Leinenführigkeit bei Welpen trainieren

Eine gute Leinenführigkeit gehört zur Hundeerziehung dazu. Trotzdem haben viele Hunde ein Problem damit. Das Training sollten Sie daher im Idealfall bereits im Welpenalter beginnen. 

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Bereits im Welpenalter können Sie mit dem Hundetraining beginnen© stock.adobe.com/Evrymmnt

Häufig sieht man Hunde, unabhängig ihres Alters, der Rasse und der Größe, die dies scheinbar nicht gelernt haben. Am einfachsten tun sich Halter damit, Ihrem Hund die Leinenführigkeit bereits im Welpenalter anzutrainieren. Wie Sie die Leinenführigkeit bei Ihrem Welpen trainieren, woran es häufig scheitert und wie Sie gemeinsame Erfolgserlebnisse erzielen, verraten wir Ihnen in diesem Artikel. 

Inhaltsverzeichnis:

  1. Darum ist die Leinenführigkeit bei Welpen wichtig
  2. Ab diesem alter kann das Training beginnen
  3. Ideale Trainingsorte
  4. Die ersten Trainingsschritte
  5. Typische Fehler beim Training 

Darum ist die Leinenführigkeit bei Welpen wichtig

Ein Hund ist zwar in jedem Alter lernfähig, am einfachsten tun Sie sich jedoch damit, wenn Sie direkt im Welpenalter mit dem Training beginnen. Die Leinenführigkeit ist also wichtig, damit der Spaziergang entspannt, aber vor allem auch sicher ablaufen kann. Es gibt viele Situationen, in denen der Hund nicht nur angeleint werden sollte, sondern tatsächlich auch angeleint werden muss.

Dazu zählen:

  • Hundebegegnungen, solange auch der andere Hund angeleint bleibt
  • Der Straßenverkehr
  • Beim Überqueren einer Straße
  • Spazierengehen in einer Fußgängerzone
  • Der öffentliche Nah- und Fernverkehr
  • Naturschutzgebiete
  • Wälder während der Brut- und Setzzeit

Die Umweltreize sind dort besonders stark und Ihr Hund kann sich jederzeit erschrecken und auf die Straße springen. An bestimmten Orten kann eine generelle Leinenpflicht ausgesprochen werden. Außerdem ist die Leine das effektivste Mittel, um den Welpen daran zu hindern, einfach wegzulaufen.

Die Leinenführigkeit soll dem Hund bereits im Welpenalter das Gefühl von Sicherheit und Nähe vermitteln. Lernt der Welpe bereits zu Beginn die Leine als solche zu akzeptieren und auch die vorgegebene Freiheitsbegrenzung zu respektieren, wird das Anleinen in gewissen Situationen für beide zu einer Routine. Bei einer guten Leinenführigkeit weiß der Welpe sofort, wie er sich an der Leine zu verhalten hat.

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Die Leine soll als Verbindung zwischen Ihnen und dem Welpen dienen© stock.adobe.com/Chalabala

Ab welchem Alter kann das Training beginnen?

Welpen haben in den ersten Wochen nur Flausen im Kopf und lassen sich leicht ablenken. Doch auch sie können sanft an das Training herangeführt werden. Die ersten acht Wochen sollten Sie den Welpen jedoch einfach Welpe sein lassen. Ab der neunten Woche kann dann behutsam das Training begonnen werden. 

Leinenführigkeit bei Welpen: Trainingsorte

Ein ruhiges Umfeld ist die erste wichtige Voraussetzung, damit sich Ihr Welpe konzentrieren kann. Hundewiesen und Wälder sind keine geeigneten Orte. Generell sollten auch Orte vermieden werden, an denen sich Artgenossen aufhalten. Das erschwert das Training nur zusätzlich und minimiert erste wichtige Trainingserfolge. Am besten trainieren Sie bei sich im Garten oder in einer anderen reizarmen Umgebung

Die ersten Trainingsschritte

Der Schlüssel zum Erfolg sind Geduld, kleine und vor allem angemessene Trainingsschritte sowie Konsequenz. Daher sollte beim Training nicht direkt das Endziel, also das Laufen an der lockeren Leine trainiert werden. Mindestens genauso wichtig sind die Schritte davor. Denn nicht nur wir, sondern auch der Welpe kann schnell frustriert werden und die Lust verlieren.

Trainingsschritt 1: Anlocken

Beginnen Sie, in dem Sie sich ein paar Schritte entfernt von Ihrem Welpen hinhocken und ihn zu sich rufen. Sobald der Welpe beginnt in Ihre Richtung zu laufen, dürfen Sie ihn mit einem Leckerli loben. Läuft er in eine andere Richtung, sprechen Sie ihn mit Namen an, um so die Aufmerksamkeit zurückzugewinnen. Gelingt das nicht, gehen Sie auf den Welpen zu und führen ihn auf die Ausgangsposition. Diesen ersten Schritt können Sie zwei bis drei Mal am Tag wiederholen. So lernt Ihr Welpe, dass es sich durchaus lohnt in Ihrer Nähe zu sein. 

Häufig wird die Trainingszeit überschritten, wodurch der Hund unkonzentriert wird und Lernerfolge ausbleiben. Trainieren Sie mit Ihrem Welpen daher nur für jeweils fünf bis sieben Minuten am Stück.
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Im ersten Trainingsschritt können Sie üben den Welpen anzulocken© stock.adobe.com/M.Dörr&M.Frommherz

Trainingsschritt 2: Beifuß laufen

Jetzt können Sie den Schwierigkeitsgrad steigern. Gehen Sie dazu ein paar Schritte mit einem Leckerli in der Hand. Die Leine kommt erst in späteren Trainingsschritten dazu. Im Idealfall wird der Welpe neben Ihnen herlaufen und den Kopf Richtung Leckerli recken. Egal ob Sie mit einem Welpen oder einem ausgewachsenen Hund trainieren, halten Sie dem Hund das Leckerli nicht direkt vor die Schnauze. So lernt der Hund lediglich, dass bei Körperkontakt und permanentem Drängeln die Belohnung kommt. 

Wenn dieser Trainingsschritt zuverlässig klappt, können Sie stehen bleiben und den Hund belohnen. Auch hier gilt es die Trainingszeit richtig einzuschätzen. Mehrmalige Wiederholungen am Tag sind sinnvoll, allerdings dem Alter des Welpen angemessen nur ein paar Minuten. 

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Im Idealfall läuft der Hund ohne Leine auf Kniehöhe© stock.adobe.com/tiagozr

Trainingsschritt 3: Die Leine akzeptieren

Falls Sie bisher in Ihrem Garten geübt haben, sollten Sie das Training nun auf einen reizarmen öffentlichen Weg verlegen. Jetzt ist es auch an der Zeit, die Leine zu integrieren. Bei diesem Trainingsschritt müssen Sie lediglich zwei Regeln befolgen:

  1. Bei lockerer Leine geht es weiter
  2. Bei strammer Leine bleiben Sie stehen

Klingt banal, ist aber mindestens genauso wirksam, wenn Sie konsequent bleiben. Wenn Ihr Welpe an der lockeren Leine geht, dürfen Sie loben und weitergehen. Beginnt er jedoch an der Leine zu ziehen, bleiben Sie wortlos stehen. Bitte verzichten Sie hier unbedingt auf das Zurückziehen an der Leine. Das löst beim Hund lediglich einen Reflex zum Gegenruck aus.

Besonders zu Beginn kann das Training sehr zeitintensiv und ermüdend sein. Doch wenn Sie konsequent bleiben, wird der Hund lernen, dass er bei einer strammen Leine nicht weiterkommt. Nehmen Sie sich für diesen Trainingsschritt also genügend Zeit, damit Sie nicht gestresst sind und aus Zeitdruck oder Frustration damit beginnen, Ausnahmen zu akzeptieren. 

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Die meisten Welpen lassen sich mit Leckerlis animieren© stock.adobe.com/svitlini

Trainingsschritt 4: Leinenführigkeit trotz Ablenkung

Im nächsten Schritt wird der Schwierigkeitsgrad erhöht. Das bedeutet, dass ab jetzt auch mit Ablenkungen und äußeren Trainingsreizen trainiert wird. Überfordern Sie Ihren Welpen jedoch nicht. Integrieren Sie zum Beispiel erst einen weiteren Artgenossen, mit dem Ihr Hund unbedingt Kontakt möchte. Wenn Ihr Welpe trotz Versuchung gut an der Leine geht, können Sie beim nächsten Mal noch weitere Menschen in das Training integrieren. 

Die Leine dient nicht als Mittel, um den Hund in eine gewünschte Richtung zu lenken. Sie stellt lediglich eine Verbindung zwischen Ihnen und Ihrem Hund dar. 
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Idealerweise lässt sich der Hund durch äußere Einflüsse und Reize nicht ablenken© stock.adobe.com/nataba

Typische Fehler bim Trainieren der Leinenführigkeit

Diese typischen Fehler können Sie unbewusst machen und somit dem Erfolgserlebnis im Weg stehen:

  1. Fehlende Erziehung / mangelnde Konsequenz
  2. Zeitdruck und Stress, die sich auf den Welpen übertragen
  3. Zu kurze und eintönige Spaziergänge

Fehlende Erziehung / mangelnde Konsequenz

Ausbleibender Trainingserfolg kann unterschiedliche Ursachen haben. In den häufigsten Fällen ist jedoch der Halter die Ursache. Fehler können sich schnell ganz unbewusst einschleichen und das Training erschweren. Achten Sie beim Training noch gezielter darauf, ob Sie wirklich konsequent sind. Wenn auch das nicht hilft, gehen Sie einen oder zwei Trainingsschritte zurück. Das ist gar nicht schlimm und kann immer mal wieder nötig sein. 

Zeitdruck und Stress

Jeder Trainingsschritt erfordert Zeit und Geduld. Dies korrekt einzuplanen liegt bei Ihnen. Wenn Sie wissentlich Zeitdruck haben, lassen Sie das Training lieber ausfallen und verschieben es. Gleiches gilt, wenn Sie einen anstrengenden Arbeitstag hatten. Stress und schlechte Laune übertragen sich sofort auf Ihren Welpen. Das Training an sich verfolgt zwar einen ernsten Hintergrund. Dennoch sollte es Ihnen und Ihrem Welpen Freude bereiten

Zu kurze und eintönige Spaziergänge

Ein anderer Grund für mangelnde Konzentration des Hundes könnte sein, dass die gemeinsamen Spaziergänge einfach zu kurz sind. Hunde wissen in der Regel schnell, welche Strecken Sie immer wieder ablaufen und auch wie lange diese dauern. Der Hund versucht dann innerhalb dieser begrenzten Zeit so viele Eindrücke zu sammeln wie möglich. Achten Sie auch darauf die Laufstrecken zu variieren. Gehen Sie Tag für Tag dieselben zwei bis drei Strecken, ist der Hund schnell gelangweilt, und geht lieber eigenen Dingen nach. 

Besonders bei Welpen muss darauf geachtet werden, dass die gelaufene Strecke jedoch nicht zu lang ist. Die Faustregel lautet: Pro Lebensmonat fünf Minuten Spazieren!
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Leinenführigkeit macht die gemeinsamen Spaziergänge entspannter und sicherer© stock.adobe.com/poi3

Die Leinenführigkeit ist, wie bei so vielen Dingen, jedoch kein Ziel, das erreicht und abgehakt werden kann. Das Training dauert das ganze Hundeleben, Rückschritte sind da ganz normal. Wichtig ist, dass Sie dranbleiben. 

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