Gefahr aus dem Blumentopf!

10 stark giftige Pflanzen für Katzen

Menschen lieben Zimmerpflanzen! Doch sollten Katzenbesitzer genau darauf achten, welche Pflanzen sie sich in die vier Wände stellen. Denn was schön aussieht, kann für Katzen ganz schön gefährlich werden. Wir zeigen Ihnen hier 10 giftige Pflanzen für Katzen.
 
Giftige Pflanzen für Katzen © sonyachny - stock.adobe.com
Viele Zimmerpflanzen können für Katzen giftig sein

Der Trend, sein Heim in voller Blüte erstrahlen zu lassen und Mengen an Zimmerpflanzen aufzustellen, hat sich schnell verbreitet. Immer mehr Menschen setzen auf die wohnliche Atmosphäre und das angenehme Raumklima, das eine Pflanze schafft. Doch die Wenigsten machen sich Gedanken darüber, was manch ein Gewächs für die Gesundheit ihrer Vierbeiner bedeutet. Denn viele Zimmerpflanzen können für die Haustiere hoch giftig sein .

Dass Katzen an Pflanzen knabbern, ist keine Seltenheit. Das Grünzeug erleichtert ihnen das Erbrechen von verschlucktem Fell und gleicht Mangelerscheinungen aus. Katzen sind nicht die einzigen Haustiere, die gerne an Grünzeug gehen. Auch Hunde bringen mit dem Fressen von Gras ihre Verdauung in Schwung. Aber nicht immer haben die Vierbeiner im Gegensatz zu vielen anderen pflanzenfressenden Tieren einen guten Riecher und erkennen den Unterschied zwischen ungiftigen und giften Pflanzen. Die Folgen daraus sind fatal: Entzündungen im Hals- und Rachenraum durch feststeckende Pflanzenteile bis hin zu schwerwiegenden Vergiftungen. Genau aus diesem Grund ist es die Aufgabe der Tierbesitzer, darauf zu achten, wie giftig ihre Pflanzen sind und den Haushalt für ihren Stubentiger sicher zu gestalten.

Giftige Zimmerpflanzen für Katzen

Bei den wenigsten Pflanzen sind alle Bestandteile gleich giftig. Manchmal liegt das Gift in der Knolle konzentriert, manchmal in Blättern, Blüten, Früchten oder im Pflanzensaft. Das Sortiment der giftigen Pflanzen für Katzen ist daher weit gefächert.

1. Der Drachenbaum (Dracaena) ist eine sehr beliebte Zimmerpflanze und gilt als besonders pflegeleicht. Er erinnert aufgrund seines Stammes und den gelb-grünen Blättern an eine Palme, ist sehr robust und trägt vor allem zu einem besseren Raumklima bei. Doch für Katzen kann der Drachenbaum zum gesundheitlichen Risiko werden, sobald sie sich dazu verleiten lassen, an ihm zu knabbern. Um nämlich Fressfeinde abzuhalten, enthalten alle Arten des Drachenbaums sogenannte Saponine, die giftig sind. Bereits beim kleinsten Kontakt mit dem Pflanzensaft kann es zu Reizungen in der Mundschleimhaut kommen. Im schlimmsten Fall führt es zu Durchfall und Erbrechen, Krämpfen, Zittern, erhöhtem Speichelfluss sowie Bewegungs- und Gleichgewichtsstörungen.

2. Gemeinsam mit Kakteen feiert auch die Aloe Vera (Aloe) ihr Comeback als Zimmerpflanze. Sie gilt als Geheimtipp für schöne Haut beim Menschen und wird bereits seit Jahren als Heilmittel eingesetzt. Doch Katzen sollten sich von den mit Gel gefüllten Blättern fernhalten. Auch sie trägt den Inhaltstoff Saponin in sich, der durch die orale Aufnahme bei Katzen zu Krämpfen, Lähmungserscheinungen und schweren Reizungen in Mund, Rachen und Verdauungstrakt führen kann.

3. Der Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima) ist über die Weihnachtszeit aus vielen Haushalten kaum wegzudenken.  Doch das Wolfmilchgewächs enthält einen milchigen Saft, der eine ätzende Wirkung aufweist. Während der Weihnachtsstern für Menschen unbedenklich ist, kann er bei Katzen Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Diese können sich durch Erbrechen, Zittern und Taumeln, einem Lungenödem, Apathie, verzögerten Reflexen und erhöhtem Speichelfluss äußern. Auch Schleimhautreizungen, Lähmungen, Herzrhythmusstörungen, ein Absinken der Körpertemperatur, Magen-Darm-Beschwerden mit Krämpfen und oft blutigem Harn und Kot (häufig Durchfall) sowie eine Leberschädigung können durch den Verzehr von Weihnachtssternen verursacht werden. Im schlimmsten Fall führt die Vergiftung zum Tod der Katze.

4. Der Aronkelch (Zimmercalla) ist nicht nur als Zimmerpflanze sondern auch als Bouquet sehr beliebt. Die Blüte besteht auch einem Hüllblatt, das den Blütenkolben umgibt und der Pflanze seinen edlen Look verleiht. Leider ist diese Schönheit nicht wohltuend für die Katze. Besonders der Pflanzensaft ist für Tiere giftig. Er enthält Scharfstoffe, die zu Schwellungen und Reizungen der Mundschleimhaut führen können. Zudem kann der Verzehr einer Zimmercalla bei Katzen starkes Erbrechen sowie Durchfall und Krämpfe verursachen.

5. Ob die Yucca Palme (Yucca) - ganz gleich welcher Art - tatsächlich für Katzen giftig ist oder nicht, darüber ist sich die Fachwelt immer noch uneins. Dennoch sollten Katzenbesitzer bei diesen Palmen Vorsicht walten lassen! Wie die Aloe Vera-Pflanze und der Drachenbaum, enthält auch die Yucca Palme blutzersetzende Saponine, die eine toxische Wirkung haben und so der Gesundheit von Katzen schaden können. Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall und Apathie sind nach Verzehr der Pflanze klassische Symptome. Zudem sind die Blätter der Yucca überaus scharfkantig, was schmerzhafte Schnitte in der Mundgegend verursachen kann.

6. Die perfekte Badezimmerpflanze und dennoch gefährdend für die Katze: das Einblatt (Spathipyllum). Mit seinen dunkelgrünen Blättern und den strahlend weißen Blüten ist das Einblatt ein echter Hingucker. Diese Pflanze liebt eine feuchte Umgebung und sorgt stets für ein gutes Raumklima. Doch der Schein trügt – zumindest für die Katze. Die Blätter und Stiele der Pflanzen enthalten unlösliche Kalziumoxalat-Kristalle und Oxalsäure, die Vergiftungserscheinungen verursachen. Das führt zu Schleimhautreizungen, Schluckbeschwerden, Erbrechen und Durchfall.

7. Für Katzen ist diese Pflanze alles andere als betörend. Nahezu alle Arten der Lilie (Lillium) sind für Katzen giftig! Besonders tückisch: Die Vergiftung kann zu einem akuten Nierenversagen führen, das sich jedoch erst nach ein paar Tagen bemerkbar macht. Sobald Sie aber die Symptome, wie vermehrten Durst und Urinabsatz, Appetitlosigkeit, Erbrechen und Dehydration bei Ihrer Katze bemerken, befindet sie sich bereits in akuter Lebensgefahr. Daher sollten Sie nicht lange zögern und sofort einen Arzt aufsuchen, wenn Sie Ihre Katze beim Fressen dieser Pflanze entdecken.

8. Die Birkenfeige (Ficus benjaminii) ist ein kleiner Baum, der zur Gattung der Maulbeergewächse gehört. Teil der Familie ist unter anderem ebenso der bekannte Gummibaum (Ficus elastica). Mit seinen spitzovalen, immergrünen Blättern zählt sie zu den beliebtesten Zimmerpflanzen der Deutschen. Doch der weiße Milchsaft der Pflanze sollte nicht von Katzen verzehrt werden. Dieser enthält Harz, Kautschuk, Furocumarine und flavonoide Verbindungen, die für Haustiere eine toxische Wirkung haben und giftig sind. Es kann zu Erbrechen, Durchfall und Schleimhautreizungen kommen.

9. Das Fensterblatt (Monstera deliciosa) gehört zu den beliebtesten Zimmerpflanzen und ist in vielen Wohnräumen anzutreffen. Auch sie gehört zu den giften Pflanzen für Katzen. Die Symptome einer Vergiftung sind starker Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall sowie Schluckbeschwerden. Für Katzen ist keines der Monstera-Pflanzenteile verzehrbar und Sie sollten das Tier sofort zu einem Tierarzt bringen. Achten Sie darauf, ein Stück der Blätter oder Wurzeln mit zum Arzt zu nehmen, damit dieser die richtige Diagnose stellen und notwendige Medikamente sowie Behandlungen anwenden kann.

10. Die Amaryllis ist eine Zwiebelpflanze und giftig für Menschen und ihre Haustiere. Vorwiegend in der Zwiebel enthält die Amaryllis verschiedene Alkaloide, die stark giftig sind. Daher sollten Sie sie unbedingt außerhalb der Reichweite von Kindern und Tieren halten. Die Vergiftungserscheinungen reichen von Erbrechen und Durchfall über starken Schweißausbruch, erhöhten Speichelfluss bis hin zur Schädigung der Nieren sowie Lähmungen. Zudem kann der Verzehr diese Pflanze bei Katzen auch noch zu Herzrhythmusstörungen führen. Die Amaryllis stammt aus der Familie der Narzissen und Tulpen, weshalb auch diese von Katzen ferngehalten werden sollten.

Giftige Pflanzen für Katzen  © stock.adobe.com

Tipp: Auch wenn nicht alle Katzen gleichermaßen an Pflanzen gehen, sollten Sie als verantwortungsvoller Katzenbesitzer potentiell gefährliche Pflanzen aus Wohnung und Garten entfernen bzw. diese so arrangieren, dass Ihr Vierbeiner sie nicht erreicht. Bieten Sie Ihrer Katze als Alternative Katzengras an und bieten Sie ihr ausreichend Spiel und Beschäftigung. Denn oft bearbeiten Katzen die Pflanzen auch aus reiner Langeweile. 

Was tun, wenn die Katze eine giftige Pflanze gefressen hat?

Ertappen Sie Ihre Katze dabei, wie sie an einer giftigen Pflanze knabbert, ist ein sofortiger Gang zum Tierarzt unerlässlich. Nehmen Sie hier am besten die Pflanze mit, damit der Arzt feststellen kann, wieviel der Giftpflanze eventuell aufgenommen wurde. Auch wenn noch keine der oben beschriebenen Symptome aufgetreten sind, sollte die Katze, nachdem sie von einer der Pflanzen gefressen hat, immer umgehend dem Tierarzt vorgestellt werden.

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