Hund Erziehung

Die 7 Todsünden der Hundeerziehung

Sie rufen sich die Seele aus dem Leib, doch Ihr Hund spielt munter weiter? Sie sagen "Sitz" und er legt sich hin? Dann haben Sie wohl einen oder mehrere Fehler in der Hundeerziehung gemacht. Wir helfen Ihnen dabei, Ihre Fehler zu erkennen. Nur so können Sie sie vermeiden.

 
Frau gibt Hund Kommando © shutterstock.com/michaelheim
Konsequenz ist in der Hundeerziehung sehr wichtig.
In der Hundeerziehung unterlaufen leider jedem kleine Fehler, die sich oft erst später bemerkbar machen. Diese sieben Grundregeln sollte man jedoch immer einhalten:

1. Dauerbeschallungs-Effekte in der Hundeerziehung vermeiden
Ihr Hund ist nicht schwerhörig. Wenn er das Kommando kennt, genügt ein einziger Ruf. Jedes weitere Wort ist überflüssig und untergräbt Ihre Autorität. Wenn Sie immer wieder "Hier!" brüllen, kommt er garantiert nicht. Sie sagen ihm ja laufend, wo Sie sind und dass Sie auf ihn warten (oder ihm sogar folgen?). Besser: Kurze Kommandos, die dann aber auch wirklich ernst gemeint sind, und auf die der Hund lernen muss, prompt zu reagieren.
 
2. Wort und Geste sollten in der Hundeerziehung einander nicht widersprechen
Ihr Hund deutet Ihr Mienenspiel, Ihre Körpersprache und die Betonung Ihrer Worte - und kombiniert. Stimmen Ihre Haltung und Ihre Gesten nicht überein, haben Sie verloren. Wer zitternd vor Wut und "Komm her" säuselt, kann lange auf seinen Hund warten. Stellen Sie sich ruhig einmal vor den Spiegel und werfen einen Blick auf Ihre eigene Körperhaltung, Mimik und Gestik beim Geben von Kommandos.

3. Nachlässigkeit und Vergesslichkeit sind in Sachen Hundeerziehung tabu
Wenn Sie anfangs konsequent waren und jetzt nachlässig werden, weil er es jetzt "kann", hat er sie. Er wird bald gar nichts mehr tun. Gleiches droht, wenn Sie grundsätzlich jede brave Handlung mit einem Leckerli belohnen. Er wird nur noch "gegen Bezahlung" arbeiten wollen. Konsequenz ist hier das A und O.

4. Mehrfaches Kommando führt in der Hundeerziehung nicht zum Ziel
Der Hund liegt, Sie gehen zurück und sagen dabei ständig "bleib!". Sobald Sie verstummen, rast Waldi Ihnen strahlend hinterher. Denn er hat gelernt: Nur solange das Kommando ertönt, darf er sich nicht rühren… Vermeiden Sie daher von Anfang an das Wiederholen eines Kommandos. Der Hund muss so lange warten, bis Sie das Kommando zum Auflösen des Kommandos (etwa „Komm!“) geben.

5. Kommando zu früh verwirrt den Hund
Der Hund hat sich entfernt, da rufen Sie "Bei Fuß!". Möglich, dass er es gehört hat, doch jetzt wird es ihn nur irritieren. Ähnlich wirkungslos sind "Hopp"-Kommandos fünf Meter vor dem Graben. Der Hund kann die Worte nicht mit ihrer Bedeutung verknüpfen. Der richtige Moment ist für alle Kommandos mit ausschlaggebend.  

6. Lob zu spät und der Hund verknüpft die Anerkennung mit der falschen Aktion
Ein guter Hund will Anerkennung für das, was er getan hat. Doch es dauert, bis Sie das Leckerli aus der Tasche rauskriegen. Vor lauter Hektik schieben Sie es dem Hund in dem Moment in den Rachen, in dem er winselnd darum bettelt. Letzteres wird er jetzt vermutlich immer tun, denn dafür hat er schließlich die Belohnung bekommen. Oft ist es in Situationen, wo es schnell gehen muss, besser, über Stimme und Körpersprache den Hund sofort ausgiebig zu lohnen, ehe man das Leckerli aus einer Tasche kramt.

7. Die innere Uhr und andere Äußerlichkeiten müssen bei der Hundeerziehung berücksichtigt werden
Auf dem Hundeplatz funktioniert Ihr Vierbeiner perfekt, zu Hause benimmt er sich wieder total daneben. Das sind die Gründe:
  • Sie haben draußen zu wenig geübt, der Hund glaubt, dass er nur in der Hundeschule gehorchen muss.
  • Sie sind nur im Kurs konsequent.
  • Sie motivieren im Kurs mit Leckerlis und Spielzeug, außerhalb soll es plötzlich auch ohne funktionieren.
Auch hier gilt: Wiederholungen der Übung, Konsequenz und gleiche Ansprüche an den Hund führen schließlich zum erhofften Ziel.
 
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