Hund hechelt stark: Bei diesen Anzeichen ist es gefährlich

Ihr Hund hechelt stark? Wir verraten, woran das liegt und ab wann Sie sich Sorgen machen müssen.

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Wenn der Hund hechelt, kann das viele Gründe haben.© stock.adobe.com/Tanja Szymkowiak

Wenn der Hund hechelt, ist das eigentlich ein völlig normales Verhalten. Der Hund öffnet dabei seine Schnauze, lässt die Zunge heraushängen, atmet durch die Nase ein und durch den Mund aus. Die Atmung ist sehr flach – die eingesogene Luft erreicht kaum die Lungen.

Wenn der Hund hechelt, hat das nichts mit Hyperventilieren zu tun: Dabei nimmt der Hund nämlich übermäßig Sauerstoff auf, was beim Hecheln nicht der Fall ist.

Allerdings hecheln Hunde manchmal auch sehr stark, viel und schnell. Wir erklären, wann es wirklich gefährlich ist, wenn der Hund hechelt und wann Sie sich keine Sorgen machen müssen.

Außerdem klären wir die häufigsten Fragen, die sich Hundehalter stellen, wenn der Hund stark hechelt.

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Hund hechelt stark: Was ist normal, was nicht?

Wenn Ihr Hund hechelt, kann das ganz viele Ursachen haben. Wir zeigen Ihnen, was normal ist, und ab wann Sie wie handeln müssen, wenn Ihr Hund stark hechelt.

Wenn Ihr Hund hechelt, kann das dies bedeuten:

Hund hechelt stark, um sich abzukühlen

Wenn Ihr Hund hechelt, kühlt er sich vermutlich ab. Nachdem er körperlich aktiv war oder, wenn es heiß ist, hechelt ein Hund stark. Durch den dadurch erzeugten Luftstrom verdunstet mehr Feuchtigkeit von den Schleimhäuten des Hundes. Das Resultat: Die Körpertemperatur wird gesenkt.

Hunde können nicht durch Schwitzen wie wir Menschen abkühlen. Sie haben nämlich kaum Schweißdrüsen. Um nicht zu überhitzen, sind Sie darauf angewiesen, viel zu hecheln.

Helfen Sie Ihrem Hund: Hechelt er stark, weil er sich angestrengt hat, oder weil es heiß ist, geben Sie ihm frisches Wasser. So können Sie dem Flüssigkeitsverlust durch das Hecheln entgegenwirken. Verliert der Hund durch die Hitze und das Hecheln zu viel Wasser, droht ein Kreislaufzusammenbruch.

Wenn der Hund hechelt, kann das aber auch daran liegen:

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Bei Hitze hecheln Hunde – und das ist normal. © stock.adobe.com/Tobias Langner

Hund hechelt stark: Das brachycephale obstruktive Syndrom

Hunde, die ein flaches Gesicht und eine verkürzte Nase haben, hecheln häufig viel mehr als Hunde mit einer längeren Schnauze. Das brachycephale obstruktive Syndrom (BOS) trifft vor allem Rassen, wie Französische Bulldogge, Englische Bulldogge, Mops und Boxer.

Durch ihre Anatomie sind die Atemwege stark verengt, die Hunde bekommen schlechter Luft und müssen stärker hecheln. Deswegen können Sie bei Hitze auch schlechter abkühlen.

Das sich Hunde mit einer kurzen Schnauze viel schlechter abkühlen können, legen sie sich bei heißen Temperaturen platt und mit allen Beinen von sich gestreckt auf einen kalten Boden wie Fliesen.

Manchen Hunden mit BOS kann mit einer Operation zumindest etwas Linderung verschafft werden. Am besten ist es aber, sich für einen seriösen Züchter zu entscheiden, der darauf achtet, dass die Nasen der Hunde nicht zu kurz werden. Das BOS bedeutet für den Hund nämlich großes Leid.

Wenn der Hund hechelt, kann das aber auch daran liegen:

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Hunde mit einer kurzen Schnauze hecheln oft viel mehr.  © stock.adobe.com/Sonja E.
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Hund hechelt stark bei Angst und Stress

Wenn der Hund stark hechelt, ohne vorher körperlich aktiv gewesen zu sein, kann es an Angst und Stress liegen. Mit dem sogenannten „verhaltensbedingten Hecheln“ zeigt der Hund, dass er gestresst ist oder Angst hat.

Das erkennen Sie auch an weiteren Symptomen:

  • Der Hund gähnt immer wieder.
  • Der Hund läuft unruhig umher.
  • Der Hund winselt.
  • Der Hund leckt sich häufig über die Lefzen.
  • Der Hund zittert.
  • Der Hund versucht sich zu verstecken.

Dieses Verhalten ist häufig bei Feuerwerk, Autofahrten oder beim Tierarztbesuch zu bemerken. Die Lösung: Nehmen Sie Ihrem Hund den Stress und entschärfen Sie für ihn die Situation. Wenn Sie nicht wissen, wie Ihnen das gelingt, lassen Sie sich von einem professionellen Hundetrainer beraten.

Bei Angst und Stress können ergänzend zu diesen Maßnahmen auch Beruhigungsmittel für Hunde helfen.

Wenn der Hund hechelt, kann das aber auch daran liegen:

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Auch, wenn das Training ihn stresst, hechelt ein Hund.  © stock.adobe.com/Sonja E.
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Hund hechelt im Ruhezustand bei Schmerzen

Wenn der Hund im Ruhezustand hechelt, können Schmerzen die Ursache sein. Wenn Hunde Schmerzen haben, zeigen Sie oft auch solches Verhalten:

  • Zurückziehen
  • Verweigerung von Futter
  • Toilettengang wird vermieden
  • Berührungen ausweichen
  • Haltung und Bewegung ist verkrampft

Wichtig: Wenn Sie die Schmerzen Ihres Hundes nicht selbst lindern können, sollten Sie dringend den Tierarzt aufsuchen. Er wird Ihren Hund untersuchen.

Wenn der Hund hechelt, kann das aber auch daran liegen:

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Wenn der Hund im Ruhezustand hechelt, hat er vielleicht Schmerzen. © stock.adobe.com/karoshi

Hund hechelt stark, weil er krank ist

Bei bestimmten Krankheiten hechelt der Hund stark. Die häufigsten davon haben wir zusammengefasst:

  • Diabetes oder Cushing: Wenn Ihr Hund starken Durst hat, an Gewicht zunimmt, eine dünnere Haut und ein dünneres Fell bekommt, könnte Diabetes oder Cushing dahinterstecken. Auch ein kugeliger Bauch weist auf diese Krankheiten hin.
  • Blutarmut oder Kreislaufprobleme: Wenn der Hund hechelt und seine Schleimhäute blass sind, könnten eine Anämie (Blutarmut) oder Kreislaufprobleme schuld sein.
  • Herkrankheiten (wie Dilatative Karidomyopathie (DCM), Herzbeutelerguss, Mitralklappenendokardiose): Da bei Herzkrankheiten das Herz schwächer ist, werden die Zellen nicht ausreichend mit frischem Blut (und damit mit Sauerstoff) versorgt. Wenn Ihr Hund stark hechelt, einfache körperliche Aktivitäten ihn belasten, er müde ist und schwer hustet (Herzhusten durch Blutrückstau an der Lunge), ist eine Herzkrankheit wahrscheinlich.
  • Infektion: Hechelt Ihr Hund und hat er Fieber, steckt vermutlich eine Infektion dahinter. Wenn die Körpertemperatur beim Hund zu sehr ansteigt, kann das tödlich sein (ab 41 °C).

Vermuten Sie, dass eine dieser Krankheiten schuld daran sein könnte, dass Ihr Hund hechelt, müssen Sie ihn dringend zum Tierarzt bringen.

Wenn der Hund hechelt, kann das aber auch daran liegen:

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Hechelt der Hund, kann das auf Krankheiten hindeuten. © stock.adobe.com/Ines Meier

Hund zittert und hechelt: Vergiftung kann schuld sein

Ein Hund, der hechelt und vermehrt speichelt, hat vermutlich etwas gefressen, was giftig für ihn ist. Auch Apathie kann ein Hinweis hierfür sein. Es gibt nämlich viele Lebensmittel, die ein Hund unter keinen Umständen fressen darf. Dazu gehören:

  • Schokolade
  • Trauben/Rosinen
  • Zwiebeln

Bemerken Sie bei Ihrem Hund Anzeichen dafür, dass er etwas Giftiges gefressen haben könnte, müssen Sie schleunigst zum Tierarzt – jetzt zählt jede Sekunde.

Wenn der Hund hechelt, kann das aber auch daran liegen:

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Wenn der Hund stark hechelt und dabei sabbert, könnte eine Vergiftung schuld sein. © stock.adobe.com/redimages

Übergewicht: Hund hechelt im Ruhezustand

Häufig hechelt ein Hund stark, wenn er übergewichtig ist. Schon einfach körperliche Aktivitäten bringen ihn zum Schnaufen und Hecheln. Auch im Ruhezustand hecheln Hunde oft, wenn sie zu dick sind.

Der Stoffwechsel ist bei Hunden mit Übergewicht nämlich stärker belastet. Hitze kann auch ihnen mehr zu schaffen machen und sie hecheln stärker als normalgewichtige Hunde.

Ist Ihr Hund zu dick, sollten Sie mit dem Tierarzt sprechen. Diätfutter und eine moderate Bewegung können sinnvoll sein. Denn Übergewicht bei Hunden kann das Leben verkürzen, schneller zu Arthrose führen und sogar zu Herzversagen führen.

Wenn der Hund hechelt, kann das aber auch daran liegen:

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Ein dicker Hund hechelt mehr. © stock.adobe.com/Ekaterina Myshenko

Hund hechelt nachts: Daran kann es liegen

Ihr Hund hechelt nachts? Dann sollten Sie überprüfen, ob er Schmerzen, Stress oder Angst hat. Können Sie all das ausschließen, kann eine zu deftige Mahlzeit vor dem Schlafen schuld sein. Ihr Hund hechelt nachts, wenn er zu große Futtermengen vor dem Schlafengehen zu sich genommen hat.

Vor allem rotes, rohes Fleisch kann dazu führen, dass der Hund in der Nacht hechelt. Achten Sie außerdem darauf, dass es Ihrem Hund nachts nicht zu warm ist: Er sollte nicht direkt neben der Heizung liegen.

Wenn der Hund hechelt, kann das aber auch daran liegen:

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Wenn der Hund in der Nacht stark hechelt, ist oft das Futter schuld. © stock.adobe.com/Pixel-Shot

Trächtige Hündin hechelt: Die Geburt steht kurz bevor

Trächtige Hündinnen hecheln stark, wenn die Wehen einsetzen. Hechelt also Ihre trächtige Hündin, steht die Geburt kurz bevor. Viele Hündinnen bereiten sich auch mit dem Nestbau auf die Geburt vor.

Achtung: Hechelt Ihre trächtige Hündin außergewöhnlich viel weit vor dem Geburtstermin, stimmt vielleicht etwas nicht. Lassen Sie es vorsichtshalber vom Tierarzt abklären.

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Kurz vor der Geburt hechelt eine Hündin.© stock.adobe.com/Tatyana Gladskih

Hund hechelt stark: Fazit

Es gibt ganz harmlose Gründe dafür, dass Ihr Hund hechelt. Dazu gehören Hitze und körperliche Anstrengung. Hier ist es lediglich notwendig, dem Hund frisches Wasser anzubieten und ihm dabei zu helfen, abzukühlen.

Allerdings gibt es auch viele Ursachen, wie Krankheiten oder Stress, bei denen Sie dringend handeln müssen, wenn Ihr Hund hechelt. Beobachten Sie Ihren Hund und bleiben Sie aufmerksam, ob Sie noch weitere Symptome erkennen. So können Sie entscheiden, ob es Zeit für den Tierarzt ist, oder nicht, wenn Ihr Hund hechelt.

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