Ursachen für ständiges Miauen bei Katzen

Katzen teilen sich dem Menschen durch Miauen mit – manche gerne auch etwas öfter. Hier lesen Sie, welche sieben Ursachen ständiges Miauen haben kann und wie Sie das Dauermiauen Ihrer Katze beenden können.

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7 Ursachen von Dauermiauen bei Katzen. © DoraZett-stock.adobe.com

Miauen ist ein Teil der Katzensprache. Kommunizieren Katzen mit Artgenossen, spielt die Lautsprache eine untergeordnete Rolle. Wenn sie sich aber mit uns Menschen verständigen wollen, benutzen sie dazu häufig ihre Stimme. Wenn Katzen übermäßig viel miauen, kann das verschiedene Gründe haben.

1. Natürliche Veranlagung zum Miauen

Es gibt von Natur aus Katzentypen, die ausgesprochen gesprächig sind. Zu diesen gehören die Siamesen, Orientalen und deren Verwandte. Oft genügt es bereits, wenn ein Elternteil zu einer dieser Rassen gehört - schon muss die Katze alles kommentieren. Diese Katzen lassen sich auf regelrechte Dialoge mit ihren Haltern ein, begleiten sie durchs ganze Haus und haben fast immer etwas zu erzählen, wenn sie nicht gerade schlafen. Das aus Ihrer Sicht ungewöhnlich häufige Miauen könnte daher einfach an der Abstammung der Katze liegen.

Abgesehen von der Rasse kann es auch einfach an der individuellen Persönlichkeit der Katze liegen, dass sie mehr miaut als andere. Doch richtiges „Dauermiauen“ hat dennoch meist andere Gründe.

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Manche Katzenrassen sind von Natur aus echte Quasselstrippen. © Oksana-stock.adobe.com

2. Hormonbedingtes Dauermiauen

Ist Ihre Katze unkastriert und miaut plötzlich sehr viel, könnte es sein, dass sie rollig ist. Falles es sich um einen unkastrierten Kater handelt, könnte der eine rollige Katzendame in der Nähe bemerkt haben, von deren Geruch er sich angezogen fühlt. Er wird alles daransetzen, zu ihr zu gelangen: an der Tür kratzen, unruhig auf und ab laufen ebenso wie miauen und jaulen.

Kätzinnen werden im Regelfall zwischen dem sechsten und zehnten Lebensmonat herum das erste Mal rollig. Dabei gibt es wie immer auch Ausnahmen von der Regel: Siamkatzen und ihre Verwandten sind oft frühreif und schon mit vier Monaten geschlechtsreif, während andere Spätzünder sind und erst mit acht Monaten oder einem Jahr rollig werden.

Bei Katzen und Katern kann eine Kastration das sexuell motivierte Miauen beenden. Eine Kastration findet am besten noch vor Eintritt der Geschlechtsreife statt. Besprechen Sie aber unbedingt mit Ihrem Tierarzt, wann der beste Zeitpunkt für die Kastration Ihrer Katze ist. Nach der Kastration kann es noch ein paar Wochen dauern, bis sich das sexuell motivierte Verhalten Ihrer Katze wieder legt.

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Dauermiauen kann während der Rolligkeit bei Katzen vorkommen.© Manfred Herrmann-stock.adobe.com

3. Ständiges Miauen als Mittel zum Zweck

Oft eignen sich Katzen das ständige Miauen an, um die Aufmerksamkeit ihres Menschen zu bekommen. Viele Katzenhalter bringen ihren Stubentigern das sogar unabsichtlich bei.

Die Katze hat Langeweile, ist unterfordert

Dauermiauer sind sehr oft reine Wohnungskatzen, die in Einzelhaltung leben. Durch die Begrenzung ihres Lebensraumes auf die Wohnung sind viele Katzen unterfordert und gelangweilt. Miauen sie, bekommen sie die Aufmerksamkeit ihres einzigen Sozialpartners, dem Menschen.

Die Katze hat Hunger

Blickt die Katze nur stumm auf den Schrank, in dem sich ihr Futter befindet, übersieht der Mensch das Signal leicht. Miaut sie hingegen, ist schneller Erfolg zu verzeichnen: Der Mensch versteht ihr Anliegen, kommt und füttert sie. Die Katze lernt aus dem Erfolg und wird, wenn sie wieder etwas zu fressen haben möchte, erneut miauen. Und zwar so lange und ausdauernd, bis der Mensch das tut, was sie will.

Die Katze als Wecker

Durch Dauermiauen wollen Katzen ihre Menschen auch oft in der Nacht oder am Morgen aufwecken. Um das zu bekommen, was sie wollen – sei es Aufmerksamkeit oder Futter – wollen sie den Menschen aus seinem Schlafzimmer locken. Dauermiauen ist dafür ein erfolgsversprechendes Mittel, vielleicht noch unterstützt durch das Springen an die Klinke oder Kratzen an der Tür.

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Ständiges Miauen setzen Katzen oft ein, um das zu bekommen, was sie wollen. © Rusty-stock.adobe.com

Unabsichtlich zum Dauermiauen erzogen

Zum Dauermiauen werden viele Katzen unabsichtlich „erzogen“: Sie haben gelernt, dass es sich lohnt, zu miauen. Mit dem Einsatz ihrer Stimme können sie den Menschen dazu bringen, das zu tun, was sie wollen: Lange genug Terror vor der Schlafzimmertür gemacht, und der Mensch steht auf und füttert sie. Der Mensch telefoniert und beschäftigt sich nicht mit der Katze – also voller Stimmeinsatz: Schon kümmert er sich um die Katze, spielt und schmust mit ihr.

So beenden Sie das Dauermiauen

Falls Ihre Katze zu den Stubentigern gehört, die sich Dauermiauen als Mittel zum Zweck angewöhnt haben, können Sie ihr dieses Verhalten so wieder abtrainieren:

  • Sorgen Sie zum einen für ein abwechslungsreicheres Umfeld der Katze, z.B. durch neue Klettermöglichkeiten in der Wohnung, Futter- und Intelligenzspiele, Zugang zum sicheren Balkon und tägliche gemeinsame Spielrunden. Vielleicht wäre auch ein Artgenosse sinnvoll?
  • Ignorieren Sie das ständige Miauen! So lernt die Katze, dass sie mit dem Miauen nicht alles bekommt, was sie will. Sie kommen also z.B. nur aus dem Schlafzimmer, wenn die Katze gerade ruhig ist und füttern sie erst, wenn sie aufhört zu miauen.

Dafür müssen Sie konsequent und durchhaltend sein, denn am Anfang wird die Katze noch häufiger und ausdauernder miauen, um von Ihnen wahrgenommen zu werden – halten Sie durch, wird das aber nachlassen.

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Gewöhnen Sie die Katze daran, dass sie z.B. ihr Futter erst bekommt, wenn sie nicht miaut.© artsandra-stock.adobe.com

4. Waisenkinder als Dauermiauer

Mutterlos aufgezogene Kätzchen, die ganz und gar auf den Menschen fixiert sind, gehören besonders häufig zu den Dauermiauern, denn sie haben das „normale“ Katzenverhalten nicht lernen können. Um solchen Katzen eine Möglichkeit für eine halbwegs normale Entwicklung zu geben, kann es hilfreich sein, ihnen eine wirklich gut sozialisierte Katze zur Seite zu stellen, von der sie lernen können, wie sich Katzen eigentlich verhalten.

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Waisenkätzchen miauen oft sehr viel. © Carola Schubbel-stock.adobe.com

5. Taube Katzen

Eine Sonderstellung nehmen taube Katzen ein. Da sie ihre Stimme selbst nicht wahrnehmen, tendieren sie dazu, besonders laut auf sich und ihre Bedürfnisse aufmerksam zu machen. Hier helfen nur viel Verständnis und Zuwendung. Schließlich kann das Tier nichts für seine Behinderung.

6. Freiheitsliebende Katzen

Haben Sie eine Katze aus zweiter oder dritter Hand adoptiert, deren Vorgeschichte Sie nicht kennen? Es kommt immer wieder vor, dass Katzen, die ein freies und ungebundenes Leben geführt haben, in reine Wohnungshaltung vermittelt werden. Das kann funktionieren, endet aber nicht selten damit, dass die Katze in der Wohnung unglücklich ist und aus Protest viel miaut, weil sie der gewohnten Freiheit nachtrauert.

Eine gesicherte Terrasse oder ein Balkon können hier ebenso wie ein Artgenosse Wunder wirken. In manchen Fällen hilft aber nur die Vermittlung an einen Platz, an dem die Katze wieder hinauskann – vor allem dann, wenn zum ständigen Miauen auch noch Unsauberkeit und weitere Auffälligkeiten hinzukommen.

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Katzen, die sich nach draußen sehnen, können zu Dauermiauern werden.© Kristina Blokhin-stock.adobe.com

7. Miauen aufgrund von Schmerzen

Bei plötzlich auftretendem, verstärktem Miauen können auch Schmerzen die Ursache sein. Leidet die Katze zum Beispiel unter Harnsteinen, bereitet ihr der Besuch der Toilette starke Schmerzen. Auch Zahnschmerzen lösen oft ungewöhnliche Verhaltensänderungen aus. Wenn Sie den Verdacht hegen, dass Ihre Katze unter Schmerzen leidet und deshalb miaut, stellen Sie sie bitte sofort einem Tierarzt vor.

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