Ab in den Süden: Nordische Wintergäste im Garten

So wie unsere heimischen Vögel nach Afrika reisen, schwärmen die Piepmätze aus dem hohen Norden in den kalten Wintermonaten nach St. Moritz, München oder Kitzbühel.
 
Vögel aus dem Norden im Garten © Daniel Gehrtz/pixelio.de
Ab in den Süden
Tausende Vögel verbringen ihren Winterurlaub in Mitteleuropa. Sie kommen aus Skandinavien, Nordrussland und dem eisigen Sibirien. Bereits im Jahr 1152 soll sich der Himmel über Mainz wegen großer Vogelscharen verdunkelt haben.

Nahrungssuche im Winter

Heute nehmen Wissenschaftler an, dass in Jahren mit viel Nahrungsangebot geburtenstarke Vogeljahrgänge im Norden heranwachsen. Wird jedoch das Futter im Winter knapp, stehen die Tiere bei uns „auf der Matte.“ Denn es ist nicht Väterchen Frost, der die Vögel gen Süden treibt: In unseren Vorgärten, Stadtparks, Streuobstwiesen, Äckern und an Waldrändern finden die Wintergäste reichlich Beeren, Fallobst und andere Früchte. Besonders beliebt sind die „Vogelbeeren“ der Eberesche. Doch Besucher wie Seidenschwanz, Wacholder- und Rotdrossel fliegen auch auf Weißdorn, Mistel, Holunder, Schlehen und verschmähen nicht einmal Hagebutten, Liguster, Holzäpfel und Wacholder.

Beere für die Gäste

Deshalb kommt es auch auf unsere Gastfreundschaft an, wie viele der kleinen Vagabunden überleben und stark genug für den Rückflug sein werden. Helfen können Beerensträucher, liegen gelassenes Fallobst, an Futterplätzen Haferflocken, Rosinen, Hanf und Talg. Wer den Gästen Gutes tun will, schneidet Gartensträucher erst im Frühling zurück: Die Vögel freuen sich über jede Beere! Denn bei der Nahrungsverwertung haben manche „Nordlichter“ bemerkenswerte Überlebensstrategien entwickelt: Der Seidenschwanz kann mit seiner größeren Leber Alkohol schneller abbauen als viele seiner Artgenossen. Deshalb verträgt er sogar die alkoholhaltigen angegorenen Früchte, die andere Vögel übriglassen.



Foto: © Daniel Gehrtz/ www.pixelio.de
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