Rhodesian Ridgeback

Ein Rhodesian Ridgeback sorgt dank seiner imposanten Erscheinung und seiner Zurückhaltung gegenüber Fremden gleichzeitig für Bewunderung und vorsichtigen Abstand. Dabei ist er ein überaus gütiger Hund. Erfahren Sie hier alles über die Hunderasse Rhodesian Ridgeback.

Rhodesian Ridgeback im Rasseportrait.© Stock.adobe.com/Sabayuma

Rhodesian Ridgebacks zählen unter Hundeliebhabern zu äußerst beliebten Rassehunden. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen rund um den Rhodesian Ridgeback.

Typische Merkmale

Größe: bis 69 cm
Gewicht: ca. 36 kg
Felllänge: kurz
Fellfarben: hell weizenfarbenen bis rot weizenfarbenen
Ursprungsland: Südafrika

Eigenschaften
Familientauglichkeit
Aktivitätslevel
Erziehbarkeit
Pflegeaufwand
Arbeitsbedürfnis
Menschenbezogenheit

Herkunft des Rhodesian Ridgeback

Schon in seiner Heimat, dem südlichen Afrika, hatte der Rhodesian Ridgeback eine wichtige und nicht ungefährliche Aufgabe. Er war nicht nur ein zuverlässiger Wächter der Hütten und Herden der Bevölkerung, sondern wurde auch zur Großwildjagd eingesetzt. Bereits im Jahre 1480 erwähnten erste portugiesische Berichte aus dem südlichen Afrika den Hund mit dem Rückenkamm als überaus brauchbar und treu. 

Die Einwanderer erkannten schnell die Überlegenheit des bodenständigen Hundes gegenüber ihren mitgebrachten europäischen Schlägen und begannen mit Züchtungen und gezielten Einkreuzungen lange bewährter europäischer Rassen. Im Jahre 1879 brachte Charles Helm zwei Ridgehunde aus Swellendamm (Südafrika) nach Bulawayo, Rhodesien. 

Einige Nachkommen dieser ursprünglichen Importe wurden später vom Großwildjäger Cornelius van Rooyen erworben. Aus dem Kern der Helm-Hunde baute er seine berühmte und sehr begehrte Rasse-Meute auf, die zuerst bekannt war als van-Rooyen-Hunde, später als Löwenhunde und schließlich als Rhodesian Ridgebacks. Heute ist der Rhodesian Ridgeback die einzige anerkannte Rasse, die aus dem südlichen Afrika stammt. 

Aussehen des Rhodesian Ridgeback

Rhodesian Ridgebacks beeindrucken mit ihrem harmonischen, muskulösen Körperbau, dem charakteristischen Ridge (Rückenkamm) und ihrer imposanten Größe von bis zu 69 cm Schulterhöhe und etwa 36 kg Gewicht schon auf den ersten Blick. 

 

Der Rückenkamm ist typisch für den Ridgeback. © stock.adobe.com/Tatiana Katsai

Fell und Farben des Rhodesian Ridgeback

Das Fell des Rhodesian Ridgebacks ist kurz mit hell weizenfarbener bis rot weizenfarbener Färbung. Das Wappenzeichen des Rhodesian Ridgeback ist sein Rückenkamm, bei dem das Fell entgegen der normalen Haarwuchsrichtung wächst, dem sogenannten Ridge. Der hat diesem Hund auch den Namen gegeben. 

Der Ridge muss etwa 5 cm breit, klar abgegrenzt und symmetrisch sein und zu den Hüfthöckern hin schmaler werden. Er muss unmittelbar hinter den Schultern beginnen und bis zu den Hüfthöckern reichen. Der Ridge muss zwei sich gegenüberliegende Wirbel, Crowns, haben. Neben dem Rhodesian Ridgeback gibt es zwei weitere Hunderassen, die dieses Merkmal aufweisen, den Thai Ridgeback und den Phu Quoc Ridgeback. Medizinisch handelt es sich beim Ridge um eine milde Form der Spina bifida (offener Rücken).

Charakter und Erziehung des Rhodesian Ridgeback

Wer einmal den Rhodesian Ridgeback bei der Arbeit beobachten konnte und sieht, mit wie viel Kraft und Ausdauer er die ihm gestellten Aufgaben erfüllt, begreift, was wirklich in ihm steckt. Die für die Großwildjagd über viele Jahrzehnte angezüchteten Eigenschaften wie Loyalität dem Menschen gegenüber, schnelle Auffassungsgabe sowie Lernbereitschaft und Intelligenz sind ihm heute noch zu eigen – und seine Besitzer wissen diese Charakterzüge ihres Rhodesian Ridgeback zu schätzen. 

Dabei ist ein Ridge kein „will-to-please“-Hund. Er hat seinen eigenen Willen und einen unbestechlichen Charakter. Trotz seiner äußerlich starken Erscheinung ist der Rhodesian Ridgeback ein sensibler Hund, der keine harten Methoden bei der Erziehung verträgt. 

Dabei ist der Rhodesian Ridgeback kein Hund für unerfahrene Hundehalter. Er braucht viel Verständnis und als Spätentwickler auch viel Geduld und einen langen Atem bei einer konsequenten und liebevollen Erziehung und Führung. Der Vorteil: Der Ridge ist sehr lange lernfähig. Mit ruhiger Freundlichkeit und sehr viel Einfühlungsvermögen ist er begeistert dabei und glänzt immer wieder durch ungewöhnliche Leistungen.

Haltung und Pflege des Rhodesian Ridgeback

Der aktive und feinfühlige Rhodesian Ridgeback braucht unbedingt den engen Anschluss an seine Familie, um nicht sozial zu verkümmern. Dank seiner großen Sensitivität und seiner Gelassenheit ist der Rhodesian Ridgeback auch ein idealer Familienhund. Am liebsten liegt er immer dort, wo die Familie sich aufhält. Sei es im Haus oder im Garten. Wegsperren oder Einsperren begreift er als persönliche Beleidigung. Ein noch so großer Garten ist uninteressant, wenn nicht ein „Rudelmitglied“ bei ihm ist oder noch besser mit ihm spielt. 

Allerdings muss auch der Ridge als Familienhund erst die Toleranz im Umgang mit Kindern lernen – und die Kinder müssen lernen, dass ein Hund kein Stofftier ist, mit dem man nach Lust und Laune schmusen kann.

Vor allen Dingen aber muss der Rhodesian Ridgeback eine Aufgabe haben. Der Rhodesian Ridgeback eignet sich aufgrund seines Charakters hervorragend als Freizeithund und als zuverlässiger Partner für Sport und Familie. Dabei ist es egal, ob er seinen Auslauf beim Joggen oder Radfahren bekommt, ob er für die Jagd eingesetzt oder bei Agility, Mantrailing oder im Fährtensuchen ausgelastet wird. In jedem Fall ist der Rhodesian Ridgeback dank seines ausgeprägten Geruchssinns, seines Mutes, seiner besonderen Klugheit, Kraft und Geschwindigkeit ein sehr vielseitig einsetzbarer Hund

 

Rhodesian Ridgebacks sind tolle Freizeitpartner. © stock.adobe.com/Christian Müller
"Ein Herz für Tiere" – Die neue Ausgabe jetzt am Kiosk
Aktuelle Meldungen aus der Tierwelt
Großer Haustierratgeber
Mensch & Tier
Wildes Tierleben
Spannende Unterhaltung