Malinois

Der Malinois ist eine Varietät des Belgischen Schäferhundes. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu Verhalten, Charakter, Beschäftigungs- und Bewegungsbedürfnis, Erziehung und Pflege der Hunderasse Malinois.

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Die Hunderasse Malinois im Porträt. © stock.adobe.com/otsphoto

Auch wenn der Malinois auf den ersten Blick nicht unbedingt so wirkt: Er ist extrem widerstandsfähig, an das Leben im Freien gewöhnt und imstande, die in Belgien so häufigen klimatischen Schwankungen zu ertragen. Lange Zeit galt er als Hund der armen Leute, sodass die "gehobene Gesellschaft" zunächst die Anerkennung und das Ansehen verweigerte.

Typische Merkmale

Größe: Rüde: 61-66 cm; Hündin: 56-61 cm
Gewicht: 20-30 Kilo
Felllänge: kurz
Fellfarben: Schwarz, Blau/Grau, Rehbraun 
Ursprungsland: Belgien
Klassifikation: FCI Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde, Sektion 2: Schäferhunde

Eigenschaften

Familientauglichkeit
Aktivitätslevel
Erziehbarkeit
Pflegeaufwand
Arbeitsbedürfnis
Menschenbezogenheit

So sieht der Malinois aus

Der Malinois ist ein harmonisch gebauter Hund von mittlerer Größe. Im Grunde ist er die kurzhaarige Variante des Belgischen Schäferhundes. Malinois sind meistens falbfarben mit schwarzer Maske und schwarzen Haarspitzen (Charbonnage).

Laut Rassestandard soll dieser Hund mit seinem kompakten und harmonisch gebauten Körper eine robuste Eleganz ausstrahlen.

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Der Malinois ist erst mit etwa drei Jahren ausgewachsen.© stock.adobe.com/Diana Badmaeva

Verhalten und Charakter des Malinois

Wer sich einen Malinois anschaffen will, sollte wissen, dass es sich um einen echtes Arbeitstier handelt. Werden diese Hunde unterfordert, reagieren sie häufig mit Aggressivität. Die Tierheime sind voll von Hunden dieser Rasse, deren überforderte Besitzer sie abgegeben haben.

Der sensible und zugleich auch sehr temperamentvolle Malinois braucht eine leichte Hand, einen humor- und fantasievollen Menschen, der sportlich ambitioniert ist und sich nicht scheut, bei jedem Wetter rauszugehen – und zwar lange. Sie sind die idealen Begleiter und Familienhunde für Menschen, die in ländlicher Umgebung leben und ihnen neben ausreichend rassegerechter Beschäftigung zusätzlich Gartenauslauf gewähren können.

Doch sie besitzen auch noch immer die Eigenschaften der Hirtenhunde: Wachsamkeit und Schutzwillen im Dienst ihres Menschen und seiner Familie. Und das in Jahrtausenden von Herdendienst erworbene Misstrauen gegen Fremde.

Beschäftigungs- und Bewegungsbedürfnis des Malinois

In Agility und Breitensport blühen Malinois auf. Auch als Begleiter beim Joggen, Reiten oder Radfahren sind sie ideal. Wasser verlockt beinahe jeden Malinois zum Plantschen und Schwimmen – auch im Winter und bei Strömung.

Der Malinois braucht täglich viel Bewegung, sonst wird er unruhig und unausgeglichen. Auch zur Ausbildung als Rettungs- oder Diensthund eignet sich dieser Rassehund hervorragend.

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Der Malinois braucht viel Bewegung. © stock.adobe.com/DragoNika

Erziehung des Malinois

Der Malinois ist erst mit drei Jahren richtig erwachsen. Deshalb brauchen sie eine ganz besonders sorgfältige Sozialisation und Aufzucht. Experten raten sogar, mit der Gehorsams-Erziehung erst ab dem zehnten Lebensmonat zu beginnen. Andere Stimmen raten, früher anzufangen, dafür aber in deutlich kleineren Schritten vorzugehen als normalerweise üblich.

Das richtige Timing ist also eine Herausforderung. Ansonsten ist der kluge und anpassungsfähige Hund in der Erziehung unproblematisch.

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Pflege des Malinois

Beim Malinois ist in puncto Pflege nur minimaler Aufwand notwendig: Das schmutzabweisende Fell muss nicht gewaschen und kaum gebürstet werden. Nur während des Fellwechsels sollte man den Hund vom ausfallenden Haar mit einer Bürste befreien, da ist tägliche Fellpflege empfehlenswert.

Häufige Krankheiten bei Malinois

Krankheitsanfällig sind Malinois kaum, sie leiden weniger als andere größere Rassen und vor allem Schäferhunde unter der Hüftgelenksdysplasie.

Herkunft des Malinois

Im 18. Jahrhundert gab es in Belgien zahlreiche Arten von Hüte- und Treibhunden, die sich auch optisch stark unterschieden. Eine Gruppe von Kynologen schloss sich zusammen, um eine Rasse zu züchten, die quasi die Quintessenz all dieser Arten sein sollte. Jahrelang wurde geforscht und gezüchtet, 1891 wurde in Brüssel dann der "Belgische Schäferhundeklub" gegründet, der bereits mehr als 100 Rassehunde präsentieren konnte.

Während der folgenden Jahre wurde die Zucht unter Verwendung von nur wenigen, eng blutsverwandten Zuchtrüden fortgesetzt. 1892 wurde vom belgischen Schäferhundeklub der erste Standard erstellt. Erst 1901 wurde die Rasse auch offiziell anerkannt.

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