Hunde nachhaltig füttern

Qualität statt Quantität im Hundefutter: Hier erfahren Sie, wie sich eine nachhaltige Hundeernährung auf Gesundheit und Gesellschaft auswirkt und wie Sie den ökologischen „Pfotenabdruck“ Ihres Hundes verkleinern.

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Auch bei der Hundeernährung kann Wert auf Nachhaltigkeit gelegt werden.© alexei_tm-stock.adobe.com

Hundehalter geben in Deutschland im Jahr fast zwei Milliarden Euro für Hundefutter aus. Dabei ist es auch wichtig zu beachten, was in dem Futter enthalten ist und woher die Inhaltsstoffe kommen.

Umweltverschmutzung, Artensterben, das vermehrte Auftreten sogenannter Wohlstandserkrankungen, Armut und Welthunger – all das steht in engem Zusammenhang mit der Ernährung. Natürlich betrifft das auch die Nahrungsmittel, die im Futternapf landen, auch wenn es sich meist nur um die Resteverwertung der menschlichen Ernährung handelt. Dass unsere Hunde diese „Abfälle“ bekommen, ist ökologisch durchaus sinnvoll und ein fester Bestandteil der Mensch-Hund-Geschichte.

Die Nachhaltigkeit dieser Nahrungsmittel sollte dabei aber nicht außer Acht gelassen werden. Wie eine Studie aus dem Jahr 2017 zeigte, ist die Produktion von Hunde- und Katzenfutter in den USA (für ca. 163 Mio. Hunde und Katzen) verantwortlich für den Ausstoß von umgerechnet 64 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr. Das entspricht dem Jahresausstoß von zwölf Millionen Autos.

Schon gewusst? Der Ökobilanz Berliner Wissenschaftler zufolge stößt ein 15kg schwerer Hund im Laufe von durchschnittlich 13 Lebensjahren ca. 8,2 Tonnen CO2 aus.

Das Fleisch im Hundefutter

Hundefutter mit hohem Fleischanteil ist aktuell sehr modern, gerechtfertigt ist das jedoch weniger: Nie zuvor verfügten die Menschen über solche großen Mengen Fleisch, entsprechend wurden auch Hunde eher selten mit derart großen Fleischmengen versorgt. Und das ist auch gar nicht notwendig! Ein hoher Fleischanteil im Hundefutter ist noch lange kein Kriterium für Qualität!

Ganz im Gegenteil: Hunde sind im Gegensatz zu Katzen keine reinen Fleischfresser, sondern eher Allesfresser: Sie sind nicht zwingend auf große Mengen Fleisch angewiesen und können (und sollten) ihren Nährstoffbedarf auch durch pflanzliche Nahrung abdecken! Wichtig ist lediglich, dass sie alle notwendigen Nährstoffe aufnehmen. Theoretisch können Hunde sogar vegetarisch ernährt werden.

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Hunde brauchen mehr als nur Fleisch im Futter: Ein hoher Fleischanteil spricht nicht für Qualität!© Comugnero Silvana-stock.adobe.com

Hund nachhaltig füttern

Wie wir unsere Hunde füttern, hat Einfluss auf viele Faktoren. Schon kleine Änderungen können dazu beitragen, die Hundeernährung nachhaltiger zu gestalten:

  • Informieren Sie sich, woher die Nahrungsmittel im Hundefutter kommen.
  • Füttern Sie weniger Fleisch.
  • Achten Sie auf die Herkunft des Fleisches und der Rohstoffe. Fragen Sie (auch im Barfshop) nach, aus welcher Tierhaltung das Fleisch stammt oder erkundigen Sie sich über die Firma im Internet.
  • Nutzen Sie p­flanzliche Zutaten aus der Region und füttern Sie saisonal.

Es gibt immer mehr Futterhersteller, die auf eine nachhaltige Produktion des Hundefutters Wert legen. Hier einige Beispiele:

Hundefutter von Green Petfood

Green Petfood steht für nachhaltiges Hundefutter. Die Marke produziert klimapositiv und verwendet nur Fleisch aus artgerechter Haltung. Das Futter wird in Deutschland hergestellt und enthält weder Weizen, noch Soja und künstliche Aromastoffe.

Green Petfood bietet verschiedene Hundefutter-Sorten an:

  • Farm Dog* enthält Hühnchen aus artgerechter Haltung und ist je nach Lebenslage des Hundes in verschiedenen Ausführungen erhältlich.
  • Insect Dog* besteht aus Insektenprotein als Proteinquelle und deckt als Alleinfuttermittel den Nährstoffbedarf des Hundes. Es eignet sich auch für sensible Hunde.
  • Veggie Dog* ist ein vegetarisches Alleinfuttermittel. Das Trockenfutter besteht unter anderem aus roten Linsen und unterstützt die Herzfunktion des Hundes.

Hundefutter von Liebesgut

Liebesgut bietet Bio-Hundefutter in verschiedenen Geschmacksrichtungen an, zum Beispiel Rind*, Schaf* oder Huhn*. Das Futter enthält regionale Rohstoffe aus nachhaltigem Anbau. Das Futter von Liebesgut kommt ohne Farb- und Konservierungsstoffe aus und ist glutenfrei.

Hundefutter von Bozita

Das Trockenfutter für Hunde von Bozita* wird nachhaltig mit erneuerbaren Energien in Schweden produziert. Es besteht aus lebensmittelkontrollierten Schlachttieren. In Schweden gelten strenge Tierschutzgesetze, die zum Beispiel die präventive Gabe von Antibiotika und Wachstumshormonen in der Nutztierhaltung verbieten. Das Sortiment gibt es je nach Lebenslage des Hundes in verschiedenen Ausführungen.

Hundefutter von Pets Deli

Pets Deli bietet sowohl Trockenfutter als auch Nassfutter für Hunde an. Das Trockenfutter „Green Insect“* besteht aus Insektenprotein, Erbsen, Kartoffel und Erbsen.

Auch das Nassfutter „Green“ von Pets Deli* auf Insektenbasis kommt ohne Fleisch aus. Das klimaneutrale Alleinfuttermittel gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen, zum Beispiel mit Kartoffel, Karotte und Zucchini oder mit Hüttenkäse, Zucchini, Quinoa und Spinat.

Hundefutter von naftie

Das Hundefutter von naftie wird CO2-neutral in Deutschland hergestellt. Das Futter in Bio-Qualität ist frei von Konservierungs-, Farb- und Aromastoffen. Es hat einen Fleischanteil von 35 Prozent, was einer nachhaltigen Hunde-Ernährung entspricht. Im Mischpaket* können Sie vier verschiedene naftie-Nassfuttersorten ausprobieren.

Edgard Cooper Hundefutter

Das Hunde-Trockenfutter von edgard Cooper besteht aus Fleisch aus Bio-Landwirtschaft und wird in Deutschland hergestellt. Es ist in verschiedenen Geschmacksrichtungen erhältlich, zum Beispiel Huhn und Truthahn* oder Ente und Hirsch*.

Unser Podcast zum Thema Nachhaltiger leben mit Hund – jetzt reinhören!

In unserem Podcast sprechen wir mit Fachjournalistin und Buch-Autorin Kinga Rybinska zum Thema Nachhaltigkeit bei Hunden. Hören Sie gleich mal rein!

Massentierhaltung und Hundefutter

Die Massentierhaltung, welche die großen Fleischberge im Hundefutter überhaupt erst möglich macht, hat einen entscheidenden Ein­fluss auf die Umwelt. Welche negativen Folgen Fleisch aus Massentierhaltung für Klima, Hundegesundheit und Gesellschaft hat, erfahren Sie im Folgenden.

Massentierhaltung und Klima

Laut dem Bundesamt für Umwelt stammten 2018 insgesamt 7,5 Prozent der gesamten Treibhausgas-Emissionen aus der Landwirtschaft, damit ist diese der zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasen in Deutschland. Einen großen Teil davon verursachte die Nutztierhaltung durch die Freisetzung von Methan.

Die Kuh und das Rind an sich sind gar keine „Klimakiller“, wie oft gesagt wird. Weideflächen sind sogar wichtig für den Klima- und Umweltschutz: Durch beweidende Tiere wird in den Böden die Bildung von Humus angeregt, einem wichtigem Speicher für Kohlenstoff, ebenfalls ein Treibhausgas. Doch bei der Massentierhaltung fällt dieser Effekt weg, denn die beansprucht kaum Weideflächen und die Tiere verbringen den größten Teil ihres Lebens im Stall.

Stattdessen werden für den Anbau von Futtermitteln für die Massentierhaltung das Klima schützende Tropenwäldergerodet, wodurch zudem Lebensraum für Tiere und P­flanzen verschwindet, was zum Rückgang der Artenvielfalt führt.

Macht Fleisch aus Massentierhaltung den Hund krank?

Neben dem Klimaaspekt ist Massentierhaltung auch in Hinblick auf die Gesundheit des Hundes, der das in durch Massentierhaltung hergestellte Futter frisst, fraglich. Das hat mehrere Gründe:

  • Durch die Massentierhaltung hat sich auch die Nährstoffzusammensetzung im Fleisch verändert. Der Anteil der wichtigen Omega-3-Fettsäuren ist bei Fleisch, das von Tieren aus Massenhaltung stammt, deutlich geringer als bei Fleisch aus einer Weidehaltung. Das hat z. B. negative Auswirkungen auf Entzündungsprozesse im Körper und die Darmgesundheit.
  • Tierische Produkte aus der Massentierhaltung können mit Medikamentenrückständen oder Hormonen belastet sein.
  • In der industriellen Landwirtschaft werden beim Anbau von p­flanzlichen Nahrungsmitteln Pestizide eingesetzt, die sich in den Nahrungsmitteln wiederfinden. Auch wenn jedes einzelne Nahrungsmittel nicht die vorgegebenen Grenzwerte überschreitet, können durch die Menge durchaus Belastungen entstehen.
  • Auch die Nährstoffgehalte können reduziert sein, denn Gemüse und Obst, das von weit her kommt, wird häufig unreif geerntet.

Wie bei uns Menschen scheinen auch bei unseren Hunden die Zivilisationserkrankungen zuzunehmen, wie z.B. Herz- und Kreislauferkrankungen, Diabetes, Übergewicht, Allergien, Darmerkrankungen etc. Die heutige Ernährung ist dabei sicherlich ein wichtiger Faktor.

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Massentierhaltung für Tiernahrung ist schlecht für das Klima, die Gesundheit der Hunde und für die Gesellschaft.© akf-stock.adobe.com

Massentierhaltung und gesellschaftliche Folgen

Die Produktion von Nahrungsmitteln kann sich auch auf gesellschaftliche Belange auswirken. Ein großer Teil des Getreides, das angebaut wird, landet als Futter für die Nutztiere in der Massentierhaltung. In Deutschland sind das laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft etwa 60 Prozent der Getreideernte. Ungefähr 2/3 der deutschen Getreideernte wird also an Nutztiere verfüttert, weltweit ist es etwa die Hälfte.

Problematisch ist das insofern, als man zur Fleischproduktion erst einmal ein Vielfaches an Getreide benötigt. Würde man das Getreide zumindest zum Teil direkt als Nahrungsmittel nutzen, könnten viel mehr Menschen und Tiere mit Essen versorgt werden, dann gäbe es vielleicht weniger Menschen, die Hunger leiden müssten.

Das hat mit unseren Hunden erst einmal nicht so viel zu tun, da im Hundefutter ja vor allem der „Abfall“ aus der Lebensmittelproduktion landet. Da mittlerweile immer mehr Hunde das Filet bekommen und nicht nur die Reste, ist davon auszugehen, dass auch für unsere Hunde Tiere geschlachtet werden, für welche wiederum große Mengen Getreide „verschwendet“ wurden.

Fleisch als billiges Nahrungsmittel

Über viele Jahrzehnte haben wir uns daran gewöhnt, dass vor allem Fleisch ein billiges Nahrungsmittel ist. Das funktioniert natürlich nur, wenn die Nahrungsmittel von Billiglöhnern unter schlechten Arbeitsbedingungen angebaut und geerntet wird. Diesem Prozess muss man bewusst entgegenwirken. Wenn man zum etwas teureren Hundefutter greift, das aber dafür nicht aus Massentierhaltung stammt, investiert man damit nämlich nicht nur in ein gesünderes Klima, sondern auch in die Gesundheit des eigenen Hundes.

Mit einer nachhaltigen Hundeernährung tragen Sie dazu bei, viele negative Entwicklungen, die Umwelt, Gesundheit, Gesellschaft und Wirtschaft betreffen, wieder in bessere Bahnen zu lenken. In Deutschland leben etwa 10 Millionen Hunde, die jede Menge Futter benötigen. Mit dem Geld, das Hundehalter jährlich dafür ausgeben, können wir viel bewirken.

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