, kann auch das ihn langweilen.

Genießen Sie die Zeit mit Ihrem Hund während der gemeinsamen Spaziergänge. So hat auch Ihr Hund wieder Freude an den Gassirunden.

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Darf der Hund beim Gassigehen auch genügend schnüffeln und erkunden?© stock.adobe.com/Soloviova Liudmyla

Was tun, wenn der Welpe nicht raus will?

Es kommt sogar häufig vor, dass Welpen nur ungern das Haus verlassen. Hundewelpen haben einen instinktiv begrenzten Radius, da sie sich von der sicheren Heimat nicht zu weit entfernen möchten. Mit zunehmendem Alter wird dieser auch größer.

Will der Welpe absolut nicht das Haus verlassen, müssen Sie langsam vorgehen: Führen Sie ihn schrittweise in die unbekannte Umgebung ein. Tragen Sie Ihren Welpen ein Stück weit von Zuhause weg und belohnen Sie ihn beispielsweise mit dem Lieblingsspielzeug. Außerdem ist es wichtig, dass Sie Ihren Welpen beim Gassigehen nicht überlasten – auch das kann ihm die Lust am Spazierengehen nehmen.

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Nicht jeder Welpe geht gerne nach draußen.© adobestock.com/fotoatelier.hamburg

Anzeichen, dass der Hund keinen Spaß hat

Noch bevor sie gar nicht mehr spazieren möchten, zeigen Hunde schon während der Gassirunden, dass etwas nicht stimmt. Wir zeigen Ihnen, woran Sie erkennen, dass sich Ihr Hund beim Spaziergang unwohl fühlt.

Zeigt er diese Verhaltensweisen, sollten Sie schnell handeln, um zu verhindern, dass Ihr Hund gar nicht mehr spazieren will.

1. Gespannte Leine

Zieht Ihr Hund permanent an der Leine, stimmt etwas nicht. Dies kann ein deutliches Zeichen dafür sein, dass Ihr Hund unzufrieden ist und den Spaziergang entweder so schnell wie möglich hinter sich bringen oder nicht weitergehen möchte.

2. Körperliche Signale

Wenn Ihr Hund mit der aktuellen Situation überfordert ist, gähnt er häufig, leckt sich immer wieder die Lefzen, sieht hektisch umher, hechelt übermäßig und frisst intensiv Gras. Zeigt er dieses Verhalten beim Spazierengehen, stimmt etwas nicht.

3. Der Hund ist unkonzentriert

Reagiert der Hund beim Gassigehen nicht mehr auf Ihre Signale, denken Sie vielleicht, dass sich Ihr Hund von Ihnen distanziert. Das muss nicht sein. Ihr Hund ist draußen womöglich unkonzentriert und zu nervös, um Ihren Worten zu folgen.

4. Der Futter-Test

Ob Ihr Hund Futter entgegennimmt, kann ein Indiz dafür sein, ob er sich im Augenblick wohlfühlt: Bieten Sie ihm während des Spaziergangs bekanntes Futter an. Nimmt er es nicht an, steht Ihr Hund womöglich unter Stress und möchte deshalb nicht fressen. 

Lassen Sie sich von einem professionellen Hundetrainer beraten, wenn Sie nicht herausfinden können, was Ihren Hund beim Spazierengehen so stresst. Er kann Sie mit individuellen Verhaltens-Tipps versorgen. So haben Ihr Hund und Sie sicher schon bald wieder viel Spaß bei den gemeinsamen Gassirunden.

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